Windsurf Cup Sylt : Sylter Surfer mit türkischen Wurzeln

„Ich glaube auf jeden Fall, vor allem an die Natur und am meisten an die Welle“, der Sylter Surfer Irfan Celikay,
„Ich glaube auf jeden Fall, vor allem an die Natur und am meisten an die Welle“, der Sylter Surfer Irfan Celikay,

Seit über zehn Jahren surft Irfan Celikayer auf bundesdeutscher Ebene. Ab heute ist er beim „Summer Opening Windsurf Cup“in Westerland dabei.

shz.de von
13. Mai 2015, 05:21 Uhr

Irfan Celikay ist waschechter Sylter: 1976 wurde er in der Nordseeklinik auf der Insel geboren. Seine Eltern sind in den 70er Jahren als Gastarbeiter aus dem türkischen Izmir nach Sylt gekommen und leben bis heute hier. „Ich habe zwar türkische Wurzeln, aber fühle mich genau so deutsch.“ So bewahrt er zwar teilweise die Kultur seiner Ahnen, lebt aber mit seiner Frau Tanja in Westerland ein eher deutsches Leben.

Beim „Summer Opening Windsurf Cup“ der von heute bis Sonntag, 17. Mai, in Westerland stattfindet, ist der passionierte Surfer mit dabei. Seine Konfession ist klar: „Ich glaube auf jeden Fall, vor allem an die Natur und am meisten an die Welle.“ Wenn Irfan nicht auf dem Wasser ist, fährt er mit dem Trekking-Fahrrad über die Felder: „Köpfhörer auf, Vollgas, die Knie schmieren“, das ist für ihn der beste Ausgleich für die beim Surfen einseitig belasteten Gelenke.

Angefangen hat Irfans Liebe zu den gleitenden Brettern in den 80er-Jahren mit dem Skateboarden. „Als Skater wurden wir auf Sylt überall weg gejagt.“ Dann eben aufs Wasser. Im Sommer 1989 entdeckt Irfan das Windsurfen auf Sylt für sich, und hat seine Bestimmung gefunden: „Ich war sofort angefixt und wusste, das ist mein Ding“,sagt er heute. Damals konnte er nur auf seiner „Schokoladenseite“ mit Vollgas rausbrettern, den Rückweg musste er mit dem Brett schwimmen. Fortan will Irfan am liebsten nur noch aufs Wasser, neben der Schule arbeitet er als Jugendlicher in einer Surfschule in Westerland, für ihn die schönste Art, Hobby und Job zu verbinden.

Ab 1993 fährt er die ersten Windsurf-Cups auf bundesdeutscher Ebene mit. „Immer wieder mit soliden Platzierungen, aber zum Vollprofi sollte es nicht reichen.“

Also macht er eine eine Ausbildung zum Fliesenleger, bis zum Jahr 2004 bleibt er in dem Job. „Aber ewig nur auf den Knien rumrutschen, das ist nichts für mich“, sagt er. Außerdem sei er nicht flexibel gewesen, wenn Wind und Welle stimmen. Also arbeitet er wieder in der Surfschule, und zusätzlich als Hausmeister. Sein größter Wunsch: Auf Sylt eine Surfschule zu betreiben, und noch mehr Jugendliche für diesen faszinierenden Sport zu begeistern.

Auf den „Summer Opening Windsurf Cup“ in dieser Woche in Westerland ist Irfan gut vorbereitet. Vergangene Woche ist er beim Saisonauftakt auf Fehmarn unter die Top Ten gefahren. „Für mich nach langer Pause ein toller Erfolg“, sagt der Wind- und Wellenliebhaber. Wenn die Bedingungen stimmen, hofft er vor allem in seiner Lieblingsdisziplin „Waveriding“ an den Start gehen zu können. „Ich werde alles geben um auf der Insel wo ich geboren wurde, nach ganz vorn zu surfen.“

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