Hilfe bei Trauer : Um den Schmerz teilen zu können

Gemeinsam für die gute Sache: Mit einem Blumenstrauß bedankten sich Annegret Hops, Ulrike Körbs und Margot Mehn (v.l.) bei Birgit Klein (2.v.r.).
Gemeinsam für die gute Sache: Mit einem Blumenstrauß bedankten sich Annegret Hops, Ulrike Körbs und Margot Mehn (v.l.) bei Birgit Klein (2.v.r.).

Beim Café für Trauernde können Hinterbliebene sich über ihren Kummer austauschen und im geschützten Raum Gehör finden.

Avatar_shz von
08. November 2013, 06:00 Uhr

Es sind die schwersten Stunden im Leben: Ein Mensch, der einem sehr nahe stand, ist tot. Das Leid freilich endet nicht mit der Beerdigung, denn die Trauer lebt weiter. Diesen Schmerz durch Zuhören und Reflektion zu teilen und Betroffene zu ermuntern, in den Alltag zurück zu finden, ist das Bestreben des Cafés für Trauernde, das seit April monatlich stattfindet.

Die tragenden Säulen sind drei engagierte Frauen: Ulrike Körbs, Margot Mehn und Annegret Hops vom Sylter Hospizverein verwirklichten die Idee, „die uns seit Jahren vorschwebte, zumal wir immer wieder entsprechende Anfragen von Betroffenen erhielten“.

Vierte im Bunde ist Birgit Klein: Die Inhaberin des Tinnumer Cafés Klein’er Kuhstall sagte sofort zu, als die Hospizbegleiterinnen anklopften: „Ich finde diese Initiative sehr gut und habe die Auswahl meines Cafés zugleich als sehr vertrauensvoll empfunden.“ So also stellt sich auch Birgit Klein in den Dienst der guten Sache, sorgt am eigentlichen Ruhetag für die Bewirtung der Besucher. Und diese nehmen das Angebot gerne an: „Zehn bis 18 Teilnehmer sind bei jedem Treffen dabei – einige kommen dauerhaft, andere unregelmäßig“, berichtet Margot Mehn, die eigens im Hamburger Institut für Trauerarbeit eine dreijährige Ausbildung zur Trauerbegleiterin für Kinder und Jugendliche absolvierte.

Das Café für Trauernde definiert sich als offener Treffpunkt frei von jeglichen Zwängen: „Jeder Besucher findet hier in einem geschützten Raum Gehör und Unterstützung“, erläutert Ulrike Körbs, die derzeit ebenfalls in Hamburg die Ausbildung zur Trauerbegleiterin für Erwachsene absolviert.

Der Partner ist verstorben, die Mutter oder der Vater, die Tochter oder der Sohn – bei einigen Besuchern sind die Narben noch ganz frisch, bei anderen liegt der Verlust bereits Jahre zurück. Und eben diese Konstellation ganz unterschiedlicher Trauerphasen ist zugleich sehr hilfreich: „Die Besucher stützen sich gegenseitig und geben Anregungen, wie man dem Gefängnis der Trauer langsam entrinnt“, hat Annegret Hops fest gestellt.

So schmerzlich der Anlass ist, der die Menschen im Café für Trauernde zusammen führt, so lastet hier doch nicht nur Schwermut auf den Schultern der Anwesenden: „Es werden auch schöne Erinnerungen an die Verstorbenen wach, es wird gelacht und es werden Bekanntschaften geschlossen“, berichtet Ulrike Körbs.

Nun steht erst einmal ein Ortswechsel bevor: Da der Klein’e Kuhstall bis März Winterpause macht, findet das Café für Trauernde in den kommenden Monaten in den Räumlichkeiten der M-T.-Buchholz-Stiftung in Braderup statt – das nächste Mal am 24. November von 15 bis 17 Uhr.

Bis dato unerfüllt bleibt ein großer Wunsch des Sylter Hospizvereins, in dem sich derzeit 18 ausgebildete Hospizbegleiter(innen) ehrenamtlich engagieren: Ein eigener Seminarraum. „Wenn sich ein Sylter finden würde, der uns eine entsprechende Räumlichkeit kostenlos stellen könnte, wäre das eine große Freude", erläutert Ulrike Körbs, die unter der Rufnummer 927480 erreichbar ist.

zur Startseite

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen