Kriminalität : Sylts Hauptsaison für Fahrraddiebe

Auch am Westerländer Bahnhof sollte man sein Fahrrad besser gut abschließen.
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Auch am Westerländer Bahnhof sollte man sein Fahrrad besser gut abschließen.

Jetzt, während der Hauptsaison, verschwinden auf Sylt besonders viele Fahrräder. Doppelte Schlösser und individuelle Kennzeichnung schützen vor teuren Verlusten.

shz.de von
20. Juni 2014, 06:00 Uhr

Der Sommer ist nicht nur die Hauptreisezeit, sondern auch die Hochsaison für Fahrraddiebe, denn bei schönem Wetter sind die meisten Menschen auch radelnd unterwegs. 2013 registrierte die Polizei bundesweit 316 857 gestohlene Fahrräder, im Vorjahr wurden 326 159 Diebstähle angezeigt – ein Rückgang um lediglich 9 302 Fälle, die Aufklärungsquote lag bei nur 9,6 Prozent.

Für Sylt blieb die Anzahl polizeilich erfasster Fahrraddiebstähle im Vergleich zu 2012 mit 155 Taten auf dem zwar gleichen, jedoch landesweit erfreulich niedrigen Niveau, so Pressesprecher Matthias Glamann von der zuständigen Polizeidirektion Flensburg.

Auf der Insel werden häufig schlecht gesicherte, aber auch viele ungesicherte Fahrräder entwendet. Deshalb rät die Kriminalpolizei allen Besitzern, ihre Räder noch besser vor Diebstahl zu schützen. „Ein geeignetes Schloss, mit dem das Rad an festen Gegenständen wie Laternenmasten oder Fahrradständern angeschlossen werden kann, ist besonders wichtig“, sagt Gerhard Klotter, Vorsitzender der Polizeilichen Kriminalprävention der Länder und des Bundes, „besonders bei großen Stellplätzen wie Bahnhöfen, Bädern sowie Sport- und Freizeiteinrichtungen.“

Jörg Lorenzen von Der kleine Fahrradladen am Keitumer Gurtstig empfiehlt eine doppelte Sicherung. „Hinten ein gutes Rahmenschloss und zum Festmachen ein massives Metallfalt- oder Panzerkabelschloss, das ist die beste Lösung!“ Die hat jedoch ihren Preis: zirka 80 bis 100 Euro. „Man sollte nicht an der falschen Stelle sparen“, so Lorenzen. „Die Faustregel lautet: Zehn Prozent der Kaufsumme eines Rades in sichere Schlösser investieren.“

Um ein Fahrrad vor Diebstahl zu schützen oder, wenn es doch gestohlen wurde und wieder auftaucht, dem rechtmäßigen Besitzer zuordnen zu können, ist eine spezielle Kennzeichnung sowie ein Aufkleber wie „Finger weg – Mein Rad ist codiert!“ sehr hilfreich. „Zumindest sollte man sich die individuelle Rahmennummer notieren“, rät Kripoexperte Klotter. „Diese ist bei den meisten in Deutschland verkauften Rädern in den Rahmen eingeschlagen.“

Auf Sylt verschwinden nicht nur Fahrräder von Privatpersonen oft auf Nimmerwiedersehen, auch so mancher Fahrradverleiher hat mit dem Problem zu kämpfen. „Jedes Jahr werden zirka 15 bis 20 unserer Fahrräder geklaut“, ärgert sich Markus Sörensen vom M&M Fahrradverleih, mit acht Standorten in Westerland, Tinnum, Wenningstedt und List einer der größten Verleiher auf der Insel. „Meistens sind es Standardräder, aber einmal ist sogar ein E-Bike gestohlen worden – im Wert von mehr als 2 000 Euro.“ Für Margit Geselle von VeloQuick dagegen ist Fahrraddiebstahl „zu unserem Glück“ kein Thema. „Doch Kunden vom Festland berichten häufig, dass ihnen zuhause ihre Bikes gestohlen werden – meistens in Großstädten“, sagt die Geschäftsführerin des Verleihs im Westerländer Industrieweg. Auch Jörg Lorenzen von Der kleine Fahrradladen hat keine Probleme mit Fahrraddiebstählen. „Unsere Mieträder sind aus hochwertigen Materialien gefertigt, sehen aber recht unscheinbar aus“, erklärt Lorenzen, „das machen wir extra so.“ Und: „Wer Leihrädern klaut, muss ja auch blöd sein. Denn die haben oft spezielle Lackierungen und auch das Verleiherlogo drauf.“


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