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Ostern auf Sylt : Touristiker befürchten schwache Gästezahlen über die Ostertage

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Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

Bleiben Sylts Strände zu Ostern leer? Das christliche Fest ist in diesem Jahr so früh wie lange nicht mehr. Touristiker und Gastronomen befürchten, dass weniger Gäste als gewöhnlich die Ostertage auf der Insel feiern.

shz.de von
erstellt am 01.Mär.2016 | 05:30 Uhr

Eiersuche im Daunenmantel und mit gefütterten Handschuhen: Dieses Szenario könnte sich Syltern und Gästen dieses Jahr inselweit bieten, denn Ostern ist dann so früh wie selten. Während der Ostersonntag vor zwei Jahren auf den 20. April fiel, feiern wir die Auferstehung Christi dieses Jahr bereits am 27. März. Ein frühes Datum, das für den Tourismus der Insel zum Problem werden könnte.

„Ein frühes Osterfest ist für die Reiseentscheidung vieler Gäste schwierig, weil die Nordseeküste im März für viele wettermäßig noch nicht so interessant ist“, sagt Moritz Luft, Geschäftsführer der Sylt Marketing GmbH (SMG). „In diesem Fall konkurrieren wir mit dem Ausland und den Skigebieten.“ Grund dafür ist laut Luft vor allem die Verschiebung der Schneesicherheit in den Bergregionen nach hinten. Lag in den meisten Skigebieten zwischen Weihnachten und Neujahr kaum Schnee, so herrschen aktuell gute Bedingungen. Eine Einschätzung, die Steffen Jahrmarkt, Marketingleiter des Insel Sylt Tourismus Service (ISTS) teilt. „Die Konkurrenz ist auf jeden Fall größer, wenn die Osterfeiertage auf März fallen. Wir rechnen damit, dass sich das auf die Besucherzahlen auswirken wird.“

Potenziell weniger Übernachtungen sind das eine, für die Gastronomen der Insel ergibt sich aus dem frühen Saisonstart aber noch ein ganz anderes Problem. „Objektiv betrachtet ist es eigentlich egal, ob Ostern früh oder spät ist, saisonal bedingt haben wir immer ein Loch zwischen Weihnachten, Ostern und Pfingsten“, sagt Stephan Beck, Vorsitzender des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes auf der Insel (Dehoga Sylt), „schwierig ist ein frühes Osterfest aber für Betriebe, die viele Saisonarbeiter beschäftigten, weil sie die Mitarbeiter früher einstellen müssen“. Die Folge: Die Personalkosten vieler Gastronomiebetreiber steigen und nach Ostern wird es erstmal wieder ruhig auf der Insel. Dann gibt es oft nicht genug für alle Angestellten zu tun.

Ulrike Lund, Betreiberin des Café Lund in Hörnum, hat sich deshalb für einen anderen Weg entschieden. „Wir versuchen über Ostern mit unseren Festangestellten und einigen Aushilfen klar zu kommen“, sagt sie. Die Gastronomin begründet ihre Entscheidung damit, dass es im April erfahrungsgemäß sehr ruhig auf der Insel bleibt, wenn Ostern nicht in diesen Monat fällt. Ab 1. Mai will sie dann – wie sonst auch – ihre Saisonkräfte einstellen.

In den Augen von Pius Regli sind die frühen Feiertage hingegen kein Problem. Sein Restaurant Manne Pahl in Kampen ist 365 Tage im Jahr geöffnet und das Team besteht daher fast ausschließlich aus festen Mitarbeitern. „Je früher Ostern ist, desto eher kommen Einnahmen in die maue Winterkasse“, erzählt er lachend. Und auch Dehoga-Chef Beck sieht keinen Grund für übertriebene Schwarzseherei: „Saisonale Schwankungen hatten wir schon immer – und das wird auch so bleiben.“ Mit diesen Gegebenheiten muss man einfach leben.

Ob das Ostergeschäft auf Sylt gut läuft, hängt häufig auch stark vom Wetter ab. Aktuelle Langzeitprognosen machen momentan allerdings wenig Hoffnung: Laut Deutschem Wetterdienst (DWD) soll es an Ostern auf der Insel „etwas zu kühl und etwas zu nass“ für diese Jahreszeit werden.



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