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Bürgermeister plant Umstrukturierung : Sylter Verwaltung: Neue Superämter mit starken Frauen

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Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

Drei statt sieben Amtssäulen und teilweise neue Führungskräfte: Bürgermeister Nikolas Häckel arbeitet an Plänen, die Verwaltung neu aufzustellen.

shz.de von
erstellt am 23.Jun.2015 | 05:03 Uhr

Er hatte es bereits im Wahlkampf angekündigt: Sollte er gewählt werden, sagte Nikolas Häckel mehrfach, würde er die Verwaltung anders aufstellen als bisher. Die bisher sieben Ämter sollen auf drei oder vier reduziert werden – diese Pläne will der Bürgermeister der Gemeinde Sylt nun rund zwei Monate nach seiner Amtseinführung umsetzen. Die Ideen, die momentan noch innerhalb der Verwaltung diskutiert werden sollen, beinhalten unter anderem auch neue Führungsrollen – und sorgen unter den Mitarbeitern, aber auch in der Politik teilweise für Unruhe.

Aber welche Änderungen sind genau im Gespräch? Künftig soll es nach den bisher der Sylter Rundschau bekannten Plänen drei neue „Superämter“ geben, auf die alle bisherigen Ämter aufgeteilt werden. Hauptamtsleiterin Monika Kuhn soll das neue „Verwaltungs–Amt“ leiten, dem Personal, zentrale Dienste sowie das Hauptamt untergeordnet sind. Gegebenenfalls wird dort mittelfristig auch das Amt für Finanzen eingegliedert. Ein zweites „Superamt“ soll sich mit dem breiten Thema Dienstleistungen befassen. Nach jetzigem Stand der Planungen soll dieses Amt von der ehemaligen Ordnungsamtsleiterin Gabriele Gotthardt geleitet werden. Sie wäre damit für das Ordnungsamt und den Bürgerservice, aber auch für die Bauverwaltung und die Stadtplanung zuständig. Das würde unter anderem bedeuten: Der derzeitige Bauamtsleiter Martin Seemann bekommt Gotthardt als Vorgesetzte. Ohnehin soll das Bauamt nach unserer Zeitung vorliegenden Informationen zerschlagen werden – das Tiefbauamt unter der derzeitigen Leitung von Reiner Brudnitzki soll ins dritte „Superamt“ Technik eingegliedert werden, das die derzeitige Umweltamtsleiterin Ruth Weirup leiten soll. Sie wäre zwar weiterhin für die Umweltthemen, aber künftig auch für Bauhof, Bauaufsicht und den Tiefbau zuständig.

Aus internen Kreisen heißt es, dass die eine oder andere Führungskraft nicht ganz glücklich damit sei, durch diese Neuordnungen ihren Titel als Amtsleiter zu verlieren. Auch innerhalb der Mitarbeiterschaft sollen die geplanten Umstrukturierungen bereits für massive Verunsicherung sorgen.

Die Politik soll nach aktuellem Kenntnisstand bisher nur knapp in einer Fraktionsleiter-Sitzung mit dem Bürgermeister über dessen Pläne informiert worden sein. Sie kommentieren die Entwicklungen eher verhalten. Die CDU werde darüber noch beraten, heißt es von Fraktionschef Wolfgang Jensen: „Ich persönlich halte es für wichtig, dass die Verwaltung überhaupt neu strukturiert wird.“ Ob die CDU die Zerschlagung des Bauamtes allerdings für sinnvoll halte, das müsse noch geklärt werden. „Und natürlich halte ich es für wichtig, dass das Personal bei diesen Entscheidungen richtig mitgenommen wird.“ Auch die SSW-Fraktion werde sich mit dem Thema beschäftigen, heißt es von Klaus Jensen. „Mir persönlich geht das allerdings zu schnell. Aber trotzdem: Veränderungen sind halt der Lauf der Dinge“. Auch Christian Thiessen von den Piraten ist der Ansicht, dass die Diskussion um die innere Organisation der Verwaltung zu früh käme. „Zuerst sollten die Ziele mit der Selbstverwaltung abgestimmt werden“, sagte Thiessen. Er würde es außerdem begrüßen, wenn sich der Personalrat zu dem Thema im Hauptausschuss äußern würde.

Gerd Nielsen (SPD) mahnt zur Besonnenheit: „Ich erwarte eine sorgfältige Beratung des Organigramms und hierbei insbesondere die Mitnahme der Beschäftigten. Es kann hierbei nicht um Schnelligkeit gehen, sondern um Sorgfalt und kluges Abwägen.“ Die SPD-Fraktion werde sich noch ausführlich mit dem Organigramm beschäftigen. Einzig die stärkste Unterstützerpartei des Bürgermeisters, die Sylter Wählergemeinschaft, äußert sich positiver: „Wir als SWG haben natürlich ein starkes Augenmerk auf das Bauamt als tragende Säule. Das Bauamt mit all seinen wichtigen Bereichen darf auch künftig keine untergeordnete Rolle spielen. Gegebenenfalls sollte es auch direkt von Bürgermeister Häckel geführt werden“, heißt es vom stellvertretenden Fraktionschef Sönke Hansen.

Heute Abend bereits soll das Thema in der Sitzung des Hauptausschusses besprochen werden. Bürgermeister Nikolas Häckel unterbricht dafür spontan seinen Urlaub in Kiel.

 

 

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