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Strecke Niebüll-Westerland : Syltshuttle: Neuer Betreiber bringt sich ins Spiel

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Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

Mit dem Hamburg-Köln-Express (HKX) ist das Unternehmen RDCD gescheitert. Jetzt will es sein Glück zwischen Niebüll und Westerland versuchen.

Ein neuer Bewerber plant, den Autozug-Verkehr auf der Strecke zwischen Niebüll und Westerland zu übernehmen. Die Railroad Development Cooperation Deutschland (RDCD) mit Sitz in Köln hat zum Stichtag 6. Oktober im Verfahren zur Vergabe langfristiger Rahmenverträge für den deutschen Eisenbahnverkehr eine entsprechende Anmeldung eingereicht. Einen Zuschlag erhofft sich das Tochterunternehmen einer US-Eisenbahngesellschaft durch die Einführung eines durchgehenden Taktverkehrs sowie durch die Zahlung sehr hoher Trassenentgelte an die DB Netz AG. Denn: Je mehr Züge fahren, desto mehr verdient die Netz AG. Beides seien ausschlaggebende Kriterien, die bei der Vergabe vorrangig zu berücksichtigen wären, so Hans Leister, Generaldirektor RDC Europa.

Die Deutsche Bahn AG hat sich bereits vollständig aus dem unlukrativen Nachtzugverkehr zurückgezogen und plant nach Medieninformationen darüberhinaus auch den Ausstieg aus dem Geschäft mit Autoreisezügen, mit Ausnahme der lukrativen Sylt-Anbindung. Für RDCD stellt das Autozug-Projekt nach dem als Fernverkehrsanbindung gescheiterten Hamburg-Köln-Express (HKX) ein wichtiges neues Engagement auf dem deutschen Markt dar. „Wir sehen darin Möglichkeiten für eine eigene Geschäftsentwicklung“, erklärt Leister. „Denn der Autoverkehr nach Sylt hat ein besonderes Entwicklungspotenzial und kann in enger Zusammenarbeit mit den Akteuren auf der Insel und an der Küste wesentlich besser organisiert werden.“

Allerdings sei dafür der seit langem geforderte Ausbau der Infrastruktur der Schienenwege im Norden notwendig. „Das wird durch die hohen Trassenentgelte, die wir zu zahlen bereit sind, möglich sein“, erklärt Leister. Der von RDCD vorgeschlagene Fahrplan sehe deutlich mehr Fahrten für den Autozug vor als heute, fast 50 Prozent mehr Abfahrten seien beantragt. „Dabei geht es uns nicht darum, den Anteil der Pkw-Nutzung für die Anreise von Touristen in der Hauptsaison oder den Tagestourismus per Auto auf die Insel weiter zu steigern“, so der RDC-Generaldirektor. Ziel sei es vielmehr, den Gästen mehr Service und der Wirtschaft, den Einwohnern sowie allen auf Sylt Beschäftigten einen besseren Autozug zu bieten. „Wir wollen häufigere Fahrmöglichkeiten schaffen als bisher und damit ein attraktiver und zuverlässiger Partner für alle Nutzer auf der Insel sein.“

Selbstbewusst verkündet Unternehmenschef Leister, dass RDCD davon ausgehe, nach dem Fahrplanwechsel im Dezember 2015 den Autozugverkehr zu übernehmen. Dafür werde bereits jetzt ein regionaler Verkehrsbetrieb mit dem Arbeitstitel „Autozug Sylt“ sowie allen notwendigen Einrichtungen aufgebaut. Auch die Beschaffung neuer Lokomotiven und Waggons sei in Vorbereitung. „Wir streben eine gute Zusammenarbeit mit sämtlichen Beteiligten an“, sagt Carsten Carstensen, der Projektleiter „Autozug Sylt“. „Mit der DB Netz als Betreiberin der Bundesschienenwege, den übrigen DB-Infrastrukturbereichen, die zum Beispiel für Rampen und Zufahrten zuständig sind, aber auch mit den Service- und Verkehrsunternehmen der DB.“ Sollte RDCD den Zuschlag erhalten, würden auch alle Mitarbeiter, die heute beim DB-Autozugverkehr auf der Insel beschäftigt sind, zu vergleichbaren Konditionen übernommen. Aufgrund der vorgesehenen Mehrleistungen könnte sogar ein Ausbau des Personals notwendig sein.

Aber noch ist das alles Zukunftsmusik: Zunächst müssen die Rahmenvertragsanträge der RDCD mit der DB Autozug AG sowie möglichen anderen Bewerbern für die Strecke abgestimmt werden. Alle Entscheidungen zur Vergabe der Kapazitäten überwacht die Bundesnetzagentur als zentrale Regulierungsbehörde. Erst im Februar 2015 werden der Netzagentur alle beabsichtigten Entscheidungen von Unternehmen über Abschlüsse neuer Rahmenverträge im Eisenbahnverkehr vorgelegt. Diese Vorlagen würden dann von Amts wegen gemäß den Bestimmungen des Allgemeines Eisenbahngesetzes (AEG) geprüft, so eine Sprecherin der Bundesbehörde. Weitere Auskünfte zu den Bewerbern und zum Verfahren seien derzeit nicht möglich.

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erstellt am 08.Okt.2014 | 06:00 Uhr

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