Ärger über Hunde auf der Insel : Umweltschützer klagen: Hundekotbeutel vermüllen Sylt

Überall auf der Insel gibt es Hundekottüten-Spender, aus denen sich die Hundebesitzer bedienen können.
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Überall auf der Insel gibt es Hundekottüten-Spender, aus denen sich die Hundebesitzer bedienen können.

Waldis Geschäft sorgt für Ärger: Hundebesitzer werfen gefüllte Hundekotbeutel in die Sylter Natur. Umweltschützer regt das auf.

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07. Juli 2015, 05:09 Uhr

Sylt ist ein beliebtes Reiseziel für Hundebesitzer. Doch wo viele Hunde sind, ist auch viel Hundekot – und der gehört in die Tüte. Für die meisten Hundebesitzer ist es selbstverständlich, die Hinterlassenschaften ihres Lieblings aufzusammeln und in Mülleimern zu entsorgen. Die dafür vorgesehenen Plastiktütchen gibt es seit vielen Jahren auf der Insel umsonst an zahlreichen Spendern, meist direkt neben Mülleimern.

Trotzdem landen immer häufiger die mit Hundekot gefüllten Tütchen in Rosenbüschen, der Heidelandschaft oder den Dünen und vermüllen – wenn sie nicht von freiwilligen Helfern weggeräumt werden – die Insel auf viele Jahre hin – der Zersetzungsprozess von so einer Plastiktüte dauert lange.

„Die Hundebesitzer müssen sich einfach an Regeln halten, wenn sie mit ihrem Tier Spazierengehen“, sagt Margit Ludwig von der Naturschutzgemeinschaft Sylt in Wenningstedt-Braderup. „Allerdings machen das viele nicht und werfen die Plastikbeutel, die auch mal 400 Jahre überdauern können, achtlos in die Natur.“

Sie und ihre Mitarbeiter sind regelmäßig unterwegs, um die unzähligen Hundekot-Tütchen aus ihren Schutzgebieten, der Braderuper Heide und dem Morsum-Kliff, einzusammeln. Ihr Ärger darüber ist groß: „Es kann nicht unsere Aufgabe sein, ständig die Tüten aus den Naturschutzgebieten herauszutragen“, sagt die Naturschützerin und findet klare Worte: „Die Spaziergänger müssen die Tüten einfach nur so lange tragen, bis der nächste Mülleimer da ist. Wenn ihnen das zu weit ist, hätten sie sich vielleicht einfach keinen Hund anschaffen sollen.“

Ludwig ist sich bewusst, dass es an manchen Ecken an Abfalleimern mangelt. Dass sei aber noch lange keine Einladung, den Müll einfach in der Natur abzuladen. „Zum einen sind in den Naturschutzgebieten gar keine Tonnen vorgesehen“, erklärt sie, „zum anderen dürfen wir auch nur dort welche aufstellen, wo sie auch von der gewerblichen Müllabfuhr entleert werden können. Und im Naturschutzgebiet sind Autos nicht gestattet.“

Auch Ruth Weirup kann über die Entsorgung der Plastiktüten in der Natur nur den Kopf schütteln. Die Leiterin des Umweltamtes der Gemeinde Sylt hat die Erfahrung gemacht, dass da, wo viele Menschen unterwegs sind, auch weniger Tüten in der Natur liegen. „Da herrscht ein sozialer Druck“, erklärt sie, „wenn sich die Leute beobachtet fühlen, tragen sie den Müll weiter bis zur nächsten Tonne. Wenn sie sich unbeobachtet fühlen, werfen sie ihn in die Natur.“

Dass die Hunde ihr Geschäft gleich in die Natur machen, ist laut Margit Ludwig allerdings auch keine Lösung. „Die Heide- hat, genauso wie die Dünenlandschaft, nährstoffarme Böden“, erklärt sie, „und diese Landschaften wollen keinen Dung, und das ist Hundekot ja zuletzt.“

Die fahrlässige Entsorgung der Plastiktüten in die Sylter Natur kann Konsequenzen haben: „Wird man dabei erwischt, ist das eine Ordnungswidrigkeit“, erklärt Gabriele Gotthardt vom Ordnungsamt der Gemeinde Sylt, „und so eine illegale Müllentsorgung hat dann auch ein Bußgeld zur Folge.“

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