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Sylter Rundschau

13. Dezember 2017 | 21:48 Uhr

Tinnum - jünger als der Durchschnitt

vom

In diesem Inselort leben noch vergleichsweise viele Sylter, die mit ihrer Wohnsituation recht zufrieden sind

shz.de von
erstellt am 22.Mai.2013 | 03:59 Uhr

Tinnum | Tinnum ist durch an der Bahn

und nördlich der Bahn gelegene Gewerbeflächen für einen Sylter Ort vergleichsweise stark gewerblich geprägt. Auch durch seine Lage im Inselinneren und durch den fehlenden direkten Zugang zum Meer ist Tinnum vergleichsweise wenig touristisch attraktiv und geprägt. Dementsprechend ist das Bodenpreisniveau mit einem Bodenrichtwert von 600 Euro pro Quadratmeter für die Insel eher moderat.

In Tinnum waren Ende 2011 - 3 095 Personen mit Hauptwohnsitz und 629 Personen mit Nebenwohnsitz gemeldet. Insgesamt ist der Ortsteil damit im Vergleich zur gesamten Insel Sylt spürbar geringer von Zweitwohnsitzen und spürbar mehr von Dauerwohnbevölkerung geprägt (Anteil Nebenwohnsitze 17 Prozent, Insel Sylt 31 Prozent). Des Weiteren ist in Tinnum der Anteil der Personen mit Hauptwohnsitz, die zwar auf Sylt selbstgenutztes Eigentum als Zweitwohnsitz bewohnen, darüber hinaus aber einen weiteren Wohnsitz außerhalb der Insel haben und somit begrenzt auf der Insel sind, sehr niedrig (zwei Prozent gegenüber sieben Prozent). Dies spricht für eine in Tinnum bisher vergleichsweise geringe Verdrängung des Dauerwohnens durch Zweitwohnsitze.

Die Zahl der Bevölkerung mit Hauptwohnsitz (im Wesentlichen Dauerwohner) entwickelte sich in Tinnum mit einem Rückgang um 1 Prozent von 2005 bis 2011 etwas günstiger als der Inseldurchschnitt (-2 Prozent). Die Bevölkerung (mit Hauptwohnsitz) von Tinnum ist deutlich jünger als im Inseldurchschnitt (43,0 Jahre gegenüber 46,4 Jahre). Während junge Bevölkerung im Erwerbstätigenalter (20 bis unter 40 Jahre) stärker vertreten ist als im Inseldurchschnitt (mit 27 Prozent gegenüber 23 Prozent), hat Tinnum deutlich weniger ältere Bevölkerung (ab 60 Jahre 25 Prozent gegenüber 32 Prozent).

Infolge der relativ jungen Bevölkerung hat Tinnum künftig einen gegenüber dem Inseldurchschnitt geringeren und insgesamt eher moderaten Rückgang der Bevölkerung aufgrund der natürlichen Bevölkerungsentwicklung zu erwarten (Saldo Sterbefälle/Geburten 2010 bis 2025 -5 Prozent gegenüber Insel -8 Prozent).

Die Wohnungsversorgung der Dauerwohnbevölkerung ist auch im Ortsteil Tinnum mit Problemen verbunden, da die Wohnungsmarktsituation wie auf der Insel Sylt insgesamt sehr angespannt ist. In Tinnum ist der Anteil der Untermieter an den Mieterhaushalten mit 24 Prozent dabei etwas höher als der aufgrund der Wohnungsmarktlage bereits hohe Wert der Insel Sylt insgesamt (21 Prozent). Die zur Miete wohnenden Tinnumer sind selten Mieter bei der Kommune und Wohnungsbaugesellschaften und häufig Mieter bei privaten Eigentümern.

Die dauerwohnenden Tinnumer Haushalte wohnen überwiegend in Ein- bis Zwei-Familienhäusern (54 Prozent; 45 Prozent Insel Sylt). Dementsprechend ist der Ortsteil in höherem Maße als die Insel Sylt von Eigentümerhaushalten (55 Prozent gegenüber 48 Prozent) und in geringerem Maße von Mieterhaushalten (45 Prozent gegenüber 52 Prozent) geprägt. Die Haushalte in Tinnum sind mit ihrer Wohnsituation in etwa gleichem Maße zufrieden wie die Inselbewohner insgesamt (72 Prozent gegenüber 73 Prozent); der Anteil mit Umzugsabsicht liegt nur etwas über dem Inseldurchschnitt (36 Prozent gegenüber 34 Prozent).

Tinnum verfügt unter anderem mit einer Grundschule, einem Kindergarten, Altenbegegnungsstätten sowie drei großflächigen Anbietern von Gütern des täglichen Bedarfs (Discounter, Verbrauchermarkt) über ein umfangreiches eigenes Infrastrukturangebot. Darüber hinaus ist das umfangreiche Angebot in Westerland recht nah. Dementsprechend sehen von den Haushalten des Ortsteils Tinnum mit 75 Prozent viele für sich eine eher gute bis sehr gute Versorgung mit Dienstleistungen und Infrastruktureinrichtungen über das Jahr insgesamt (gegenüber 68 Prozent Insel). Ähnlich wie in Westerland sehen die Tinnumer Haushalte in den letzten fünf Jahren mit 34 Prozent deutlich häufiger eine Verbesserung der Versorgung als eine Verschlechterung (13 Prozent der Haushalte).

Ihre Versorgungssituation bezogen auf einzelne Infrastrukturangebote beurteilen die Haushalte in Tinnum häufig ähnlich wie der Durchschnitt der Haushalte auf Sylt. Dass die Situation bei Ärzten und Öffentlichem Nahverkehr geringfügig schlechter bewertet wird, dürfte darauf zurückzuführen sein, dass in Tinnum kein eigener Arzt (Allgemeinmediziner) und kein Bahnanschluss besteht, man also auf das Westerländer Angebot zurückgreifen muss. Zugleich schlägt sich die gute Ausstattung bei Grundschulen und Geschäften für den täglichen Bedarf mit überdurchschnittlich positiven Bewertungen in diesen Bereichen nieder.

Bei den Kennzeichen des Ortes als Wohngegend sieht eine dem Inseldurchschnitt entsprechende Mehrheit den Ortsteil als sichere Wohngegend (trifft voll zu 60 Prozent; Insel 59 Prozent ).

Dass gute Kontakte in der Nachbarschaft bestehen, sehen 44 Prozent, und 43 Prozent stimmen dem nur teilweise zu. Noch weniger sehen im Ortsteil Tinnum ein intaktes Leben Einheimischer (34 Prozent voll, 56 Prozent teilweise zutreffend) oder viele lokale Aktivitäten (11 Prozent voll, 54 Prozent teilweise zutreffend). Die Anteile der positiven Bewertungen zu guten Nachbarschaftskontakten, zum intakten Leben Einheimischer und zu lokalen Aktivitäten liegen dabei jedoch über dem Inseldurchschnitt, vor allem bei den Nachbarschaftskontakten und dem intakten Leben Einheimischer. Die geringe Prägung des Ortes durch temporäres Wohnen (Tourismus und Zweitwohnsitze) ist verbunden mit einer spürbar besseren Bewertung des Ortslebens.

Nichtsdestotrotz sind die Haushalte, die den positiven Aspekten zum Ortsleben voll zustimmen, in der Minderheit beziehungsweise zumeist sehen auch in Tinnum die Haushalte, dass die Kennzeichen nur teilweise zutreffen.

"Sylt in Zahlen" stellt in loser Folge Ausschnitte aus dem Wohnungsmarktkonzept vor, das die Inselgemeinden vom Institut für Stadtforschung erstellen ließen, um den Dauerwohnraum-Bedarf auf der Insel zu analysieren. Das Konzept gibts auf www.gemeinde-sylt.de.

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