Einkaufen auf Sylt : Sylts Supermärkte rüsten auf

Im Bauausschuss wird am Dienstag, 20. Januar, über das Vorhaben beraten
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Im Bauausschuss wird am Dienstag, 20. Januar, über das Vorhaben beraten

Veränderte Kundenwünsche und günstige Fördermittel: Ein Einkaufsmarkt nach dem nächsten wird auf der Insel umgebaut.

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24. Januar 2015, 05:52 Uhr

Wegen Umbau geschlossen: Wer in den vergangenen Monaten in einem der Supermärkte der Insel den heimischen Kühlschrank wieder auffüllen wollte, konnte mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit damit rechnen, dass er vor verschlossenen Schiebetüren stand. Die Sylter Einkaufsläden werden aufgehübscht – einer nach dem anderen. Für diesen Schöner-Shoppen-Trend gibt es neben den eher ästhetischen auch viele praktische Gründe: Die Anschaffung einer klimafreundlicheren Kühlanlage oder die Umrüstung auf LED-Beleuchtung werden vom Bund gefördert.

Im Edeka-Markt von Katrin und Peter Biallas in der Westerländer Fußgängerzone herrscht bis zur Neueröffnung am 5. Februar emsige Betriebsamkeit: Von der Decke bis zum Kühlungssystem, von den Kassen bis zur Lüftung wird hier alles neu gemacht. „Wir wollen unseren Kunden nach unserer letzten Renovierung 2008 mal wieder ein neues Bild bieten“, sagt Peter Biallas. Dirk Berner, Geschäftsführungsmitglied der Coop eG, zu der unter anderem die Sky-Supermärkte gehören, erklärt die Umbauwelle auch mit veränderten Kundenbedürfnissen: „Die Obst- und Gemüseabteilungen und die Kühl- und Tiefkühlbereiche werden tendenziell immer größer. Das liegt an dem Gesundheitstrip, auf dem die Menschen sind.“ Immer größer werden außerdem die Getränkeabteilungen – „Heutzutage gibt es ja jedes Bier in acht Farben“, sagt Berner.

Bei den Renovierungen geht es aber auch immer um Energiespar-Möglichkeiten. Die Einsparungen sind in nicht-modernisierten Supermärkten vor allem bei den Kühlanlagen möglich, die für etwa 60 Prozent des Energieverbrauchs sorgen, und auch bei der Beleuchtung mit zirka 20 Prozent des Energieverbrauchs.

Dass man bei der Kühlung sparen kann, hat das Ehepaar Biallas schon 2008 bemerkt, als sie ihre Tiefkühltruhen von offenen Modellen zu solchen mit Deckeln getauscht haben: „Dadurch sparen wir schätzungsweise 20 Prozent Energie“, glaubt Peter Biallas.

Nun wird das gesamte Kühlungssystem des Supermarkts energiesparend umgestellt, die neue Tiefkühlanlage wird mit CO2 als Kältemittel betrieben, was weniger klimaschädlich ist als herkömmliche Kältemittel. Solch eine Umstellung hat es auch in anderen Sylter Supermärkten wie bei Edeka Gehrke schon gegeben, und der Sky-Markt, der momentan in Tinnum neu gebaut wird, soll sämtliche Energieeffizienz-Möglichkeiten der Coop eG ausschöpfen, heißt es von Geschäftsführer Berner.

Für Supermarkt-Betreiber lohnt sich der Umbau nicht nur aufgrund der künftigen Energieeinsparung: Seit 2009 wird die Umstellung vom Bund im Rahmen des „Klima-/Kälte-Impulsprogramms“ vom Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle gefördert. Mit 96 Millionen Euro wurden in den vergangenen fünf Jahren 983 Kühlanlagen mitfinanziert. Dadurch habe man bundesweit bisher eine Minderung des Energieverbrauchs von 457 Millionen Kilowattstunden pro Jahr erzielt, heißt es von einem Ministeriumssprecher. Auch, wenn sie ihre Beleuchtung auf LED umstellen, können die Unternehmen Fördermittel beim Bund beantragen. Praktisch heißt das: Obwohl die Kühlabteilungen in den Supermärkten immer größer werden und der Strompreis steigt, sinke bei einem klimafreundlich modernisierten Supermarkt der Energieverbrauch, sagt Berner.

Dass sich die Investitionen lohnen, findet auch Volker Gehrke vom gleichnamigen, frisch renovierten Edeka-Markt in Westerland. Ohnehin sei jetzt, zu Zeiten derart guter Zinssätze, der perfekte Zeitpunkt, um in die eigenen Objekte zu investieren. Und das käme auch bei den Kunden gut an: „Wir werden nach zwei Monaten immer noch für unseren Umbau gelobt, den Kunden kommt der Laden viel größer vor.“

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