Kunst von Nina Nolte auf Sylt : Taffe Frauen und coole Szenen

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Die Künstlerin Nina Nolte zeigt in der Stadtgalerie in Westerland mit ihren kraftvollen Bildern das selbstbewusste Leben erfolgreicher Frauen.

shz.de von
25. Juni 2014, 00:00 Uhr

Sie könnte auch eine der Damen auf ihren Bildern sein. Sportlich elegant gekleidet, modisch-dezenter Schmuck, selbstbewusst auf diese freundliche Art, die Lust auf ein Gespräch mit Nina Nolte macht. Das findet statt im Büro von Petra Nies, der Vorsitzenden des Vereins der Sylter Kunstfreunde.

Mit Nina Nolte trauen sich die Kunstfreunde eine Ausstellung zu, „die auch eine Herausforderung darstellt“. Eine, die sich nicht ohne Unterstützung von Sponsoren bestehen ließ. Aber die konnten gefunden werden. Denn die Begeisterung für die Bilder von Nina Nolte war schnell entfacht.

Wie die 1957 in San Salvador geborene, international aktive und seit zwei Jahren in Berlin lebende Malerin ihre Motive auf die Leinwand setzt, hat etwas Bezwingendes. Vorzugsweise von schräg oben schaut der Betrachter auf die Szenerie, wird zum Beobachter von Smalltalks unter Frauen, denen es offensichtlich gut geht, die im sorglosen Wohlstand leben, „die Kinder groß gezogen, vieles andere geregelt haben und sich fragen, what are you doing with the rest of you life?“ erklärt Nina Nolte die Situationen, in denen sich ihre Bilder-Frauen befinden. Es sind Frauen ihres Alters, ihrer sozialen Schicht, ihrer Mentalität. Mit ihnen teilt sie Freuden, Gedanken und Lebensentwürfe. Sie beobachtet sie. Am Strand, am Pool, auf Schiffen, beim Tanzen, Trinken, Talken. Dann fotografiert sie. Wenn es passt, öffnet sie ihre Tasche mit „all den Utensilien, die ich immer mit mir rum schleppe: Tücher, Kosmetik, Sonnenbrillen, Schmuck. Die Damen spielen dann mit, wickeln die Tücher um, legen den Schmuck an und lassen sich in Pose stellen.“ Inszenierte Wirklichkeiten von durchdringender Klarheit, spannungsreicher Perspektive und betörender Sachlichkeit. Szenen von der Leichtigkeit des Seins, dem Wohlgefühl, das sich wohl einstellt, wenn Frau auf ein (bisher) gelungenes Leben schaut. Einen Drink oder eine Zigarre in der Hand, die Füße im Wasser, das Licht der ungehemmt scheinenden Sonne lässt alles klar und scharf konturiert erscheinen. „Diese Frauen haben Lust auf das Leben, auf das Neue, das eventuell kommt, weil sie in einer Lebensphase sind, in der sich das eine oder andere gerade ändert. Es sind starke Frauen, selbstbewusste, die wissen, was sie geleistet haben“. Die Idee, diese Bilder könnten auch eine Kritik an diesem Lebensstil sein, „ist völlig daneben“, lässt Nina Nolte wissen.

Die Lebenslust, das Entspannte, die Sommerfreuden auf den Gemälden, waren es auch, die Petra Nies und die Kunstfreunde an der (exzellenten!) Malerei von Nina Nolte so faszinierte, so passend für Sylt erscheinen ließen. Die Beziehung der Künstlerin zu Sylt reicht bis in ihre Kindertage. Zurzeit macht sie gerade „Luxus-Campen“ auf der Insel. „Ein Urlaub auf Sylt hilft immer, die Gedanken zu ordnen, zu reflektieren, Kräfte zu sammeln“.

Die Ausstellung „Nina Nolte/A Taste of summer“ wird am 3. Juli, 19 Uhr in der Stadtgalerie Westerland eröffnet. Sie ist bis zum 31.Juli zu sehen.

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