zur Navigation springen

Umstrittener Umzug auf Sylt : Umzugspläne des Landes erregen die Gemüter

vom
Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

Der Landesbetrieb für Straßenbau plant Umzug vom Königskamp auf die Fläche östlich von Aldi. Bei den Kommunalpolitikern sorgen diese Pläne allerdings für Aufregung.

von
erstellt am 31.Aug.2015 | 05:22 Uhr

Es ist ein Thema, das die Gemüter der Kommunalpolitiker der Gemeinde Sylt im Nu zum Kochen bringen kann: Der Plan des Landesbetriebs für Straßenbau, seinen jetzigen Standort am Königskamp zu verlassen und sich gemeinsam mit dem Landesbetrieb für Küstenschutz auf die unbebaute Fläche östlich vom Aldi anzusiedeln. Das klingt nach harmlosen Plänen, bei den Mitgliedern des Hauptausschusses sorgte das Thema aber für Aufregung – mal wieder.

Denn, wie Holger Flessau (CDU) sagte: „Das Thema brennt schon seit zwei Jahren.“ Bisher aber hatte sich die Selbstverwaltung dagegen gesträubt, das für diesen Umzug nötige Planfeststellungsverfahren in die Wege zu leiten. Der Bauausschuss der Gemeinde hatte sich schon im März vergangenen Jahres einstimmig gegen den geplanten Umzug ausgesprochen. Da das Grundstück neben Aldi aber ohnehin dem Land gehört, könnte das Land den Umzug früher oder später einfach durchsetzen, deutete Bürgermeister Nikolas Häckel auf der jüngsten Sitzung des Hauptausschusses an.

Das aber sorgte bei den Ausschuss-Mitgliedern für Empörung. Holger Flessau ist der Überzeugung, die Landesbetriebe würden nur deshalb umziehen, weil das Land den jetzigen Standort am Königskamp verkaufen will. Dorthin würde dann ein anderer, auf der Insel ansässiger Discounter ziehen: „Das ist der eigentliche Grund dafür, warum umgezogen werden soll.“

Auch Kay Abeling (CDU) betonte, aus seiner Sicht seien die Gründe des Landes für den Umzug nur „vorgeschoben“. Das Grundstück am Königskamp werde vom Landesbetrieb bisher gar nicht komplett ausgenutzt. „Dass durch den Umzug das Wäldchen neben Aldi zerstört wird, wird auf den erbitterten Widerstand treffen. Das machen wir von der CDU nicht mit“, so Abeling.

Gerd Nielsen (SPD) hielt dagegen: Bei der unbebauten Fläche östlich von Aldi handele es sich keineswegs um schützenswerten Naturraum, sondern um „Gestrüpp“. Vor allen Dingen aber sei es wichtig, keine „seltsame Politik gegen das Land“ zu führen, sondern das frei werdende Grundstück am Köngiskamp als Gemeinde einfach selbst zu kaufen. Diese Möglichkeit sei der Gemeinde ja schon angeboten worden.

„Ich merke, die Sylter Genossen sind aus Kiel eingenordet worden“, reagierte Holger Flessau auf diese Äußerung. Das Kaufangebot für das Königskamp-Grundstück liege bei 2,3 Millionen Euro und sei damit so hoch, dass die Gemeinde es sicher nicht kaufen werde. Auch sein Parteifreund Kay Abeling meldete sich noch einmal zu Wort und betonte, er lasse sich sicher nicht vom Land Schleswig-Holstein befehlen, was mit einer der letzten Sylter Grünflächen geschehen soll.

Ob und wann das Land den geplanten Umzug der Landesliegenschaften durchsetzt, ist momentan unklar. Beim Landesbetrieb für Straßenbau und Verkehr wollte man sich zu dem Thema bisher nicht äußern.

 

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen