Sylter Strandgut : Trickser, Retter und Riesen

Michael Stitz, Chefredakteur  sh:z Medienhaus Sylt
Michael Stitz, Chefredakteur sh:z Medienhaus Sylt

In der Kolumne Strandgut macht sich Michael Stitz Gedanken zu Schiffsfonds und anderen guten und schlechten Ideen.

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22. März 2014, 15:00 Uhr

Sylt ist für viele Menschen ein Sehnsuchtsziel. Und das ist gut so! Jetzt müssen wir aber erkennen, dass manche bei Sylt nicht an Natur, Genuss und Entspannung denken, sondern an üble Trickserei. So etwas wird hier gar nicht gern gesehen! Nur manche üble Machenschaft kommt erst spät ans Sylter Tageslicht. Wer konnte schon ahnen, dass sich seit einigen Monaten hier geradezu massenhaft von Pleite bedrohte Unternehmungen niederlassen? Die Rede ist von den einst begehrten und lukrativen Schiffsfonds. Früher ließ sich damit gutes Geld machen, heute sind viele nur noch ein Fall für den Insolvenzverwalter. Und den würde man sich gern selbst aussuchen, oder zumindest auf seine vom Gericht veranlasste Wahl Einfluss nehmen, damit die Dinge so laufen, wie es passt.

Das vermutet jedenfalls die Wirtschaftszeitung „Capital“ mit Blick auf das Sylter Ansiedlungsphänomen von Schiffsfonds und schreibt auch warum: „Für Sylt ist das Amtsgericht Niebüll zuständig. Seit Januar 2013 wurden dort 38 Verfahren zu Schiffsinsolvenzen angemeldet, immer wurden erst zuvor die Gesellschaften nach Westerland verlegt. Und: In allen Fällen bestellte das Gericht denselben Verwalter: einen Hamburger Anwalt.“

Sylt kann also gar nichts dafür! Man fragt sich nur, warum sich die Fonds nicht gleich in Niebüll anmelden? Vielleicht weil man noch mal auf nobel machen will? Das geht mit einer Sylter Adresse halt besser als mit einer Niebüller - ist aber nur so eine Idee...

Die fehlt einem völlig, wenn man versucht, die Frage zu beantworten, warum sich Leute streiten, die vorgeben, eigentlich ein gemeinsames Interesse zu haben: in Not geratene Menschen zu retten. Wenn man schon keine Idee hat, warum es diesen Konflikt gibt, könnte die Stunde von Politik und Verwaltung gekommen sein, ihn endgültig beizulegen. Am besten mit klaren Positionen und belastbaren Beschlüssen. Ist aber auch nur so eine Idee.

Die braucht es jetzt ja auch für die ebenso geliebten wie gehassten „Reisenden Riesen“ auf dem Westerländer Bahnhofsplatz. Angeblich brauchen die Giftgrünen nach knapp 13 stürmischen Jahren an der frischen Bahnhofsluft einen neuen Anstrich. Und der kostet einiges. Eine prima Gelegenheit, die Monster-Family einfach verrotten zu lassen - denken und sagen manche. Ist aber keine so gute Idee. Worüber sollten man sich dann aufregen? Und ist doch besser, wenn man bei Sylt an Riesen denkt und nicht an Zwerge.

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