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Amrum, Föhr, Sylt : Tri-Islands-Triathlon: Jonas Schomburg gewinnt

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Die Sportler schwimmen von Amrum nach Föhr, fahren dort 40 Kilometer Rad und laufen zum Abschluss 10 Kilometer auf Sylt.

shz.de von
erstellt am 16.Aug.2015 | 19:43 Uhr

Drei Inseln, drei Disziplinen und exakt 338 Teilnehmer: Sonntag fand zum ersten Mal der Red Bull Tri Islands Triathlon auf Amrum, Föhr und Sylt statt. Jonas Schomburg kam nach 3 Stunden und 26 Sekunden als Erster in Ziel.

Unsere Reporter sind vor Ort und berichten von allen Stationen – eine Chronologie der Ereignisse.

Amrum: der Schwimmstart - von Thomas Chrobok

Zum Glück ist das Wetter  drei Stunden vor dem Start besser geworden – mittlerweile sieht man sogar das Ziel der etwa zwei Kilometer langen Schwimmstrecke auf der Nachbarinsel Föhr. Nicht zu unterschätzen ist allerdings die Gezeitenströmung zwischen den Inseln. „Bis zu dreieinhalb Kilometer können einige Schwimmer schon auf der in Luftlinie 1,9 Kilometer langen Strecke unterwegs sein, wenn sie durch die Strömung versetzt werden“ schätzt Thomas Behrens vom Veranstalter. „Die Teilnehmer müssen zügig schwimmen und Rad fahren, sonst wird es mit dem Transfer nach Sylt eng. Wenn Ebbe ist, fährt kein Boot mehr zur Laufstrecke in Hörnum.“

Zuversichtlich zeigen sich die per Shuttlebus vom Wittdüner Fähranleger eingetroffenen  Sportler: „Die Nordsee ist eine nicht alltägliche Herausforderung“ zeigt sich Michael aus Hamm realistisch zu seinen Siegchancen, „aber auf drei Nordseeinseln an einem Tag sein zu können ist ein toller Ansporn“ fügt Freundin Bettina hinzu. Auf Sylt ankommen wollen auch Tom und Norman, schließlich möchten sie den Abend auf ihrer Heimatinsel Sylt verbringen. „Die Strömung ist nicht ohne zwischen den Inseln, aber das ist vielleicht unser kleiner Heimvorteil, da wir das kennen“, überlegt Tom. Aber egal warum man letztendlich nicht gewinnt; die Teilnahme an dieser ungewöhnlichen Veranstaltung ist bei den meisten Teilnehmern der Hauptantrieb, wie viele bestätigen.

Die Sportler des Teams Trias-Hamm.

Die Sportler des Teams Trias-Hamm.

Foto: Thomas Chrobock
 

Um 14 Uhr ist es dann soweit, die Starter können mit der Schwimmstrecke beginnen. Dies ist allerdings im seichten Wasser an der Ostseite der Amrumer Odde nicht so einfach. Schlechte Sicht und in der Richtung uneinige Lotsenboote erschweren die Bedingungen für die Teilnehmer.

Von Amrum auf schwimmen die Triathleten nach Föhr (blaue Linie). Auf Amrum fahren sie Fahrrad (rote Linie), ehe sie per Fähre nach Sylt übersetzen und dort laufen.

Von Amrum auf schwimmen die Triathleten nach Föhr (blaue Linie). Auf Amrum fahren sie Fahrrad (rote Linie), ehe sie per Fähre nach Sylt übersetzen und dort laufen.

Föhr: auf die Räder - von Erk Roeloffs

„Papa, Papa, ich kann die ersten Schwimmer schon sehen!“, schreit der kleine Johannes aus Hamburg, der am Utersumer Strand auf den Schultern seines Vaters sitzt. Wie viele andere fiebert er der Ankunft der auf Amrum gestarteten Triathleten am Föhrer Strand entgegen. Dabei wird das Feld weit auseinander gezogen und verlagert sich in Richtung Deich. „Det hed ik mi al toocht“ (Das hatte ich mir schon gedacht), meint ein Einheimischer, denn die Athleten haben sichtlich mit der starken Strömung des auflaufenden Wassers zu kämpfen. Doch jeder Ankömmling wird vom Publikum mit Applaus begrüßt und angefeuert, bevor es aufs Rad geht. Die Sportler werden an ihre Räder geleitet und auf die 40 Kilometer lange Radstrecke geschickt. Die begeisterten Zuschauer zollen den Athleten Respekt und spenden viel Applaus. Den bekommen auch die zahlreichen Helfer von DLRG, THW und Feuerwehr, die alle Hände voll zu tun haben. Fürsorglich kümmern sie sich um die Teilnehmer und verweisen die  Zuschauer mit Fingerspitzengefühl in ihre Bereiche.

Zurück in der Wechselzone gibt es  ein kleines Lunchpaket für die Überfahrt per Schlauchboot nach Sylt. Einmalig bei einem Triathlon: Einige Sportler geben nach der Radankunft sogar ein kurzes Interview, solange sie sicher sind, im ersten Boot zu sitzen. Jeweils zu zwölft geht es nun auf die dritte Insel.

Während die ersten Triathleten bereits auf Sylt laufen, kommen andere auf Booten (im Hintergrund) noch in Hörnum an.

Während die ersten Triathleten bereits auf Sylt laufen, kommen andere auf Booten (im Hintergrund) noch in Hörnum an.

Foto: Syltpicture
 

Sylt: das Laufziel - von Bruno Pischel

Nicht alle Teilnehmer schaffen es nach Sylt; die Schnellboote fahren aus gezeitentechnischen Gründen nur bis 16.50 Uhr ab Föhr. Wer bis dahin nicht mit dem Rad eingetrudelt ist, guckt in die Röhre. Die Athleten kommen im Yachthafen von Hörnum  an, werden mit frenetischem Applaus von ein paar Hundert Zuschauern gefeiert.  Hier beginnt erneut die Zeitmessung, die  während der Bootsfahrt angehalten wurde. Die 10,9 Kilometer lange Strecke bis zur Höhe vom Parkplatz K4 und zurück zum Hörnumer Oststrand ist tückisch, da die Läufer einige Kilometer durch den Sand laufen müssen – eine Tortur wie viele der „Finisher“ nach dem Zieleinlauf berichten. Als erster läuft Jonas Schomburg aus Hannover mit einer Gesamtzeit von 3:00:26 durchs Ziel. „Schwimmen war schwierig aufgrund der schlechten Sichtverhältnisse, Radfahren anstrengend durch den Gegenwind. Glücklicherweise konnten wir uns auf dem Boot ausruhen. Das war mal was Neues und hat super viel Spaß gemacht.“ Erste bei den Frauen wird Hanna-Kristina Winckler in 3:21:08. „Die Bootsfahrt war unglaublich, wir sind gefühlt über Drei-Meter-Wellen gesprungen. Total ungewöhnlich, verrückt, es hat sich wirklich gelohnt, hier teilzunehmen“, sagt die erschöpfte, aber überglückliche Siegerin der Damen.  So lautet auch das Feedback der meisten Teilnehmer, die beim nächsten Tri Islands Triathlon unbedingt wieder dabei sein wollen.

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