zur Navigation springen

Feuerwehren auf Sylt : Tinnum will nun auch seine neue Wache

vom
Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

Tinnumer Ortsbeirat will Feuerwachegrundstück bereits im nächsten Jahr kaufen und fordert Haushaltsmittel.

von
erstellt am 23.Aug.2014 | 05:58 Uhr

Kaum ist das 10,6 Millionen Euro teure Großprojekt Feuerwache Westerland endlich geschafft und das neue Gebäude nach fast zwölf Jahren Planungs- und Bauzeit am 15. August feierlich übergeben worden, da entbrennt in der Gemeinde ein neuer Streit um das nächste Projekt: Um den Neubau der Feuerwache Tinnum. Bereits Ende Mai, Anfang Juni des Jahres wurde darüber im Feuerschutz- und Finanzausschuss beraten und die entscheidende Empfehlung getroffen, das von allen Parteien grundsätzlich als notwendig erachtete Vorhaben zwar weiter zu verfolgen, aber es auf keinen Fall in der laufenden Legislaturperiode, also bis Ende Mai 2018, zu realisieren (wir berichteten).

Gegen diese Empfehlung liefen nicht nur die Tinnumer Kameraden Sturm, auch der dortige Ortsbeirat fühlte sich übergangen, forderte ein Mitspracherecht und präsentierte auf der Gemeindevertretersitzung am Donnerstagabend eine eigene Empfehlung: „Zumindest das Geld für den Grundstückskauf muss schon im Haushalt 2015 bereitgestellt werden“, forderte Ortsbeiratsvorsitzender Manfred Uekermann (CDU). Denn die Tinnumer Feuerwehrexperten haben bereits Grundstücke ins Auge gefasst, die ihnen besonders geeignet scheinen: Erste Priorität genießt eine leere Ackerfläche im Kampende Ost gegenüber von Michels Backhüs, zweite Wahl sind ein Grundstück im Königskamp sowie eine Rasenfläche Kampende, Ecke Borigwai. Eines davon gelte es zeitnah für den Feuerwacheneubau zu sichern, so Uekermann. Unbedingt müssten die Grunderwerbskosten ermittelt und erste Gespräche mit den Eigentümern geführt werden. Denn die beiden Grundstücke im Kampende sind sowohl im insularen Wohnraumentwicklungskonzept als auch im Kooperationspaket für den Wohnungsbau mit dem Land Schleswig-Holstein enthalten, wie Petra Reiber bestätigte. Weil deshalb dort Wohnbebauung geplant werden könnte, warnte die Bürgermeisterin vor drohenden Konflikten mit den Feuerwehrplänen.

Umso dringender seien die Forderungen der Tinnumer, meinte Manfred Ueckermann und betonte, dass dem Empfehlungsbeschluss nicht nur CDU-Mitglieder zugestimmt hätten. Zur Finanzierung des Grundstückskaufs sowie für die geschätzten Kosten von 2,5 Millionen Euro für den Neubau „müssen wir alle Fördergelder abgreifen, die möglich sind“, sagte Ueckermann, „vom Kreis, vom Land, vom Bund und sogar der EU.“

Schließlich warfen die Befürworter der Tinnum-Empfehlung noch ein ihrer Ansicht nach gewichtiges Argument in die Waagschale: die Einsatzfähigkeit der Sylter Kameraden. Wehrführer Jörg Elias selbst hätte bei der Einweihung der Feuerwache am Alten Tower gesagt, aus Sicht der Westerländer Feuerwehr habe man sich für das denkbare ungünstige Grundstück entschieden. Es würde schwer werden, gerade im Sommer bei Regentagen innerhalb der gesetzlichen Hilfsfrist den Süden von Westerland zu erreichen. „Da kommen zusätzliche Anforderungen auf uns Tinnumer zu, die wir nur mit einer neuen Wache an einem besseren Standort bewältigen können“, so Manfred Ueckermann.

Doch sämtliche, teilweise sehr emotional vorgetragenen Argumente der Tinnumer konnten die Mehrheit der Gemeindevertreter nicht überzeugen. In einer Abfrage der Fraktionen wiesen fast alle Politiker darauf hin, dass die finanziellen Mittel in den nächsten Jahren „beim besten Willen einfach nicht da“ seien. Für den erweiterten Tinnum-Vorschlag stimmten am Ende nur zwölf Anwesende, 16 waren dagegen, eine Enthaltung. Also ging es zurück zum ursprünglichen Beschluss, in dieser Legislaturperiode kein Grundstück für die Tinnumer Wache zu kaufen.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen