zur Navigation springen
Sylter Rundschau

18. Dezember 2017 | 16:20 Uhr

Toter Koch: Beschuldigte weiter frei

vom

Gegen die beiden Sylter liegt zu wenig vor

shz.de von
erstellt am 15.Mai.2013 | 03:59 Uhr

Westerland | Der Tod des japanischen Kochs Miki Nozawa erschüttert die Insel: Der 57-Jährige war am Montagvormittag verstorben, nachdem er in der Nacht zu Sonntag in einer Westerländer Table-Dance-Bar in eine körperliche Auseinandersetzung mit zwei Männern geraten war (die Sylter Rundschau berichtete).

Die beiden Beschuldigten (36 und 50 Jahre alt) leben auf Sylt, bestätigte die Flensburger Staatsanwältin Ulrike Stahlmann-Liebelt, und sind weiterhin auf freiem Fuß: "Für einen Haftbefehl brauchen wir einen dringenden Tatverdacht und einen Haftgrund". Das sei nicht gegeben - denn bisher sei noch nicht klar, was sich vor der Bar genau abgespielt habe. Sie bestätigte, dass es bei dem Konflikt nach derzeitigem Stand der Ermittlungen um das Essen des Kochs gegangen ist. Nach Informationen der Sylter Rundschau waren die beiden Männer mit dem Essen des Kochs unzufrieden gewesen, das sie am frühen Abend in seinem Imbiss an der Ständigen Vertretung beim Westerländer Bahnhof gegessen hatten. Später trafen sie Nozawa in der Table-Dance-Bar in der Westerländer Innenstadt wieder, wo daraufhin zunächst ein Streit im Innenraum entbrannte. Zum tödlichen Konflikt kam es dann draußen vor der Bar.

Zur Frage, ob einer der Beschuldigten schon mehrfach angezeigt wurde und der Polizei als aggressiv bekannt ist, wollte sich Stahlmann-Liebelt nicht äußern.

Dass der Kriminalpolizei nicht genügend Informationen für einen Haftbefehl vorliegen, ist für Nozawas Familie schwer nachvollziehbar. Die in Berlin lebende Exfrau, sein 15-jähriger Sohn und die Schwägerin des Verstorbenen glauben, dass die Zeugen des Vorfalls bei der Kriminalpolizei nichts sagen: "Man hat fast das Gefühl, als würden sie jemanden schützen", so Nozawas Schwägerin. Sie hofft, dass Gäste oder Mitarbeiter der Bar dabei mithelfen, den Tod an Miki Nozawa aufzuklären. Im Vorraum der Bar gebe es sogar eine Kamera, so die Berlinerin, die die körperliche Auseinandersetzung an die Türsteher im Inneren übertragen habe. Die Existenz einer Kamera bestätigt auch Stahlmann-Liebelt: "Soweit bekannt ist, gibt es aber keine Aufnahmen."

Laut Staatsanwältin machen die beiden Beschuldigten bei den polizeilichen Vernehmungen bisher keine Angaben zum Sachverhalt. Die Leiche des in Tokio geborenen Nozawa soll nun in der Rechtsmedizin in Kiel obduziert werden. Hiervon erhofft sich die Staatsanwaltschaft neue Erkenntnisse. Gegen die beiden Beschuldigten wird wegen Körperverletzung mit Todesfolge ermittelt.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen