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Sjipwai in Westerland : Tödlicher Messerangriff im Sylter Flüchtlingsheim: 26-Jähriger in Psychiatrie

vom
Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

Nach der Bluttat in Westerland wird der geständige Tatverdächtige in einer psychiatrischen Einrichtung untergebracht.

shz.de von
erstellt am 06.Nov.2015 | 11:44 Uhr

Nach der tödlichen Messerattacke in einer Sylter Flüchtlingsunterkunft hat ein Gericht die Unterbringung des mutmaßlichen Täters in einer psychiatrischen Einrichtung in Neustadt (Kreis Ostholstein) angeordnet. „Laut dem Obduktionsergebnis hat der 26-Jährige dreimal mit einem Messer auf sein Opfer eingestochen“, sagte die Flensburger Oberstaatsanwältin Ulrike Stahlmann-Liebelt am Freitag. Ein Stich erfolgte in den Hals.

Bereits am Mittwoch hatten Menschen auf der Insel, die den Mann länger kennen, berichtet, dass er unter Wahnvorstellungen leidet. Täter und Opfer hielten sich seit Mitte vergangenen Jahres in Deutschland auf. Bei dem Opfer handelt es sich um einen 21-jährigen Somalier, der in Bayern einen Asylantrag gestellt hatte. Die Staatsanwaltschaft geht von einem zufälligen Zusammentreffen beider Männer in dem Raum aus, in dem es am Mittwochmorgen zu der Auseinandersetzung kam. „Wir wissen nichts darüber, dass sich die beiden vorher schon einmal unterhalten hatten“, sagte Stahlmann-Liebelt. „Das Opfer war vermutlich auf Sylt bei Familienangehörigen zu Besuch.“ Der aus dem Jemen stammende Tatverdächtige hat bereits ein Geständnis abgelegt.

Der Leichnam des Somaliers wird in der Kieler Rechtsmedizin obduziert.

Am Tag nach der schockierenden Bluttat war im Sjipwai gestern wieder Ruhe eingekehrt. „Experten haben noch bis in den Abend Gespräche mit den Anwohnern geführt, alles läuft in geordneten Bahnen“, sagte Bürgermeister Häckel, „den Menschen geht es gut“.

Zufrieden zeigte sich der Bürgermeister über das Vertrauen, das die Menschen in der ehemaligen Obdachlosenunterkunft den Helfern entgegen bringen würden. Mit Süßigkeiten und Getränken seien diese am Abend nach der Schreckenstat versorgt worden. „Es ist schön zu sehen, dass das Betreuungssystem, das in der Vergangenheit aufgebaut wurde, jetzt gegriffen hat“, zeigte sich Häckel erleichtert.

Eine spezielle zusätzliche Bewachung des zweigeschossigen Hauses nahe des Flughafens sowie in anderen Unterkünften sei auf der Insel demnach nicht nötig, da es sich um „keine religiös motivierte Tat, sondern um ein Vergehen handelt, das jeden überall hätte treffen könnte“, so der Bürgermeister weiter. Zudem seien täglich Betreuer vor Ort.

Die Auseinandersetzung hatte sich am Mittwochmorgen in einem Flüchtlingsunterkunft mitten in einem Wohngebiet abgespielt. In dem Haus sind etwa 30 Menschen untergebracht - Flüchtlinge aus mehreren Nationen und auch einige Deutsche.

Bereits unmittelbar nach der Tat nahm die Polizei den 26-Jährigen nach kurzer Flucht fest. Das durch den Angriff schwer verletzte Opfer war trotz Wiederbelebungsversuchen noch im Flüchtlingsheim gestorben.

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