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Tödlicher Streit auf Sylt : Toter japanischer Koch: Prozess-Start im Fall Miki Nozawa

vom
Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

Der japanische Koch starb vor knapp zwei Jahren in Westerland. Seit heute stehen zwei Sylter vor Gericht.

von
erstellt am 05.03.2015 | 07:00 Uhr

Sylt/Flensburg | Der Fall sorgte im Mai 2013 weltweit für Schlagzeilen: Der japanische Koch Miki Nozawa stirbt in Westerland vor einer Table Dance Bar nach einem gewaltsamen Streit mit zwei Syltern (51 und 48 Jahre alt). Den beiden Angeklagten soll das Essen nicht geschmeckt haben, das Nozawa ihnen wenige Stunden zuvor in seinem Imbiss gegenüber vom Bahnhof verkauft haben soll. Am Donnerstag startete nun der Prozess gegen die beiden mutmaßlichen Täter vor der ersten großen Strafkammer des Landgerichts Flensburg.

Die beiden Männer sind wegen Körperverletzung mit Todesfolge angeklagt. Dem 51-Jährigen wird vorgeworfen, vor der Table-Dance-Bar einen Streit mit Nozawa angefangen und ihn „genötigt und geschubst“ zu haben, geht aus einer Mitteilung des Gerichts hervor. Dem 48-Jährigen wird zur Last gelegt, Nozawa geschlagen und getreten zu haben – unter anderem auch gegen den Kopf, als der damals 57-Jährige schon am Boden lag. „Das Opfer verstarb an den erlittenen Hirnverletzungen am darauf folgenden Tag“, heißt es weiter. Für die Verhandlung sind insgesamt fünf Prozesstage angesetzt.

Im Gerichtssaal wird auch der 17-jährige Sohn des Opfers anwesend sein, der in Berlin lebende Junge fungiert als Nebenkläger. Gemeinsam mit ihm wird seine Mutter, eine ehemalige Lebensgefährtin Nozawas,den Prozess in Flensburg verfolgen: „Ich möchte einfach Klarheit haben, was damals wirklich passiert ist“, sagt sie, „ich warte gespannt darauf, was dort noch herauskommen mag.“ Sie kritisiert, dass es fast zwei Jahre gedauert hat, bis die beiden mutmaßlichen Täter nun vor Gericht stehen: „Das ist beschämend“.

Neben einer gerechten Beurteilung der beiden Männer erhofft sie sich für sich und ihren Sohn vom Prozess auch, dass sie mit dem gewaltsamen Tod ihres Ex-Partners danach besser abschließen können: „Es ist furchtbar, wenn man nicht weiß, was genau passiert ist. So lange es keine Klärung gibt, kann man mit so etwas nicht abschließen.“

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