Sylter Vereine : TSV-Pläne: Haus des Sports am Sjipwai

Peter Schnittgard (70) aus Westerland: 'Ich  könnte mir vorstellen, dass  irgendwann die Elektronik einzieht: Dann sind in den Lanzen Chips und die Ergebnisse werden auf eine Anzeigetafel übertragen. Weil die Leute durch das viele vor dem Computer Sitzen nicht mehr so gut  sehen und zielen können, zählt es dann vielleicht schon, wenn sie knapp vorbei gestochen haben.'
Peter Schnittgard (70) aus Westerland: "Ich könnte mir vorstellen, dass irgendwann die Elektronik einzieht: Dann sind in den Lanzen Chips und die Ergebnisse werden auf eine Anzeigetafel übertragen. Weil die Leute durch das viele vor dem Computer Sitzen nicht mehr so gut sehen und zielen können, zählt es dann vielleicht schon, wenn sie knapp vorbei gestochen haben."

Vorstandschef Peter Schnittgard träumt von gemeinsamer Geschäftsstelle für alle Sylter Vereine - Gelände in Tinnum soll überplant werden

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20. Mai 2011, 07:39 Uhr

tinnum | 40 ganz doll exklusive Zweitwohnsitze wären auf dem Grundstück gar kein Problem. Egal ob Doppel- oder Einzelhäuser, unabhängig davon, wie handtuchschmal die Gärten drum herum wären und wie nah der Flugplatz mit seinem Lärm und Kerosinwolken ist - sollte sich die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (Bima) von dem Sportgelände des TSV Westerland am Tinnumer Sjipwai trennen wollen, die Interessenten stünden Schlange.

Um genau das zu verhindern, hat Sylts größter Sportverein (1873 Mitglieder, knapp 900 Kinder und Jugendliche) die Gemeinde gebeten, das gut 20 000 Quadratmeter große Areal zu überplanen. Peter Schnittgard, in Personalunion 1. Vorsitzender des TSV und Leiter des vorgestern tagenden Schule-, Jugend-, Sport- und Kulturausschusses, erklärt: "Wir wünschen uns einen Bebauungsplan, der eine Nutzung für Sport und Freizeit vorschreibt und Ferienappartements ausschließt."

Eine Bitte, die im Ausschuss einstimmig begrüßt wurde, denn, so sagte beispielsweise Andreas Eck (SSW): "Diese Festschreibung ist der beste Schutz vor Zweitwohnungen, den wir haben."

Und wenn der auch durch die Zustimmung von Bauausschuss sowie Gemeindevertretung gewährleistet und das Gelände möglichst in den Besitz von Verein und/oder Gemeinde übergangenen ist, könnten für die Sportler weitere Verbesserungen vorgenommen werden. Welche das sind, erklärte Schnittgard gestern in einem Gespräch mit unserer Zeitung: "Natürlich würden wir das Vereinsheim, diese Uralt-Baracke aus den 30er Jahren, am liebsten abreißen und ein richtiges Haus des Sportes bauen. Da könnte eine gemeinsame Geschäftsstelle für alle interessierten Sylter Vereine einziehen, man könnte Begegnungs- und Seminarräume darin unterbringen..." Kurz gesagt, der Traum ist es, eine Anlaufstelle für die Aktiven (von freier Jugendarbeit bis Sport) der Insel zu schaffen. Aber all das macht natürlich nur Sinn, wenn das Gelände im Besitz der Sylter ist.

Bei der Bima hat Schnittgard in seiner Rolle als Vereinsvorstand diesen Wunsch schon angemeldet. Er erklärt: "Bei einer Nutzung für Sport und Freizeit wäre der Verkaufspreis natürlich deutlich niedriger, als bei Wohnungsbau. Auch wenn wir eigentlich kein Geld haben, wäre es eine Summe, die wir auch durch Zuschüsse von Landes- und Dachverbänden gestemmt bekommen müssten." Schließlich sei das Gelände eine der letzten, wenn nicht die letzte Fläche, auf der so ein Treffpunkt noch möglich sei.

Damit tritt er im Ausschuss (Schnittgard nahm wegen Befangenheit zwar nicht an der Beratung teil, informierte sich aber natürlich über die Diskussion) laut gewordenen Überlegungen entgegen, dass sich die Fläche auch für den Bau von Dauerwohnraum eigenen würde. Schnittgard: "Vom Bastianplatz bis zu einem Grundstück hinter unserem Vereinsgelände gibt es dafür genug Flächen. Politik und Verwaltung müssen nur endlich in die Puschen kommen."

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