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3000 Euro für Adlergeschrei : Sylter wehren sich gegen Möwenplage

vom
Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

Auf Sylt soll Adlergeschrei die Möwen auf den Wohnhäusern des Kommunalen Liegenschafts-Managements fern halten. Zu viele Anwohner fühlten sich durch den Lärm und „Möwenschiss“ belästigt. Problematisch: Auch das Raubvogel-Gekrächze nervt.

shz.de von
erstellt am 24.Apr.2014 | 05:58 Uhr

Sylt | Silke Frederiksen aus dem Westerländer Hugo-Köcke-Weg konnte im letzten Sommer wegen der „Möwenschisse“ keine Wäsche mehr raus hängen und nachts wegen des ständigen Gekreisches der Vögel kaum ein Auge zu bekommen. Deshalb hat sie in ihrer Nachbarschaft eine Unterschriftenaktion gestartet, um die Verwaltung und das Kommunale Liegenschafts-Management (KLM) auf ihr Problem aufmerksam zu machen.

Auf die Beschwerden der Anwohner hat das KLM jetzt reagiert. In der jüngsten Sitzung des Hauptausschusses der Gemeinde Sylt stellte KLM-Chef Marcus Kopplin seine Lösung vor: Raubvogel-Schreie. Wie auch auf dem Dach des Insel Sylt Tourismus-Service sollen die Geräusche die Möwen abschrecken. Das KLM testete die 400 Euro teure Birdguard-Einrichtung sowohl auf den KLM-Häusern im Hugo-Köcke-Weg als auch im Westhedig, wo das Möwen-Problem besonders ausgeprägt ist. Das Ergebnis: „Nach einiger Zeit saßen an den Stellen, wo wir die Geräte aufgehängt hatten, keine Möwen mehr.“ Allerdings: Auch das Gekrächze der Raubvögel geht den Bewohnern auf die Nerven. Aber dieses kann auf die Zeit zwischen 8 und 20 Uhr reduziert werden – die Möwen kreischen zwischen 4 und 22 Uhr. Laut Kopplin sind die Birdguard-Geräte eine sinnvolle Investition, Kostenpunkt: 3000 Euro.

Zusätzlich lässt das KLM regelmäßig die Nestbauten der Möwen von den Dächern absammeln. Das gestalte sich allerdings schwierig: Sämtliche Dachdeckerfirmen lehnten den Auftrag ab, weil sie ihre Mitarbeiter nicht den Möwenangriffen aussetzen wollten. Jetzt kümmert sich ein Schornsteinfeger bis Mai um die Nester, verzeichnet bislang aber nur geringe Erfolge.

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