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Sylter Rundschau

11. Dezember 2017 | 16:29 Uhr

Mindestlohn : Taxifahren auf Sylt wird teurer

vom
Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

Wer das Taxi nimmt, zahlt mehr: Um 17 Prozent steigen die Taxipreise auf der Insel.

shz.de von
erstellt am 04.Mär.2015 | 16:19 Uhr

Sylt | Wer auf der Insel mit dem Taxi von A nach B kommen will, musste, unter anderem aufgrund der höheren Kraftstoffpreise, schon immer etwas tiefer in die Tasche greifen als auf dem Festland. Laut einer Kreisverordnung wird es zukünftig noch etwas teurer: „In Nordfriesland wurde eine Preiserhöhung für den Kunden von etwa 17 Prozent beschlossen“, sagt Marc Henke, Inhaber des Taxiservice Henke, „um die Fahrer weiterhin angemessen zu bezahlen, ist das notwendig.“

Der bisher in Nordfriesland bezahlte mittlere Stundenlohn der Taxifahrer lag nach Aussage des Landesverbandes bei etwa 6,50 Euro, durch den seit dem 1. Januar zu zahlenden gesetzlichen Mindestlohn von 8,50 Euro erhöhen sich die Personalkosten für die Taxiunternehmen um zirka 30 Prozent.

Die neuen Preise sollen in den nächsten Tagen bei allen Taxiunternehmen auf der Insel eingeführt werden. Dazu muss ein neu geschriebenes Programm zunächst auf den Taxametern der Fahrzeuge installiert und dann vom Eichamt abgenommen werden.

Besonders glücklich zeigt sich Marc Henke über die Neuerungen nicht: „Generell ist der Mindestlohn schon ein richtiger Ansatz“, sagt er, „aber in der Umsetzung stimmt es einfach noch nicht.“ Bereits seit dem ersten Januar müsse er den gesetzlichen Mindestlohn bezahlen, allerdings komme die Preiserhöhung erst ganze zwei Monate später. „Der Januar hat uns um ein vielfaches mehr gekostet als er uns eingebracht hat“, bestätigt Jörg Trachte, Betriebsleiter und angeschlossener Unternehmer des Taxi-Service Henke.

Für viele Taxifahrer auf der Insel bedeutet die Einführung des Mindestlohns ein System-Umbruch. „Viele waren bisher mit 40 Prozent am Umsatz beteiligt,“ erklärt Trachte, „wenn sie im Sommer viel gefahren sind, haben sie auch viel verdient, im Winter gab es dagegen auch mal sehr ruhige Zeiten.“ Jetzt werden die Arbeitnehmer pro Arbeitsstunde bezahlt, haben also auch im Winter ein geregeltes Einkommen. „In der Nebensaison kann es allerdings auch mal passieren, dass ein Fahrer nach einer Zehn-Stunden-Schicht nur 60 Euro abliefert, aber 85 Euro verdient. Das müssen wir dann aus eigener Tasche zahlen“, sagt Unternehmensinhaber Henke.

Henke und Trachte gehen davon aus, dass die Kunden nach der Preisumstellung zunächst mit Unverständnis auf die Erhöhung reagieren werden. Dennoch hoffen sie, dass die Sylter und Gäste auch weiterhin die insularen Taxen nutzen werden. Denn: „Die Preiserhöhung deckt sich nur mit dem neuen Lohn, wenn die Kunden die Taxidienste auch genauso annehmen wie bisher.“

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