zur Navigation springen

Westerländer Weihnachtsbaden : Sylts härteste Badegäste

vom
Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

151 mutige Sylter und Gäste stürzten sich beim 29. Westerländer Weihnachtsbaden in die fünf Grad kalte Nordsee.

von
erstellt am 26.Dez.2013 | 16:38 Uhr

Die Motivationen, vor rund 4 000 Zuschauern Ende Dezember in die Nordsee zu hüpfen, waren bei den 151 Teilnehmern des 29. Westerländer Weihnachtsbadens so unterschiedlich wie ihre Verkleidungen, die vom Adams- bis zum Robin-Hood-Kostüm reichten: „Hier mitzumachen, ist ein reines Ego-Ding!“, gab Carsten Petersen (29) unumwunden zu, „ist doch super, wenn man mal so von allen beklatscht wird“. Der in Kiel lebende Sylter gehörte zum letzten, abgehärteten Kern, der noch in der kalten Nordsee vor den Kameras plantschte, während die restlichen Teilnehmer unter einer heißen Dusche wieder auftauten.

Für andere Hardcore-Bader scheint die Frage nach dem Warum geradezu absurd: Viele von ihnen steigen seit Jahren in die Fluten – macht man halt zu Weihnachten auf Sylt. So wie Volker Barthmuß aus Reutlingen, der zum zehnten Mal dabei war und mit seinen 78 Jahren den ältesten Weihnachts-Bader und mit seinem Robin-Hood-Kostüm das beliebteste Fotomotiv gab. „Verkleidet macht es einfach mehr Spaß“, befand der Rächer der Entrechteten, als er tropfend und dann doch leicht zitternd wieder aus den Fluten stieg. Für seinen Mitstreiter, Jochen Mädge (76), dagegen waren die Badebedingungen fast zu mild: Kaum Wind und fünf Grad warme Luft und Wasser. „Da habe ich schon ganz anderes erlebt – Brandung, Schnee, wirkliche Kälte“, berichtete der mit geringeltem Retro-Badeanzug bekleidete Senior aus Braunschweig, der zum 17. Mal teilnahm.

Im Wasser waren die Badenden rundherum abgesichert: Neben der Freiwilligen Feuerwehr Westerland, dem DRK und dem Rettungscorps stellte der neue Rettungskreuzer der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger, die „Pidder Lüng“ mit Beiboot „Michel“ sicher, dass keiner der Badenden verschütt ging. Moderator Sönke Nielsen bedankte sich bei den Rettungskräften für ihren Einsatz und regte an, dass sich im kommenden Jahr doch statt der angemeldeten Teilnehmer das begeisterte Publikum ins Wasser wagen sollte. Zumindest Thies Krahl aus Westerland war von dieser Idee nicht begeistert: „Mir ist jetzt schon kalt“, schimpfte der 13-Jährige, der wie viele Zuschauer ganz vorn am Flutsaum eine ordentliche Welle über die Füße bekommen hatte. Gelegenheit zum Aufwärmen gab es für Gäste und Badende auf der Promenade heiße Getränke und Schunkel-Gelegenheit zu Liedern des Sylter Shanty-Chors.

 

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen