Surf Cup Sylt : Sylter Windsurf-Hoffnung startet am Mittwoch beim Surf Cup

Marius Herrmann surft am liebsten am Brandenburger Strand. Sein Equipment transportiert er in einem Anhänger an seinem Fahrrad.
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Marius Herrmann surft am liebsten am Brandenburger Strand. Sein Equipment transportiert er in einem Anhänger an seinem Fahrrad.

Auf dem Meer fühlt er sich frei: Der 17-jährige Marius Herrmann startet ab kommenden Mittwoch als jüngster Sylter beim Top-Event im Windsurfen in Westerland.

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20. Juli 2015, 05:16 Uhr

Am kommenden Mittwoch fällt der Startschuss für den Surf Cup auf Sylt, dem nationalen Top-Event im Windsurfen. Bis zum Sonntag gibt es auf dem Wasser vor dem Brandenburger Strand – falls die Wetterbedingungen stimmen – dann wieder die teilweise spektakulären Leistungen der knapp 80 teilnehmenden Sportler zu sehen.

Unter den Startern ist erstmalig auch der Sylter Marius Herrmann. Wenn der 17-Jährige nicht gerade auf dem Wasser ist, besucht er die Qualifizierungsphase des Gymnasiums und wird in zwei Jahren sein Abitur machen. Doch an erster Stelle steht für ihn sein Hobby: Seine gesamte Freizeit verbringt der junge Sportler auf dem Brett mit dem Segel in der Hand. „Wenn ich aus der Schule komme, gehe ich eigentlich immer aufs Wasser, da kann ich dann alles um mich herum vergessen“, sagt er strahlend. „In Städten und auf den Straßen gibt es immer Grenzen, die gibt es auf dem Meer nicht. Dort fühle ich mich einfach frei.“

Herrmann gilt als die große Windsurf-Hoffnung der Insel. Gelernt hat er den Sport von seinem Vater, mit dem er auch heute noch gerne aufs Wasser geht. „Allerdings bin ich jetzt besser als er“, sagt er augenzwinkernd. Seit rund zwei Jahren surft er selbständig fast täglich am Brandenburger Strand. Im Winter ist er dort meist der einzige, denn die Profis trainieren in den kälteren Monaten hauptsächlich an wärmeren Orten. „Ich gehe auch bei vier Grad aufs Wasser, oder bei stärkeren Stürmen. Dann hört man gar nichts mehr, außer den Wind.“

Ein paar Windstärken mehr beeindrucken den gebürtigen Sylter nicht. Als Waverider braucht er sie sogar, denn diese Disziplin gilt als eine der extremsten Disziplinen beim Windsurfen überhaupt. Der Tanz mit den Wellen ist vergleichbar mit dem ursprünglichen Wellenreiten ohne Segel, gewinnt jedoch durch die zusätzliche Power des Windes noch mehr an Action. Die Wellenritte werden kombiniert mit spektakulären Sprüngen. Der Wettkampf, bei dem auch Hermann antreten will, wird erst ab fünf Windstärken und einer entsprechenden Wellenhöhe gestartet.

Dass er beim diesjährigen Surf Cup mit den besten deutschen Fahrern starten darf, macht Herrmann sehr stolz. Sein größter Wunsch ist es, einmal bei der Weltmeisterschaft auf Sylt mitzufahren. Außerdem möchte er später um den Globus reisen und an den verschiedenen weltweit stattfindenden Wettkämpfen teilnehmen. Nach dem Abitur treibt es ihn auch erstmal weg von der Insel. Ans Studieren denkt der 17-Jährige dabei nicht. „Erstmal möchte ich auf die Kanaren und nach Südafrika, um dort als Windsurflehrer zu arbeiten.“

Um sich seinen Sport zu finanzieren, konnte er bereits einige Sponsoren gewinnen, darunter den Sylter Getränkehändler Möller und die Surf Schule Westerland. Dort hält man große Stücke auf ihn. „Marius ist seit zwei Jahren so gut wie jeden Tag auf dem Wasser, egal bei welchem Wind und egal aus welcher Richtung er kommt“, sagt Christoph Kramp von der Surfschule. „Er hat einfach viel Ehrgeiz und Talent. Wenn er so weitermacht, können sich die Profis echt warm anziehen.“

Mit weiteren Sponsoren steht Herrmann in Verhandlungen. „Windsurfen ist schon ein ziemlich teurer Sport“, erzählt er, „man hat einen enormen Verschleiß an Materialien und ich muss schon gucken, wie ich das finanziert bekomme.“

Neben den Windsurf-Wettkämpfen bietet der Surf Cup in diesem Jahr ein reichhaltiges Rahmenprogramm: Unter anderem werden die Deutschen Meisterschaften im Stand Up Paddling (SUP) ausgetragen, es gibt eine Strecke, auf der sich Skateboarder, Inlineskater, Scooterfahrer und BMX-Piloten in die Steilkurven katapultieren können, auf den Slacklines ist Balancegefühl gefordert und auf der Beach-Skimboardbahn kann man von ersten Gleitversuchen bis zu richtigen Sprüngen in diese Sportart eintauchen.

Außerdem wird es auf der Promenade ein großes Angebot an kulinarischen Gastronomieständen und Shoppingmöglichkeiten geben. Allabendlich klingt der Surf Cup mit den After-Race-Parties aus. Ein besonderes Highlight ist das Live-Konzert der Indie-Pop-Band „Tonbandgerät “ am kommenden Freitag, 24. Juli, ab 19 Uhr am Brandenburger Strand in Westerland.

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