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Autozug zwischen Niebüll und Westerland : Syltshuttle: Streit geht vor Gericht

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Die Bundesnetzagentur stimmte den Rahmenverträgen für die Strecke Niebüll-Westerland nicht zu. Jetzt klagt ein Bewerber.

Köln/Sylt | Ferraris, Geländewagen und Kombis dicht an dicht - jeden Sommer rollt die Blechlawine nach Sylt über den Hindenburgdamm. Das Bauwerk aus den 1920er Jahren verbindet die Promiinsel mit dem Festland und ist die einzige Möglichkeit, mit dem Auto nach Sylt zu kommen. Bislang ermöglichte das der Syltshuttle der Deutschen Bahn, doch seit sich auch das Kölner Unternehmen Railroad Development Corporation (RDC)Deutschland für Fahrten auf der Strecke beworben hat, ist die Zukunft des Autozuges offen. Nun geht das Tauziehen vor Gericht.

Der Kampf um den Syltshuttle wurde bereits in den vergangenen Wochen immer spannender. Die Beteiligten versuchen zunehmend, sich gegenseitig auszuspielen und mit vermeintlichen Assen im Ärmel zu punkten. Mitspieler sind die drei Bewerber um die lukrative Trasse: Das Land Schleswig-Holstein, die Deutsche Bahn und die RDC sowie die DB Netz AG als Betreiber des Schienenetzes und die Bundesnetzagentur als Vergabebehörde. Zuletzt hatte die Bundesnetzagentur den geplanten Rahmenverträgen für die Zugstrecke von Niebüll nach Westerland auf Sylt nicht zugestimmt. Dagegen klagt nun der Bewerber RDC Deutschland, Tochter des gleichnamigen US-amerikanischen Unternehmens.

Wie RDC Deutschland am Freitag mitteilte, werde die Vergabe der Verträge nach Ansicht der Firma „in unzulässiger Weise“ auf zwei Fahrten pro Stunde und Richtung beschränkt.

Der Sprecher des Verwaltungsgerichts Köln, Thomas Krämer, bestätigte, dass es ein Eilverfahren gebe. Es handele sich um ein sogenanntes vorläufiges Rechtsschutzverfahren, mit dem der Kläger erreichen wolle, dass die zunächst abgeschlossenen Rahmenverträge in Betrieb genommen werden. Die zuständige Kammer wird Krämer zufolge „in relativ kurzer Zeit“ entscheiden - mehrere Wochen werde es nicht dauern.

Neben dem bisherigen Betreiber Deutsche Bahn hatte sich zunächst auch das Land Schleswig-Holstein beworben, war aber nach einer Niederlage vor Gericht ausgeschieden. Die Strecke ist einträglich: Jährlich werden 490.000 Fahrzeuge je Richtung mit dem Syltshuttle zwischen Westerland und Niebüll befördert. Für Hin- und Rückfahrt verlangt die Deutsche Bahn derzeit 90 Euro.

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erstellt am 27.Feb.2015 | 12:29 Uhr

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