Traurige Gewissheit in Leck : Traurige Gewissheit: 67-Jährige ist tot

Der Fundort der Leiche.  Foto: Karin Johannsen
Der Fundort der Leiche. Foto: Karin Johannsen

Über vier Wochen war sie vermisst, am Dienstag ist die Leiche der 67-Jährigen auf einem Gartengrundstück in Leck gefunden worden.

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19. Januar 2011, 12:09 Uhr

Leck | Mit einem Großaufgebot suchte die Polizei über Wochen nach ihr, Dienstagmorgen ist sie nun tot aufgefunden worden: Die Leiche der seit dem 13. Dezember vermissten Rentnerin Petra Stehr ist Mitten in Leck, auf einem großen Gartengrundstück in der Bahnhofstraße, von einer Anwohnerin entdeckt worden.
"Ich war so geschockt."
Die Besitzerin des Grundstücks fuhr ihr Auto aus der Garage und wendete es. Dabei fiel ihr ein hellblauer Gegenstand zwischen dem Garagengebäude und einem Komposthaufen auf, dem die Leckerin jedoch vorerst keine weitere Beachtung schenkte. Erst nach ihrem Einkauf gegen 9.20 Uhr schaute sie nach, ob es sich bei ihrer Entdeckung um eine blaue Plastiktüte handelte - ihre eigentliche Vermutung. Die Anwohnerin fand jedoch eine Leiche. "Ich war so geschockt, dass ich nicht weiter hingesehen habe. Ich wusste nicht, ob es eine Frau oder ein Mann war." Sofort informierte die Autofahrerin die Polizei. Dass der Körper so lange unentdeckt blieb, schrieb sie dem Schnee zu, der die mit einer hellblauen Jacke bekleidete Verstorbene wochenlang zugedeckt hatte. "Ich habe den Weg nur bis zu meiner Haustür und nicht den weiten Weg bis zu den Garagen geräumt. Ich musste bei dem Wetter ja nicht unbedingt mit dem Auto fahren", erzählt sie aufgewühlt. Auch hatte sie um die Zeit, als die 67-Jährige vermisst wurde, keine ungewöhnlichen Fußspuren entdeckt.
Hubschrauber eingesetzt
An dem Tag ihres Verschwindens hatte Petra Stehr, die in Leck in einem Seniorenwohnheim in der Birkstraße wohnte, zu Fuß ihre Mutter im Hyholmer Weg besucht. Die Demenzkranke machte sich am Nachmittag auf den etwa vier Kilometer langen Rückweg, kam in der Birkstraße jedoch nie an. Zwei Tage lang setzte die Polizei Hubschrauber ein, um mit Wärmebildkameras die Umgebung nach der Rentnerin abzusuchen. Mehrmals waren zudem spezielle Suchhunde, sogenannte Mantrailer, im Einsatz - das letzte Mal am vergangenen Freitag. Obwohl die Tiere die Spur der vermissten Leckerin über weite Strecken aufnehmen konnten, blieb die Suche erfolglos. Dabei führte ein Spezialhund die Beamten sogar in die unmittelbare Nähe der Leiche, wie sich jetzt herausstellte. Doch 50 Meter vor dem Fundort brach der Französische Laufhund die Verfolgung ab.
Sie ist erfroren.
Die Niebüller Kriminalpolizei geht davon aus, dass sich Petra Stehr auf dem Rückweg in das Seniorenwohnheim verlaufen hatte. Es gäbe deutliche Hinweise darauf, dass sie versehentlich zunächst in Richtung Achtrup lief, kurz vor der Nachbargemeinde jedoch wieder nach Leck umkehrte. "Auf dem Grundstück in der Bahnhofstraße", so vermutet Uwe Meyer, Leiter der Niebüller Kriminalpolizei, "könnte sich Petra Stehr ausgeruht haben". Dort verließen sie aller Voraussicht nach dann ihre Kräfte. Die Demenzkranke erfror. Da sich an ihrem Körper keinerlei Hinweise auf ein Fremdverschulden fanden, erfolgt keine Obduktion. Uwe Meyer bedauert den tragischen Tod von Petra Stehr. Für ihre Angehörigen kann erst jetzt - vier Wochen nach dem Verschwinden der Leckerin und dem langen Bangen - die Trauerarbeit beginnen.
(shz)

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