Sylts Wunsch nach schnelleren Zugverbindungen

Eigentlich sollte die Nord-Ostsee-Bahn ab Dezember an Glückstadt vorbeirauschen. Nun gibt es doch einige Halte.
Eigentlich sollte die Nord-Ostsee-Bahn ab Dezember an Glückstadt vorbeirauschen. Nun gibt es doch einige Halte.

Tourismus und Unternehmer setzen sich für Sprinterzüge zwischen Hamburg und der Insel ein

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12. Juli 2014, 05:38 Uhr

Schneller auf der Insel sein - das ist in Zeiten, in denen die Gäste immer spontaner und kürzer nach Sylt kommen, für Wirtschaft und Touristik ein drängendes Thema. Deshalb setzen sich der Insel Sylt Tourismus-Service (ISTS) und der Verein Sylter Unternehmer schon länger dafür ein, dass es während der Hochsaison künftig auch schnellere Zugverbindungen zwischen Hamburg und Sylt gibt.

Momentan dauert eine Fahrt zwischen Hansestadt und Insel auf der sogenannten Marschbahn-Strecke mit der Nord-Ostsee-Bahn (NOB) gut drei Stunden. Der Betrieb dieser Strecke wird nach der Sommerpause vom Land Schleswig-Holstein wieder neu ausgeschrieben und könnte ab 2017 auch von einem anderen Unternehmen als der NOB betrieben werden. Im Wirtschaftsausschuss in Kiel machten Tourismusdirektor Peter Douven und Karl Max Hellner von den Sylter Unternehmern vor kurzem deutlich, dass der Insel daran gelegen wäre, wenn „Sprinterzüge“ während der Hochsaison in die Bedingungen für den Betreiber mit aufgenommen würden. „Wir leben immer stärker von Kurzreisenden“, betonte Douven und wies darauf hin, dass die durch den Ausbau der A7 bedingten Staus eine komfortablere Anreise per Bahn noch dringlicher machen.

Dabei wäre die angepeilte Reduzierung der Fahrzeit auf zweieinhalb Stunden „schlicht das, was realistisch ist - auch wenn man nicht vergessen sollte, dass wir vor zwanzig Jahren schon in dieser Zeit von Hamburg nach Sylt kommen konnten“.

Nach der Sommerpause wird das Land die Strecke europaweit ausschreiben. Ob die Sylter ihre ersehnten „Sprinter-Züge“ erhalten, hängt dann auch davon ab, wie stark das Land die Strecke unter dem zukünftigen Betreiber bezuschussen muss. Die erste Vergabe, so Burkhard Schulze von der landesweiten Verkehrsservicegesellschaft (LVS), kostete das Land einen „mittleren zweistelligen Millionenbetrag“ – und günstiger werde die kommende Vergabe wohl nicht werden. Da die „Sprinterzüge“ ein zusätzlicher Kostenfaktor seien, könne man heute noch nicht sicher sagen, ob sie jemals Wirklichkeit werden.

Zudem käme die schnellere Verbindung nur dadurch zustande, dass einige Haltestellen nicht mehr anfahren würden: „Hier haben wir einen Interessenskonflikt“, so Schulze: Eigentlich sollen alle Haltestellen zwischen Hamburg und der Insel regelmäßig angefahren werden – auch, um Umsteigemöglichkeiten auf andere Linien weiter zu ermöglichen. Trotzdem sei der Wunsch der Sylter verständlich: „Sollten wir noch finanziellen Spielraum haben, haben die Sprinterzüge Priorität“. Während der Saison würden dann sonnabends und sonntags jeweils zwei Verbindungen von der Insel und zwei aus Hamburg kommend schneller ihr Ziel errichen.

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