Westerland auf Sylt : Traditionshotel „Stadt Hamburg“ steht vor Besitzerwechsel

Das Hotel „Stadt Hamburg“ in der Westerländer Strandstraße.

Das Hotel „Stadt Hamburg“ in der Westerländer Strandstraße.

Das älteste Hotel auf Sylt geht an die „12.18. Investment Management GmbH“.

shz.de von
30. August 2018, 12:32 Uhr

Westerland | Nein, auf Nachfrage der Sylter Rundschau wollte Harald Hentzschel sich am Donnerstagvormittag zunächst nicht zum Verkauf seines Hotels „Stadt Hamburg“ äußern. Die Sylter Rundschau hatte die Nachricht exklusiv aus zuverlässigen Quellen erfahren. Am Freitagnachmittag dann die Bestätigung: Der Verkauf des ältesten Hotels auf Sylt, das weit über die Insel hinaus einen exzellenten Ruf genießt, wird an die „12.18. Investment Management GmbH“ von Kai Richter und Jörg Lindner erfolgen.

Die Lindners sind auf der Insel keine Unbekannten, haben sie doch erst im Juni die Neueröffnung vom „Alten Gasthof“ in List gefeiert. Dem zum Kauf stehenden Gasthof drohte der Abriss. Doch „bereits bei unserem ersten Besuch hat uns der Charme des Alten Gasthofs in seinen Bann gezogen. Diesen Flair zu erhalten und ihn mit ungewöhnlichen Akzenten zu versehen, war uns ein zentrales Anliegen“, sagte damals Kai Richter.

Mit dem „Stadt Hamburg“ übernimmt „12.18.“  ein nicht nur sehr nobles, luxuriöses „kleines Grand Hotel“, sondern auch ein überaus beliebtes Haus. Erst vor knapp zwei Jahren eröffnet das „Stadt Hamburg“ eine Bar, die sich mit ihrem urbanen Ambiente schnell auf der Insel zu einem Lieblingstreff bei Bar-Freunden entwickelt hat. Die Geschichte des Hauses ist Teil der Sylter Historie als elegantes Seebad. Der Verkauf des mit viel Herzblut und ausgeprägtem Stilbewusstsein von der Familie Hentzschel bereits in der dritten Generation geführten Hotels dürfte mit dem Alter des Eigner-Ehepaares, Moni und Harald Hentzschel, begründet sein. Der Sohn des Ehepaares ist erfolgreich in der IT-Branche tätig, eine Weiterführung als Familienbetrieb ist damit ausgeschlossen.

Pressestatement: „Wir trennen uns schweren Herzens von dem Hotel“

„Wir haben es uns nicht leicht gemacht, die Entscheidung zu treffen, das Hotel nach 100 Jahren im Familienbesitz zu verkaufen. Unser Sohn Alexander wäre geeignet gewesen, das Haus weiter zu führen, aber die Zeiten sind lange vorbei, als man den Kindern vorschrieb, welchen Beruf sie ergreifen sollen. Seine Interessen liegen auf anderen Gebieten, sein Job macht ihm Spaß, und er ist erfolgreich.

Bei der Wahl des richtigen Nachfolgers kam es uns darauf an, jemanden zu finden, der das Hotel in unserem Sinne weiterführen will und gleichzeitig die nötige Professionalität mitbringt. Deshalb fiel unsere Entscheidung – das Interesse war sehr groß – auch nicht auf den Meistbietenden, sondern auf den Meistgeeigneten.

Wir trennen uns schweren Herzens vom Hotel Stadt Hamburg – es war aber eine Vernunftentscheidung: Wir wollten das Haus im Bestzustand abgeben und waren bis zum letzten Tag mit vollem Einsatz dabei. So entstand gerade erst im letzten Jahr unsere sehr erfolgreiche Hardy’s Bar & Restaurant. Bekanntlich ist einem das jüngste Kind ja immer das liebste…

Unser ganz besonderer Dank geht an die tüchtigen Mitarbeiter, die uns all die Jahre tatkräftig unterstützt haben, viele davon sind seit über 10, 20, 30 und sogar 40 Jahren dabei! Ebenso viel Dank geht an die Abteilungsleiter, mit denen wir sehr eng zusammengearbeitet haben, allen voran aber an unseren jungen Direktor Christian Wirsich, unterstützt von seiner Frau Christina, mit dem die Zusammenarbeit sehr erfolgreich war und viel Spaß gemacht hat.

Wir werden ohne das Hotel aber nicht untätig sein: Unsere Lichtbilder Galerie wird weiter bestehen. Abgesehen davon gibt es zu Hause unzählige ungelesene Bücher und wenig gehörte CDs – und das eine oder andere Reiseziel steht auch auf der Wunschliste.

Wir wünschen den neuen Eigentümern, den Familien Lindner und Richter, viel Freude und Erfolg mit dem Hotel Stadt Hamburg und sind sicher, dass sie 'frischen Wind' in das Haus bringen und trotzdem die Tradition pflegen! Und allen Mitarbeitern wünschen wir eine harmonische Zusammenarbeit mit den neuen Eigentümern.“

Monika und Harald Hentzschel

 

Die rund 100 Mitarbeiter werden übernommen; auch der langjährige Hoteldirektor Hanns-Christian Wirsich wird das Fünf-Sterne-Hotel weiterhin führen. Zum 1. September erfolgt die operative Übernahme des Betriebs, der ohne Unterbrechung fortgesetzt wird. Umfangreiche Renovierungen des 1869 erbauten Hotels seien angesichts des guten Gebäudezustands nicht vonnöten.

Schaut man auf die Philosophie von „12.18.“, scheint die Übernahme des Hotels perfekt zu passen. Über sich selbst schreibt die Investment-Gesellschaft: „Wir sind Experten für hochklassige Investments im Bereich Hotel- und Ferienimmobilien, ausgewiesene Spezialisten für die Bereiche Investment, Development und Asset Management aus einer Hand. Als eigentümergeführtes Unternehmen verfügen wir über  umfangreiche Erfahrung in der Hotellerie.“

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