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Naturschutz : Trinkwasser wird zum Thema im Wahlkampf

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Die Sölring Foriining hatte es bei ihrem Neujahrsempfang angekündigt und die Grünen haben als erste Partei darauf reagiert: Das Sylter Trinkwasser wird zum Wahlkampfthema. Mit einer "Kleinen Anfrage" an die Landesregierung wollen die Grünen Antwort auf die Frage erhalten, ob das Trinkwasser unter dem Flughafen gefährdet oder gar bereits belastet ist.

Sylt | Mit den Worten, "wir sind gespannt, was die Parteien zum Thema Trinkwasser sagen werden", erklärte Claas-Erik Johannsen die von der EVS geplante Wasserförderung im Listland beim Neujahrsempfang der Sölring Foriining vor zehn Tagen zum Wahlkampfthema. Der stellvertretende Vorsitzende betonte, dass die potenzielle Gefährdung des Trinkwassers wie auch die Auswirkungen einer Förderung im Naturschutzgebiet eines der zentralen Themen des Heimatvereins in diesem Jahr sein werden.
Grüne nehmen sich des Themas an

Nachdem sich die Sölring Foriining gemeinsam mit der Naturschutzgemeinschaft Sylt bereits sehr kritisch mit dem Vorhaben der Energieversorgung Sylt auseinander gesetzt hat (wir berichteten), haben sich nun als erste der angesprochenen Parteien die Grünen das Thema für die Kommunalwahl der neuen Gemeinde Sylt (29. März) auf die Fahne geschrieben. Sie greifen dabei die Begründung der EVS für die geplante Förderung von bis zu 1,2 Millionen Kubikmeter Trinkwasser pro Jahr aus dem Listland auf.

Darin ist von einer potenziellen Gefährdung des bislang hauptsächlich im Bereich des Flughafens geförderten Wassers durch Pflanzenschutzmittel, Bundeswehr-Altlasten und den Flugbetrieb die Rede. Die daraus resultierende Sorge vieler Insulaner sowie die "vielen ungeklärten Fragen", haben die Grünen dazu veranlasst, mit ihrer Landtagsfraktion eine "Kleine Anfrage" an die Landesregierung vorzubereiten.
"Keine Kompromisse beim Trinkwasser"

Sie wollen Antworten auf die Frage, ob das Trinkwasser in der Inselmitte gefährdet oder womöglich bereits durch Schadstoffe belastet ist. In einer Pressemitteilung machen die Sylter Grünen deutlich, dass es aus ihrer Sicht beim Trinkwasser keine Kompromisse geben dürfe, von denen Sylt in den letzten Jahrzehnten im Naturschutz genug hatte. "Wenn nun auch noch eine wesentliche Lebensgrundlage gefährdet wird, nämlich unser Trinkwasser, dann muss Alarm geschlagen werden."

Aus dem gleichen Grund hat die Naturschutzgemeinschaft Sylt (NSG) die Wasserbehörde des Kreises zu einem "verantwortungsvollen Umgang mit dem Bodenschatz Trinkwasser" sowie dem Schutz vor dessen Gefährdungen aufgefordert. In einem Schreiben an den Kreis lehnt die NSG nicht nur eine Ausweitung der Trinkwassergewinnung in List wegen der absehbaren Absenkung des Grundwasserspiegels als "unverantwortlich" ab, sondern fordert detaillierte Daten zur bisherigen Belastung und potenziellen Gefährdung des Trinkwassers in der Inselmitte.
Szenario: Schließung des Flughafens

Statt die Förderung in einen hoch sensiblen Naturschutzbereich zu verlagern, müsse es um eine generelle Sicherung gehen. Die NSG regt an, dazu auch "mögliche Szenarien" zu erörtern. Dazu gehört neben einer Schließung des Flughafens und der Sanierung aller bekannten Altlasten unter anderem auch die Festlegung einer Belastungsgrenze für Besucherzahlen und Wasserverbrauch der Insel sowie die Verhinderung jeglicher Folgenutzungen des ehemaligen Fliegerhorstes.

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erstellt am 20.Jan.2009 | 07:03 Uhr

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