Winter auf Sylt : Um 4.30 Uhr war die Nacht vorbei

Bereit zum Einsatz: Mitarbeiter Sven Stoll auf einem der neun Einsatzfahrzeuge des Bauhofs der Gemeinde Sylt.
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Bereit zum Einsatz: Mitarbeiter Sven Stoll auf einem der neun Einsatzfahrzeuge des Bauhofs der Gemeinde Sylt.

Kurzzeitiger Schneefall sorgte für Winterdiensteinsatz des Bauhofs der Gemeinde Sylt / Für Gehwege sind die Bürger zuständig

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18. Januar 2018, 05:40 Uhr

Ein Anruf vom Bauhof – und schon rückten gestern Morgen auf der Insel zahlreiche Mitarbeiter der Gemeinden zum Räumdienst aus. Die Fahrzeuge des Westerländer Bauhofes starteten ab 4.30 Uhr, um die Straßen der Gemeinde von Schnee und Eis zu befreien. Zwei Stunden später machte sich auch die Handstreutruppe auf den Weg, damit Wege und Plätze der Gemeinde gefahrlos zu befahren und zu begehen sind. Das war der neunte Einsatz der Saison – wenig im Vergleich der letzten zehn Jahre.

Um die Landesstraße 24 und die Kreisstraßen auf Sylt kümmert sich der Winterdienst der Straßenmeisterei in Leck, der in Tinnum gegenüber von Aldi einen Stützpunkt hat. In der Halle am Königskamp lagern bis zu 400 Tonnen Streusalz, die auch für den Flughafen und den Westerländer Bauhof bereitstehen. Seit Mitte November ist der Vorrat mittlerweile auf die Hälfte geschrumpft. Die Sylter Gemeindestraßen sind Aufgabe der Bauhöfe der fünf Inselgemeinden.

Auf dem Westerländer Bauhof stehen neun Fahrzeuge vom großen Unimog bis zum kleinen Trecker für den Winterdienst bereit, erläutert Bauhofleiter Björn Christiansen. Alles, um der kommunalen Verpflichtung zur Verkehrssicherung nachzukommen. Die großen Streuwagen bringen eine Salzlösung auf den Straßen aus; die kleineren Fahrzeuge streuen ein Sand-Salz-Gemisch auf die Radwege, das eine stärker abstumpfende Wirkung hat.

Rund 400 Kilometer umfasst das Wegenetz der Gemeinde Sylt, das der Bauhof von Schnee und Eis befreien muss. Weil die 30 Winterdienstler des Bauhofes sich nicht gleichzeitig um alles kümmern können, sind die Straßen in drei Kategorien aufgeteilt. Die Hauptstraßen der Kategorie 1 wie der Bahnweg oder die Norderstraße werden als erstes geräumt und gestreut, dann folgen Kategorie 2 und 3. Hinzu kommen noch Wege und Plätze sowie die Fußgängerzonen in Westerland und Rantum. Zum Beispiel der Bahnhofsvorplatz in Westerland, der ZOB und der Platz vor dem Rathaus, die mit ihrem Pflaster aus Naturstein oder Klinkern schnell zur Rutschpartie werden können, warnt Christiansen.

Der Winterdienst umfasst den Zeitraum vom 15. November bis zum 31. März. Die Mitarbeiter wechseln sich bei der Rufbereitschaft ab. Ob es glatt ist oder geschneit hat, prüft allmorgendlich die Winterdienstkontrolle. Zwischen vier und fünf Uhr morgens fährt sie die wichtigsten Straßen zwischen Rantum im Süden, Morsum im Osten und Westerland im Westen ab und löst gegebenenfalls den Alarm aus. Das kann auch ein örtlich begrenzter Streueinsatz sein, wenn es etwa nur in Morsum leicht gefroren hat. Auf jeden Fall müssen die Hauptverkehrswege zwischen sieben und neun Uhr morgens befahrbar sein – das fordert die Straßenreinigungssatzung der Gemeinde Sylt, aber auch der Kommunale Schadensausgleich.

„Das befreit den Autofahrer aber nicht von seiner Eigenverantwortung“, stellt Christiansen klar. Verkehrsteilnehmer können sich also nicht darauf verlassen, dass ihr Weg im Winter frei von Schnee und Eis ist.

Schließlich sind auch noch die Anwohner zum Räumen und Streuen verpflichtet. Der Hinweis des Ordnungsamtes: „In der Zeit von 7 bis 20 Uhr haben Anlieger in der Gemeinde Sylt und dem Amt Landschaft Sylt die Gehwege vor ihren Grundstücken in einer Breite von 1,50 Metern, frei von Schnee und Eis zu halten.“ Sonntags muss der Gehweg morgens bis 9 Uhr geräumt sein. „Der Einsatz von Salz oder sonstigen auftauenden Stoffen ist auf besondere, klimatische Ausnahmefälle (zum Beispiel Eisregen) strikt zu begrenzen.“

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