Bauskandal auf Sylt : Thermen-Ruine: Drei alternative Lösungen

Die Ruine der Keitum-Therme am Wattenmeer
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Die Ruine der Keitum-Therme am Wattenmeer

Ein Vergleich mit Bauunternehmer Kurt Zech könnte Abriss möglich machen

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10. Januar 2015, 06:00 Uhr

„Offen, sachlich und sehr konstruktiv“ so bezeichnete Bürgermeisterin Petra Reiber das Klima der Verhandlungsrunde mit Bauunternehmer Kurt Zech sowie mit Vertretern aus der Politik und Verwaltung am Donnerstagabend über einen möglichen Abriss der Thermenruine.

Als Ergebnis sei vereinbart worden, dass die Rechtsanwälte der Zech-Group und der Gemeinde Sylt gemeinsam eine juristisch ausformulierte Vorlage des Vergleichsangebots vorlegen. Diese soll auch konkrete Planzeichnungen der damit verbundenen Bauerweiterungen des Hotelkomplexes Severin’s Spa auf der so genannten Christiansen-Wiese hinter dem Keitumer Friesensaal enthalten. Die Vorlage würde dann sämtlichen Fraktionen der Gemeindevertretung zur Beratung weitergeleitet, sagte Petra Reiber. Parallel dazu werden zur politischen Entscheidungsfindung vom Gemeindeanwalt Dr. Krage drei alternative Lösungsszenarien mit ihren möglichen Konsequenzen ausgearbeitet: Erstens zu der von Bau- und Hotelunternehmer Zech vorgeschlagenen außergerichtlichen Einigung einschließlich seiner Übernahme der Kosten für die Abrissarbeiten. Zweitens zu der Variante, dass die Gemeinde Sylt mit eigenen Haushaltsmitteln die Forderungen des Hauptgläubigers Zech in mehrfacher Millionenhöhe aus dem Insolvenzverfahren befriedigt und sich damit das Recht „erkauft“, die Ruine auf eigene Kosten abzureißen. Und drittens die Alternative, dass die Gemeinde den Ausgang des Stuttgarter Prozesses zwischen dem Insolvenzverwalter und dem Unternehmen BAM abwartet, das vor der Zech-Group für die Bauarbeiten auf dem Thermengelände verantwortlich gewesen ist. „Das wäre allerdings die denkbar schlechteste Variante“, erklärte Petra Reiber. „Dann müssten wir mit Sicherheit noch fünf bis zehn Jahre mit der Ruine leben.“

Die Bürgermeisterin ist jedoch weiterhin optimistisch, dass es zu diesem „schlimmsten Szenario“ nicht kommen muss und auch nicht wird. Sie erwartet, dass die Anwälte bereits bis Ende Januar ihre Hausaufgaben erledigt und sämtliche Unterlagen an die Fraktionen übermittelt haben. Am 29. Januar steht das Thema „Zech-Vergleichsangebot und Thermenabriss“ außerdem auf der Tagesordnung der öffentlichen Sitzung des Keitumer Ortsbeirats, dessen Vorsitzender Oliver Ewald ebenfalls zur Verhandlungskommission gehört.

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