zur Navigation springen

Sylter Strandgut : Sylter Vorsätze sind anders

vom
Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

In der SR-Kolumne Strandgut macht sich Redakteur Nils Jesumann Gedanken über Zigaretten, fettige Würste, Frauen und Schundliteratur. Und über gute Vorsätze.

von
erstellt am 04.Jan.2014 | 15:00 Uhr

Gute Vorsätze sind wie ungeliebte Tanten: man lädt sie sich aus Höflichkeit und gutem Willen nach Hause ein und wenn die Damen dann vor der Tür stehen, will man am liebsten gar nicht aufmachen. Paradox. Aber genauso ist es mit den vollmundig geäußerten Vorhaben, man wolle im neuen Jahr sicher einen Siebentausender im Himalaya besteigen und werde daher ab dem 1. Januar die Finger von Zigaretten, Wein, fettigen Würsten, Frauen und der Schundliteratur von Katja Kessler lassen. Dann kommt es wie es kommen muss: Bereits am 2. Januar wird man von einem Freund dabei ertappt, wie man mit glimmender Marlboro und einem Glas Barolo bewaffnet aus Kesslers „Das Schatzi-Experiment“ rezitierend für die schöne Nachbarin spanische Chorizo auf den Grill wirft. Diese vorhersehbare Inkonsequenz ist dann nur menschlich.

Auf Sylt ist die Lage dagegen anders: Wer sich hier an Silvester gute Vorsätze auf den Bierdeckel gekritzelt hat, der konnte diese im besten Fall am nächsten Tag gar nicht mehr entziffern: „Du Schatzi, heißt das hier etwa ’mehr Bier’ oder ’mehr Tier’?“ Auch die Theorie, dass sich der Sylter immer etwas ab- statt angewöhnen wolle – Frei nach dem Motto: „Im nächsten Jahr trinken wir statt Champagner nur noch Kaffee zum Frühstück“ – ist natürlich Kokolores. Im Gegenteil. Auf Sylt kann man sich auch mal eine ungesunde Angewohnheit mehr zulegen – so ganz gegen den Trend. Das Reizklima wird das dann schon richten.

Während sich in der Silvesternacht viele Sylter so gut gelaunt geschworen haben werden, dass sie in 2014 mal wieder einige Pfunde draufsatteln wollen, herrschte in Wenningstedt-Braderup Verwirrung. Was war geschehen? Statt wie in den vergangenen 25 Jahren war die Straßenbeleuchtung in dem Inseldorf ausgefallen und es herrschte Dunkelheit. Das inselweite Knallverbot tat das Übrige und Gäste wie Sylter irrten nur im Schein ihrer Handy-Displays durch die Straßen. Für solche Notfälle empfehlen sich Wunderkerzen, die Nachwanderern neben Hundekottüten frei verfügbar gemacht werden sollten.

 

 

 

 

 

 

 

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen