Parken auf Sylt : Teure Überraschung am Parkautomaten

Auch die Technik der Parkscheinautomaten – wie hier im Westerländer Kurzentrum – ist größtenteils veraltet. Im Laufe der nächsten zehn Jahre sollen 38 Geräte gegen moderne Automaten ausgetauscht werden.
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Auch die Technik der Parkscheinautomaten – wie hier im Westerländer Kurzentrum – ist größtenteils veraltet. Im Laufe der nächsten zehn Jahre sollen 38 Geräte gegen moderne Automaten ausgetauscht werden.

Noch am Mittwoch konnten Autos in Westerland für 1,50 Euro je Tag parken, jetzt werden plötzlich neun Euro fällig.

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24. März 2017, 04:28 Uhr

Sylt | Große Verwunderung herrschte Am Donnerstag bei den Nutzern von Parkplätzen in der Westerländer Innenstadt: Während sie ihre Fahrzeuge zum Beispiel im Bereich „Andreas-Dirks-Straße Süd“ – also auf Höhe des Kurzentrums – bis einschließlich Mittwoch (22. März) noch zum Preis von 1,50 Uhr für den gesamten Tag abstellen konnten, wird dort seit Donnerstag–Vormittag (23. März) eine Tagesgebühr von satten neun Euro fällig. Besonders verwirrend: Dieser neue Sommertarif gilt schon mehr als eine Woche, seit dem 15. März – so steht es zumindest auf dem Hinweisschild des Ordnungsamts der Gemeinde Sylt an dem Parkautomaten.

Was ist da passiert, was ist eventuell falsch gelaufen? Das fragen sich Anwohner und Urlauber ebenso wie Inhaber und Angestellte von Läden oder Restaurants. Das Parkraumbewirtschaftungskonzept sei in der Gemeindevertretung bereits Ende Oktober 2016 beschlossen worden, teilte Nikolas Häckel mit, nun gehe es um die Umsetzung. Allerdings sollte zuvor für die Information der Öffentlichkeit ein Übersichtsplan über die vorhandenen Parkplätze und die Gebührenstruktur sowohl digital als auch in Papierform entwickelt werden. Details hierzu seien noch in Klärung, hieß es in einer Vorlage des Ordnungsamts an die Politik vom 16. Februar. „Die Info war gestern schon – leider nur fast – fertig“, so der Bürgermeister auf Anfrage der Sylter Rundschau, „und geht – urlaubsbedingt – in Kürze raus.

Nun allerdings sind sozusagen rückwirkend Realitäten geschaffen worden, die nicht nur Insulaner und Sylt-Gäste verwundern, sondern auch den Vorsitzenden des Westerländer Ortsbeirats. „Da herrscht ganz offensichtlich hoher Optimierungsbedarf in der Kommunikation“, beklagt Kay Abeling (CDU). „Es ist gar nicht gut, dass die Bevölkerung nicht rechtzeitig informiert wurde.“ Denn laut Parkraumkonzept gelten jetzt nicht nur neue Gebührensätze, außerdem sind bisher freie Bereiche ab sofort kostenpflichtig. Dazu gehören in Westerland die Johann-Möller-Straße Ost und West, Brandenburger Straße West, die Steinmannstraße zwischen Dr.-Nikolas-Straße und Johann-Möller-Straße, Bomhoffstraße Nord, Andreas-Nielsen-Straße Süd, die Stephanstraße zwischen Hebbelweg und Liliencronweg sowie die Käpt’n-Christiansen-Straße von der Einmündung Schützenstraße bis zum Strandübergang an der Beach-Box.

Allerdings wird die Gebührenpflicht an einigen Standorten auch aufgehoben: So auf dem Kurzzeitparkplatz am Bahnhof Westerland, in der Boysenstraße zwischen Bötticher- und Friedrichstraße sowie in der Stephanstraße westlich der Alten Post. Dort sollen Lieferparkflächen beziehungsweise Behindertenparkplätze eingerichtet werden. Für einige Parkplätze – wie zum Beispiel den Schützenplatz – seien aber weiterhin keine Gebühren fällig, erklärte Bürgermeister Nikolas Häckel. Ortsbeiratsvorsitzende Kay Abeling ärgert sich jedoch, dass es nicht gelungen wäre, durch das neue Konzept auch den großen Käpt’n-Christiansen-Parkplatz wieder gebührenfrei zu machen. „Dazu fehlt uns als CDU bisher die politische Mehrheit. Ich hoffe, das sieht nach der Kommunalwahl 2018 anders aus – und verspreche schon jetzt, dass der Parkplatz hinter den Dünen dann garantiert kostenfrei wird.“

Abgeschafft worden sei auf den meisten Parkplätzen außerdem die Höchstparkdauer, betonte Nikolas Häckel. In Westerland und Rantum können Fahrzeuge auf so genannten Großparkplätzen ab sofort bis 31. Oktober für fünf Euro je Tag geparkt werden, ab 1. November für zwei Euro täglich. Die Stundenpreise betragen einen Euro bzw. 50 Cent. Zeitliche und finanzielle Sonderregelungen gelten in Westerland am Bahnhof und im ZOB-Parkhaus, an den Bahnhöfen in Keitum und Morsum sowie am Flughafen Sylt. Auf Westerländer Straßen mit Parkscheinautomaten und innerhalb gebührenpflichtiger Parkzonen sind bis Ende Oktober 1,50 Euro je Stunde oder maximal neun Euro am Tag fällig. In der Nebensaison wird es dort mit zwei Euro je Tag 50 Cent teurer als bisher. Darüber hinaus ist die gebührenpflichtige Zeit ab sofort um zwei Stunden von bisher 9 bis 19 Uhr auf 11 bis 21 Uhr verschoben, von November bis Mitte März nur bis 18 Uhr.

Ziel all dieser Änderungen sei es, morgens gebührenfrei kleinere Besorgungen zu ermöglichen und attraktive Langzeitparkplätze beispielsweise für Strandbesucher einzurichten, so Nikolas Häckel. Parkflächen an der Westerländer Fußgängerzone sollen Kunden und Lieferanten vorbehalten bleiben. „Ich denke, die Konzeptidee entspricht den jeweiligen Bedürfnissen und hoffe sehr, dass sich die Änderung gut umsetzen lässt“, erklärte der Bürgermeister. Sollten sich Fragen oder weitere Anregungen ergeben, stehe das Ordnungsamt mit Rat und Tat zur Verfügung.

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