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Sterne des Sports auf Sylt : TSV Westerland erhält den "Großen Stern des Sports in Bronze"

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Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

Am vergangenen Dienstag wurde in Keitum das ehrenamtliche Engagement von Sylter Vereinen ausgezeichnet.

shz.de von
erstellt am 17.Sep.2015 | 05:30 Uhr

„Mit der Verleihung der Sterne des Sports möchten wir auf lokaler Ebene insbesondere das ehrenamtliche Engagement von Sylter Vereinen würdigen. Viel zu selten erfahren die mitwirkenden Personen eine Wertschätzung und gleichzeitig ist vielen Bürgern dieses herausragende Angebot der ortsansässigen Vereine nicht bekannt“, so Michael Pietyra, Vorstand der Sylter Bank. Anlass für seine lobenden Worte war die Verleihung der Sterne des Sports, die Dienstagabend im Schalterraum der Sylter Bank stattfand.

 Geladenen waren Vertreter der  drei Vereine, die von einer Jury als Kandidaten für den „Großen Stern des Sports in Bronze“ ausgewählt worden waren. Der damit ausgezeichnete Verein nimmt dann an dem Landeswettbewerb teil, bei dem die Auszeichnung Großer Stern des Sports in Silber ausgelobt wird. An der letzten, bundesweiten Runde, bei der es dann um den Großen Stern des Sports in Gold geht, nehmen alle Landessieger teil. Die drei Sylter Vereine, die für den „Großen Stern des Sports in Bronze“ nominiert worden waren, sind in gewisser Weise alle Gewinner, die mit Urkunde und einem Preisgeld (1500/1000/500 Euro)  für ihre Arbeit geehrt wurden.  Pietyra betonte in seiner Ansprache, dass bei  diesem Wettbewerb „keine sportlichen Höchstleistungen gewürdigt werden sollen, sondern die tagtägliche Vereinsarbeit in gemeinnützigen, lokalen Sportangeboten zum Wohl eines jeden Vereinsmitgliedes.“

Platz 1: Integrationsfußball beim TSV Westerland

„Sport für alle“ heißt die Devise beim TSV-Westerland. In der Fußballmannschaft FC United trainieren seit  rund einem  Jahr Asylbewerber, die in den Unterkünften in Westerland, Tinnum und Keitum wohnen. Sie  sollen über den Fußballsport auf Sylt in die Gesellschaft integriert werden. In der kommenden Saison geht die dritte Mannschaft des Insel-Vereins erstmals in der Kreisliga an den Start.  „Der Vorstand des TSV ist froh und stolz, einen kleinen Teil beitragen zu können, den Flüchtlingen, Asylbewerbern und Migranten auf Sylt beim Start in ihr neues Leben zu helfen“, sagt Stefan Reimers, Geschäftsführer des  TSV Westerland. Die ehrenamtliche Arbeit sehe der Verein schon lange als eine besonders große soziale Aufgabe.

Trainiert wird zweimal pro Woche auf dem Sportplatz und  in der Halle am Fliegerhorst – unter der Leitung  des  ehemaligen iranischen Nationalspielers Farshad Veladi. Das erste Training fand (mit Unterstützung der Sylter Integrationshilfe) im August 2015 statt. Damals noch mit 15 Spielern – heute sind bereits 25. „Wir haben sogar unerwartet Zulauf aus Niebüll erfahren und brauchen langsam noch mehr Trainer“, sagt Reimers.

Initiiert und organisiert wird das Projekt von Bernd Frühling, der sich auf der Insel für die Flüchtlinge einsetzt. Außerdem beteiligt ist das  Team Sylt, das  dem internationalen neuen Team das „Fußball Know-how“ vermittelt. Ziel ist es, dass die Spieler sich kennenlernen, austauschen und demnächst an den offiziellen Punktspielen teilnehmen können.

Durch die hohe Fluktuation bei den Asylbewerbern falle ein sehr großer ehrenamtlicher Personalaufwand an, teilt der  TSV Westerland mit. Bisher werden die Kosten für das Equipment, die Gebühren, Treffen, Lehrgänge sowie die Fahrtkosten für die Spieler des FC United aus Spenden finanziert. Die Asylbewerber-Mitglieder spielen zu Sonderkonditionen im Verein: Sie zahlen nur zehn statt 15 Euro, außerdem entfällt die Aufnahmegebühr. Neben Fußball können sie auch die anderen Sportangebote im Verein nutzen.

Das Angebot würden die Spieler des internationalen Teams mit Begeisterung nutzen: „Der Fußballplatz ist ein besonderer Ort“, sagt Reimers. Hier könnten sich alle in Freundschaft begegnen und weder Glaube noch Hautfarbe  und auch die Nationalität oder Sprache spielen eine Rolle. Das gemeinsame Spiel verbinde junge Menschen: „Hier auf Sylt wird sie gelebt, die vielbeschworene Integration“, schreibt der Vorstand des Vereins.

Platz 2: Platz 2: Eltern-Kind-Turnen beim  Norddörfer SC

„Angefangen hat alles vor fast acht Jahren“ erzählt Sabine Hansen, „damals bin ich  auf die Insel gezogen und habe mit meinen beiden Söhnen nach einem Eltern-Kind-Turnen gesucht.“ Von der Kurs-Teilnehmerin wurde die studierte Sport-Lehrerin dann schnell zur Kurs-Leiterin. Heute kommen zu dem festen Termin am Donnerstags von 16.30 Uhr bis 17.30 Uhr manchmal bis zu 25 Kinder und hüpfen, springen und tanzen durch die Turnhalle des Norddörfer SC. „Wir haben manchmal schon wirklich volles Haus mit vielen Kindern, Müttern, Vätern, Omas, Opas und anderer Verwandtschaft“, freut sich Hansen. Auch ihr jüngster Sohn, der gerade zwei Wochen war, als sie    mit der Kursleitung begann, kommt mit seinen sieben Jahren noch mit in die Turnhalle. Allerdings ist er jetzt schon der Älteste. „Meistens sind die Kinder, wenn sie zum ersten Mal kommen, um ein Jahr alt.“

Für den Termin wird wöchentlich eine große Bewegungslandschaft aufgebaut: eine Reckstange, Möglichkeiten zum Balancieren und Hochklettern,  Ringe  und  Bälle gehören in jedes Mutter-Kind-Turnen von Sabine Hansen. „Und natürlich die Kindermusik“, erzählt sie,  „damit steht und fällt die ganze Veranstaltung“. Sie habe bereits einmal versucht, die CD zu wechseln, aber da stoße sie auf den Widerwillen der Kinder. „Die Kleinen wollen natürlich immer die gleichen Lieder hören, vor allem ‚1-2-3 im Sauseschritt‘ - das läuft seit sieben Jahren jeden Donnerstag. Wenn ich da mal aus Versehen die CD vergesse, gucke ich  in viele traurige Gesichter.“  Das muss sie aber zum Glück  selten. „Wir lassen den Kindern eigentlich immer alle Freiheiten. Zur laufenden Musik können sie klettern, springen, balancieren, sind die ganze Zeit beschäftigt und haben eine Menge Spaß.“

Am Ende gibt es dann noch das Abschiedsritual: „Alle Kinder setzen sich dann auf den Mattenwagen und  wir singen ‚Alle Leut geh’n jetzt nach Haus‘ bevor wir in die Umkleidekabine gehen.“

Platz 3: Kinder-und Jugendarbeit vom Surf Club Sylt

Seit rund sieben Jahren engagiert sich der gemeinnützige Surf Club Sylt für Kinder und Jugendliche auf der Insel. Sie organisieren ehrenamtlich Jugendfahrten, Trainingslager und wollen die  jungen Wellenreitern für  den Schutz der Meere sensibilisieren.

„Wir sehen es als unsere Aufgabe, die Kinder und Jugendlichen zu unterstützen und zu fördern, sei es in sportlicher als auch in mentaler Hinsicht“, sagt Markus Mager (46), Präsident des Clubs.  Außerdem sei es Aufgabe des Vereins, die Tradition des Wellenreitens auf der  Insel zu pflegen.  Das gewonnene Preisgeld (500 Euro) will der Surf Club für das  neue Clubhaus  am Brandenburger Strand nutzen, dessen Grundstein im Oktober gelegt wird. Damit solle eine zentrale Anlaufstelle für die Kinder geschaffen werden, so der Vorstand.

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