zur Navigation springen

Schlaganfallversorgung : Sylter Spenden geben den Ausschlag

vom
Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

Erfolgreiche Spendenaktion für die Sylter Schlaganfallversorgung. Dank der Spenden vieler Auswärtiger und Insulaner wird die Nordseeklinik jetzt eine Stroke Unit zur besseren Diagnose und Versorgung von Schlaganfällen einrichten.

shz.de von
erstellt am 21.Dez.2013 | 00:31 Uhr

Jede Minute zählt, wenn ein Mensch einen Schlaganfall erlitten hat. In kürzester Zeit muss die Erstversorgung erfolgen, müssen zuverlässige Diagnosen gestellt werden, um die bestmögliche Behandlung folgen lassen zu können. Auf Sylt fehlt es bisher an der optimalen Versorgung, wie sie heute große Krankenhäuser bieten.

Eine private Spendeninitiative hatte sich deshalb vor gut einem Jahr gegründet, um für die Asklepios Nordseeklinik die bestmögliche Diagnostik nach dem Vorbild einer sogenannten Stroke Unit („Schlaganfalleinheit“) zu ermöglichen. Die soll mit Hilfe eines hochmodernen Computertomographen (CT) und der Einrichtung einer telemedizinischen Kommunikation zur Neurologie einer dauerhaft besetzten Schwester-Klinik in Hamburg realisiert werden. So wird dann die notwendige schnelle und optimale Versorgung von Schlaganfallpatienten möglich, können die oft dramatischen Spätfolgen eines Schlaganfalls oder gar der Tod vermieden werde.

Für Dr. Bernard große Broermann ist die Investition in eine solche Medizintechnik „ein wichtiger Baustein unserer Qualitätssicherung in der Nordseeklinik“. Der Gründer und Gesellschafter der Asklepios-Kliniken war von der Spendeninitiative zur Verbesserung der Schlaganfallversorgung auf Sylt von Beginn an überzeugt und begeistert. Allein hätte die Klinik aber die notwendige Investition von gut 830 000 Euro nicht aufbringen können. Diese Summe wollte die Spendeninitiative einsammeln. Allerdings verpflichtete sich Broermann, die operativen Kosten von 400 000 Euro pro Jahr, die für das Krankenhaus mit der Investition verbunden sind, zu übernehmen.

Nachdem die Spendeninitiative zwar schon über 600 000 Euro zusammen gebrachte hatte, Geld, das fast ausschließlich über Sylter Zweitwohnungsbesitzer zusammen gekommen war, erfolgte über unsere Zeitung der Aufruf an die Insulaner, bitte auch für die Schlaganfallversorgung auf Sylt zu spenden. Viele positive Reaktionen und Unterstützung durch Organisationen und Vereine wie die Sylter Unternehmer führten dann zu einer großen Spendenbereitschaft, die schließlich die fehlende Summe erbrachte.

Im zweiten Quartal 2014 soll die Stroke Unit in der Nordseeklinik installiert sein. Broermann weiß, dass die aktuelle Diskussion um die Geburtshilfe auf Sylt erneut die Klinik in eine kritische Diskussion geführt hat. Man müsse aber klar erkennen, dass die Qualitätsanforderung an eine Geburtshilfe in der Klinik nicht mehr erfüllbar sind, ja ein unverantwortliches Risiko für die Gebärenden und die Neugeborenen darstelle. Für Broermann ist jetzt aber mit dem „Sylter Kreißsaal“ eine Lösung gefunden. „Ich habe selber darauf gedrängt, dass wir uns an die Spitze einer Initiative zur Lösung des Problems zu stellen haben. Und ich halte die jetzt gefundene Lösung für die bestmögliche. Die andere Alternative wäre nur gewesen, dass wir eine eigene Abteilung aufbauen, doch dafür bekommen Sie die erforderlichen Ärzte nicht, weil die Geburtszahlen auf Sylt einfach zu klein sind. Ganz unabhängig von finanziellen Überlegungen.“

Allen Spekulationen, die Klinik wolle die Akutversorgung ganz kündigen und sich nur noch auf lukrative medizinische Angebote konzentrieren, erteilt Broermann eine klare Abfuhr. „Das ist totaler Quatsch. Es war auch nie ein Gedankenansatz in dieser Richtung vorhanden. Wir wollen auf Sylt ein Krankenhaus, das höchsten Ansprüchen in der Versorgung genügt.“ Der Klinikbetreiber räumt zwar ein, dass in der Vergangenheit im Management Fehler gemacht wurden. „Wir hatten zusätzlich einen Generationswechsel der ausgezeichneten früheren Chefärzte in der Nordseeklinik zu verkraften und es war nicht leicht, gleichermaßen hoch qualifizierte Chefärzte für Sylt zu finden. Aber das ist uns gelungen. Wir haben wieder ein sehr gutes Ärzte-Team, haben viel in die Ausstattung und das Angebot der Klinik investiert. Es ist unser Anspruch, eine Spitzenklinik zu sein, denn Qualität steht bei uns an allererster Stelle. Für uns kommt Dienen vor Verdienen.“

Mit der Schlaganfallversorgung für Sylt ist nach Broermanns Überzeugung ein weiterer Baustein im Qualitätsangebot der Klinik gesetzt. In den Spenden dafür sieht er einen Beweis für ein grundsätzliches Zutrauen in die Klinik und „die Verpflichtung auch weiterhin den Syltern und ihren Gästen die Gewähr zu geben, mit der Nordseeklinik ein sehr gutes Krankenhaus zu haben, das es in dieser Ausstattung und medizinischen Kompetenz wohl kein zweites Mal auf einer Insel gibt“.

Die Spendenbescheinigungen zur Aktion „Schlaganfallversorgung auf Sylt“ werden von der gemeinnützigen PROMEDIG GmbH bis Ende März 2014 ausgestellt und an die Spender versandt. Spender, die keine Spendenbescheinigung erhalten, mögen sich bitte an die PROMEDIG gGmbH, Tel.: 040-18 18 85 3069 wenden. Für Spenden bis maximal EUR 200,00 kann die Spendenbescheinigung auch durch eine Kopie des Überweisungsträgers ersetzt werden.


zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen