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Immobilien auf Sylt : Trendwende auf dem Immobilienmarkt?

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Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

Der Sylter Immobilienmarkt floriert nicht mehr so wie vor einigen Jahren. Die Ansprüche der Interessenten von Luxus-Immobilien sind hoch und generell sinkt die Nachfrage.

shz.de von
erstellt am 03.Apr.2014 | 06:00 Uhr

„Das Jahr 2014 könnte für den Sylter Immobilienmarkt ein ganz besonderes werden“, schreibt das Immobilienunternehmen Dahler & Company in einer aktuellen Pressemitteilung und erwähnt zunächst erfreuliche Zahlen. Denn für Tom Kirst, der in Kampen das Sylter Büro von Dahler & Company betreibt, bestimmt ein positiver Trend das erste Quartal des neuen Jahres. „Bereits im Januar, Februar und März liegt die Immobiliennachfrage deutlich höher als im Vorjahreszeitraum“, freut sich Kirst, um zugleich festzustellen, dass auch deutliche Veränderungen zu beobachten sind. Denn trotz der Nachfrage „sinkt die Verweildauer mancher Immobilien auf dem Markt nur bedingt. Ein Generationswechsel unter den Käufern und die Relevanz von Modernisierungen“, sind für Kirst einflussreiche Themen für den Sylter Immobilienmarkt.

Holger Carstens vom Immobilienbüro Densch & Schmidt in Westerland kann die erhöhte Nachfrage für Sylter Immobilien nicht bestätigten. Im Gegenteil. „Der Markt hat sich im Vergleich zu den Vorjahren beruhigt und das heißt, die Nachfrage ist eher rückläufig. Wenn man will, kann man auch sagen, der Markt hat sich normalisiert“. Carstens, der das Immobiliengeschäft auf der Insel aus langjähriger Erfahrung sehr gut kennt, sieht tief greifende Veränderungen auf den Handel mit Sylter Immobilien zukommen. Danach werden vor allem nicht modernisierte, veraltete Häuser und Wohnungen nur sehr schwer Käufer finden.

Diesen Trend bestätigt auch Dahler & Company. „Im Segment der älteren Baujahre der 1970er und 1980er, haben sich die Gebäudewerte beruhigt. Sobald das Preisniveau unrealistisch hoch ist oder die Bebauungsmöglichkeiten gemäß der Bebauungspläne stark reglementiert sind, ist die Resonanz verhalten“, heißt es in der Pressemitteilung des Immobilienbüros. „Bei vielen Besitzern solcher Immobilien fehlt aber noch die Einsicht in diese Erkenntnis. Sie glauben immer noch, dass es reicht, wenn ein Objekt auf Sylt steht. Die Zeiten sind aber wohl endgültig vorbei“, ist Holger Carstens überzeugt. Die mangelnde Einsicht in diese Entwicklung ist seiner Meinung nach auch der durch die Medien veröffentlichten Meinung geschuldet, die immer noch einen boomenden Sylter Immobilienmarkt suggerieren würden, auf dem sich scheinbar alles verkaufen lässt – und das zu Höchstpreisen. „Selbst auf Sylt, wo die Nachfrage kein Ende zu haben scheint, sind Objekte in schlechtem Zustand kein Verkaufsschlager“, sagt auch Tom Kirst.

Doch nicht nur für überalterte Objekte ist es schwer geworden, Käufer zu finden, das betrifft auch das Luxussegment: „Ab zwei Millionen Euro ist aktuell eine längere Vermarktungszeit der Immobilien zu verspüren. Die Klientel, die gewillt ist, diese Summen zu investieren, hat hohe Ansprüche“, heißt es bei Dahler & Company. Holger Carstens sieht diese Entwicklung schon bei einem Preis ab einer Million Euro. Als Problem beschreibt der Immobilienfachmann auch „rückläufige Renditen, die manche Käufer hinnehmen müssen, weil sie einen zu hohen Kaufpreis für ein Objekt bezahlt haben, das sich in der Ferienvermietung dann nicht entsprechend vermarkten lässt.“

Zu beobachten ist nach Auskunft der Makler auch eine Zunahme an Objekten, die durch den Generationswechsel auf den Markt kommen. „Das ehemalige Feriendomizil der Familie wird den Anforderungen der erwachsenen Kinder mit ihren Angehörigen oftmals nicht mehr gerecht. Diese jüngeren Kunden investieren stattdessen die Verkaufserlöse der ehemaligen Domizile in eine eigene Immobilie“, so Kirst. Als wichtiges Kriterium für einen reibungslosen Verkauf von Immobilien auf Sylt sieht der Makler die Modernisierungen. „Insbesondere bei Neubauten, die mit einer guten Infrastruktur locken und im Ortskern gelegen sind, lassen sich positive Preisentwicklungen verzeichnen“, heißt es bei Dahler & Company. Sehr kritisch sieht man dort solche Objekte, die nicht optimal gelegen und ausgestattet sind. „Es ist eine Herausforderung, dann einen Käufer zu finden, der gegebenenfalls gewillt ist, Kompromisse einzugehen. Deshalb kann es schon mal ein bis zwei Saisons dauern, eine besondere Immobilie, die aber nicht alle Kriterien erfüllt, zu verkaufen“, weiß Tom Kirst. Sylt bleibt für ihn dennoch ein besonderer Markt, „wo sich fast alle zehn Jahre die Preise verdoppeln und der im Vergleich zum Rest der Bundesrepublik nach seinen eigenen Regeln spielt.“

Holger Carstens glaubt nicht, dass sich die Preise für Sylter Immobilien weiter hin jede Dekade verdoppeln. Der Markt wird sich nach seiner Einschätzung nur bewegen und beleben lassen, „wenn die Preise realistischer werden und das heißt auch, das in bestimmten Fällen Korrekturen nach unten zugelassen werden müssen.“

 

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