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Autozug von Niebüll nach Westerland : Syltshuttle: Neue RDC-Transportanhänger vorgestellt

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100 Waggons der RDC sollen ab Februar über den Hindenburgdamm rollen. Das Personal stellt die Nord-Ostsee-Bahn.

shz.de von
erstellt am 10.Dez.2015 | 16:43 Uhr

Sylt | Hans Leister lässt keinen Zweifel aufkommen. „Wir werden fahren, so viel ist sicher“. Um auch den letzten Zweiflern den Wind aus den Segeln zu nehmen, präsentierte der Repräsentant der Railroad Development Corporation RDC am Donnerstag die Pkw-Transportanhänger, mit denen künftig Autos von Niebüll nach Westerland auf der Insel Sylt gebracht werden sollen - komplett überholt und frisch lackiert in kobaltblau. Das Logo „Autozug Sylt“ prangt an allen rund 100 Waggons, die das amerikanische Unternehmen künftig über den Hindenburgdamm schicken will.

Der Kampf um den Hindenburgdamm der beiden Bahnunternehmen Railroad Development Corporation (RDC) und DB Sylt-Shuttle zieht sich seit langem hin. Der neue Fahrplan sorgt erneut für Probleme. Weil viel mehr Züge als bisher auf der teils eingleisigen Strecke fahren sollen, werden sie sich in den Bahnhöfen Westerland und Niebüll gegenseitig blockieren, so die Befürchtung.

Eigenes Personal für die Abwicklung der logistischen Herausforderung - nichts anderes ist der Kfz- und Lkw-Transport über den Damm - werden die Amerikaner nicht selbst einstellen. Am Steuerstand der Loks und an den Verladerampen in Niebüll und Westerland werden vielmehr Mitarbeiter der NOB stehen. „Wir haben uns für die Nord-Ostsee-Bahn als durchführendes Eisenbahnunternehmen für den Autozug für zunächst ein Jahr entschieden. Die NOB stellt das betriebliche Personal und verantwortet den sicheren Betrieb“, teilte Generaldirektor Leister mit und begründete die Entscheidung mit der großen Erfahrung, die die Veolia-Tochter auf der Marschbahn in den vergangenen Jahren gesammelt hat. Ursprünglich war die Planung anders. Noch im Sommer hatte RDC auf seiner Homepage selbst Personal für den Betrieb gesucht.

„Autozug Sylt“ prangt auf den Seiten der Waggons.
„Autozug Sylt“ prangt auf den Seiten der Waggons. Foto: Reußner
 

Leister rechnet damit, dass sein Unternehmen „in etwa Anfang Februar“ die Fahrten auf dem Damm aufnehmen wird. Zugleich wollen die Amerikaner mit dem Eintritt in das lukrative Syltgeschäft neue Maßstäbe setzen. Unter anderem mit den - nur für einen Übergangszeit - eingesetzten Pkw- und Lkw-Transportwaggons vom Typ SPS. Vor allem die Ohren der Nutzer der Bahn und der Anwohner an der Bahnstrecke sollen den Unterschied zwischen den RDC-Zügen und den Wagen der DB-Konkurrenz deutlich zu spüren bekommen. „Wir sind leiser“, verkündete der RDC-Geschäftsführer Hinrich Krey. Einerseits, weil die Loks dieselelektrisch-dynamisch bremsen können und so künftig nicht mehr Bremsklötze geräuschvoll auf die Laufflächen der Waggon-Räder drücken. Und andererseits, weil dicke Überfahrgummis zwischen den Hängern die Rollgeräusche dämmen.

Jeder der drei Komplettzüge mit einer Länge von rund 600 Metern und 120 Pkw-Stellplätzen fährt zudem mit einem Energieversorgungs-Waggon, in dem Generatoren untergebracht sind. Damit kann der Zug in Westerland und Niebüll beladen werden, ohne dass die Lok laufen muss. 

Noch im Mai hatte die Präsentation der ersten provisorischen Flachwaggons, in denen zuvor schwere Stahlrohre transportiert worden waren, auf Sylt für helle Aufregung gesorgt. Damals war die Rede von „Retrolook“ und „vier Millionen Jahren verpasster Evolution“. Spätestens in zwei Jahren - so die Hoffnung der RDC-Leitung - werden dann auch die neuen Doppelstockwagen über den Hindenburgdamm rollen. Die technische Planung für das neue Zugmaterial laufe auf Hochtouren und die Genehmigungsverfahren seien eingeleitet, versicherte Leister. Die Produktion der neuen Waggons werde planmäßig beginnen. Insgesamt investiert RDC rund 30 Millionen Euro in die Waggons der nächsten Generation.

 

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