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Wohnraum auf Sylt : Sylter Unternehmer suchen Bauland für Personalwohnungen

vom
Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

Der Verein Sylter Unternehmer würden gern auf Gemeindegrund Personalwohnungen bauen. Die Gemeindevertreter zeigen jedoch Bedenken.

von
erstellt am 20.Jun.2015 | 05:30 Uhr

Wer in den einschlägigen Sylter Foren im Internet unterwegs ist, kennt sie: Die vielen dringenden Anfragen von Sylter Unternehmen oder von ihren Mitarbeitern, die nach Wohnraum auf der Insel suchen.

Die Fraktion der Insulaner–Piraten haben nun mit Unterstützung des Vereins Sylter Unternehmer (SU) beantragt, dass die Gemeinde Sylt den Unternehmern ein Grundstück zur Verfügung stellt, damit der Verein dort Personalwohnungen bauen darf. Dieser Antrag sorgte in der Sitzung der Gemeindevertreter am Donnerstagabend allerdings für viel Diskussionsstoff.

Hicham Lemssiah von den Insulanern stellte die Idee zunächst vor: Die Gemeinde stellt den Unternehmern ein „ausreichend großes Grundstück“ auf Erbpachtbasis zur Verfügung, der Verein baut darauf als Stiftung oder im Genossenschaftsmodell „spekulationsgeschützen Wohnraum für Personal und Auszubildende“. Dadurch, sind die Insulaner-Piraten überzeugt, könnten auf der Insel Arbeitsplätze gesichert, der Wirtschaftsstandort gestärkt und die Gefahr gemindert werden, dass gerade kleine Betriebe aufgrund von Personalnot schließen müssen.

Die Gemeindevertreter nahmen die Idee zwar grundsätzlich positiv auf, äußerten aber teils grundsätzliche Bedenken. „Wir haben den Sylter Unternehmern schon zu Zeiten von Sylt-Ost Grundstücke für den Wohnungsbau zur Verfügung gestellt“, erinnerte Maria Andresen (Grüne). Nach 15 Jahren allerdings sei die Bindung der vom Bund zur Verfügung gestellten Häuser erloschen, die Unternehmer hätten die Häuser dann verkaufen können. Deshalb müsse die Gemeinde vorsichtig sein, den Sylter Unternehmern irgendwelche Zusagen zu machen.

Karl-Max Hellner, Vorsitzender des Vereins, hält diese Bemerkung für eine „Unverschämtheit“. Mindestens 95 Prozent der Wohnungen, die die Unternehmer Anfang der 1990er Jahre im Sjipwai, in der Hans-Böckler-Straße und in der Friesischen Straße gebaut haben, seien noch in Sylter Hand, betont der Unternehmer. Die allermeisten würden sogar noch von den Erstbeziehern bewohnt. „Die Gemeinde schafft es doch gar nicht, die geplanten 500 Wohnungen alleine zu bauen“, so Hellner weiter, „die Sylter Unternehmer als insularer Verein wären deshalb doch ein idealer Partner, um beim Schaffen von Wohnraum zu helfen.“

Und damit traf Hellner im Grunde den Kernpunkt der Diskussion: Während Gerd Nielsen (SPD) den Standpunkt vertrat, mithilfe der Arbeit des Kommunalen Liegenschafts-Managements könnte Sylt seine Wohnraumprobleme in absehbarer Zeit lindern, war Hicham Lemssiah wie Hellner der Ansicht, ohne Hilfe von Außenstehenden werde sich der Wohnungsmarkt nicht entspannen. Nielsen hielt dagegen, dass die Gemeinde ohnehin keine Grundstücke übrig habe, weil die vorhandenen Flächen entweder schon in der Bauplanung sind oder, wie das Stov-Gelände, demnächst beplant werden sollen.Zur weiteren Beratung wurde das Thema von den Gemeindevertretern an den zuständigen Wohnungsbauausschuss verwiesen.

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