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"Überflüssige Stunden im Stau" - vor der Hochbrücke steht der Verkehr wieder still

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Owschlag | Es ist fast überstanden - eine gute Gelegenheit, dem Ärger Luft zu machen. Es ist Sonnabend, kurz vor 14 Uhr. Bernhard Haase sitzt bereits knapp zehn Stunden hinter dem Steuer, als er auf den letzten Parkplatz vor der Rader Brücke abbiegt. Seine Frau führt erst einmal den Hund Gassi, die drei Kinder sind froh, sich wieder bewegen zu können. "Unmöglich, eine solche Baustelle mitten in der Ferienzeit einzurichten. Es kann doch nicht angehen, dass die vorher nichts von den Schäden gewusst haben." Die Familie wollte das Ferienhaus am Schönberger Strand eigentlich schon um 11 Uhr erreicht haben, kurz hinter dem Bordesholmer Dreieck aber steckte sie plötzlich im Stau. "20 Kilometer", stöhnt der Familienvater. "Als wir aus dem Radio und übers Navigationssystem gewarnt wurden, war es schon zu spät. Schlechte Information", sagt der Mann, als er hört, dass er sich den gesamten Stau erspart hätte, wenn er schon am Bordesholmer Kreuz Richtung Kiel gefahren wäre. Warum gibt es dafür eigentlich keine vernünftigen Hinweisschilder? Das waren überflüssige Stunden im Stau."

Nicht nur die Familie aus dem Sauerland wurde am Wochenende wieder auf eine harte Geduldsprobe gestellt. Gleich auf mehreren Autobahnen kam es zu kilometerlangen Staus, vielerorts ging es lange nur im Schritttempo voran. Grund für das hohe Verkehrsaufkommen: Gleich in vier Bundesländern enden am Wochenende die Schulferien, zudem beginnen etliche Reisende ihren Sommerurlaub an den Küsten Norddeutschlands und Dänemarks. Die hohen Temperaturen ließen die Reisenden zusätzlich leiden. Vor allem auf der A 7 bei Rendsburg mussten sich die Autofahrer den ganzen Tag über in Geduld üben. Bernhard Haase und seine seine Familie können ein Lied davon singen.

Während sie eine kurze Pause im Abgasgestank einlegen, wälzt sich wenige Meter entfernt der Verkehr im Schritttempo Richtung Brücke. Familienkutschen aus Nordrhein-Westfalen mit Fahrrädern auf dem Dach, Dänen auf der Rückreise, Holländer, Franzosen, sogar Schweizer - nur einheimische Kennzeichen sind selten. In Richtung Norden stauten sich die Fahrzeuge nach Polizeiangaben im Tagesverlauf auf bis zu 18 Kilometer Länge.

Bis zur Brücke sind es für die Haases nur noch wenige hundert Meter - und schon oben herrscht freie Fahrt. Dabei ist die Fahrbahn in Richtung Süden verstopft. Zehn Kilometer bis zur Anschlussstelle Owschlag. "Das baut sich ab 10 Uhr immer weiter auf", sagt der große Mann mit der Roten Weste, der auf der Raststätte Hüttener Berge Chaos an den Zapfsäulen verhindern soll. Seine Beobachtung: "Die haben alle schlechte Laune. Aber das ist ja auch kein Wunder nach dem Stau." Auch gestern kam es wieder zu einem an der Rader Hochbrücke. In Richtung Norden hätten die Fahrzeuge zwischenzeitlich eine sieben Kilometer lange Schlange gebildet, wie die Polizei mitteilte. "Die Lage ist heute aber vergleichsweise entspannt. Auch auf den Ausweichstrecken gibt es keine größeren Behinderungen", sagte ein Polizeisprecher. Bernhard Haase ist das egal. Er dürfte sein Ziel mittlerweile erreicht haben.

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erstellt am 05.Aug.2013 | 09:25 Uhr

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