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Sylter Rundschau

20. November 2017 | 10:54 Uhr

Butendiek : Sylter sehen Nabu-Klage gespalten

vom
Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

Nachdem der Naturschutzbund gegen den Weiterbau des Windparks Butendiek vor Sylt Klage eingereicht hat, äußern sich Insulaner

von
erstellt am 29.Apr.2014 | 06:00 Uhr

Durchwachsen sind sie, die Reaktionen der Inselbewohner auf die Klage des Naturschutzbundes (Nabu) gegen den Bau des Offshore-Windparks „Butendiek“. Der Nabu hatte Mitte April eine Klageschrift beim Verwaltungsgericht in Köln eingereicht, um den vor rund einem Monat begonnenen Bau 32 Kilometer westlich vor Sylt doch noch zu stoppen. Unter anderem argumentiert der Naturschutzbund damit, dass Butendiek gegen geltendes Naturschutzrecht verstoße (wir berichteten).

Dies ist nicht der erste Versuch, den Windkraftpark zu verhindern: Gemeinsam mit dem BUND hatte der Nabu schon nach der Genehmigung 2002 versucht, den Bau auf diesem Wege zu verhindern. Diese war ebenso wie eine Klage der Gemeinde Kampen als unzulässig abgewiesen worden.

Der Sylter Bundestagsabgeordnete Ingbert Liebing (CDU) betont, dass Butendiek schon längst mit gültiger Genehmigung gebaut werde. Dem Nabu stünde es natürlich frei, diese rechtlich überprüfen zu lassen. Allerdings hätte dem Naturschutzbund der Weg über die Verbandsklage schon seit Jahren frei gestanden – „dass es jetzt erst passiert, lässt Zweifel an der Ernsthaftigkeit des Unterfangens aufkommen.“ Auch wenn sie Zweifel hat, ob der Vorstoß des Nabus erfolgreich sein wird, freut er Kampens Bürgermeisterin Steffi Böhm: „Aber es ist doch besser, es noch einmal zu versuchen, als die Hände in den Schoß zu legen.“ Generell, betont sie, sei klar, dass verstärkt auf erneuerbare Energien gesetzt werden müsse: „Doch bei den Offshore-Windparks ist gar nicht klar, welche Auswirkungen sie haben werden. Generell wird auf Sylt so viel Wert auf Naturschutz gelegt, was ich auch gut finde. Dass diese strengen Regeln dann auf dem Wasser nicht gelten, das verstehe ich nicht.“

Wenn es um Offshore-Windparks geht, ist die Geschäftsführerin der Naturschutzgemeinschaft Sylt hin und her gerissen, auf die Frage, was sie von der Klage des Nabus hält, kann und will sie sich nicht festlegen. Einerseits befürchtet auch sie Gefahren, die durch Butendiek drohen können – für die Meeresbewohner, aber auch durch mögliche Schiffshavarien. Andererseits „müssen wir unseren immer weiter wachsenden Energie-Hunger stillen“, sagt Margit Ludwig – und dafür sei regenerative Energie die beste Wahl. Ob Offshore-Windparks, deren Folgen für die Umwelt noch nicht absehbar sind, die richtige Wahl seien, werde sich zeigen: „Das ist sicher ein Experiment. Aber aufgrund der Tatsache, dass die Flächen für Windparks und Solaranlagen in Deutschland limitiert sind, muss irgendwo hin ausgewichen werden.“ Deshalb halte sie es für legitim, dieses Experiment einzugehen.

Das sieht Dr. Hans-Joachim Zielinski anders. Er wäre uneingeschränkt froh, wenn der Bau der seiner Meinung nach „schlichtweg sinnlosen“ Technologie vor der Sylter Küste gestoppt würde. Der Vorsitzende des Vereins Gegenwind hatte das 700-Millionen-Euro-Projekt von Anfang an bekämpft. Selbst wenn er nicht sicher ist, ob die Klage zum Erfolg führt, freut er sich über den Versuch – „auch wenn es sehr spät ist und es schön gewesen wäre, wenn auch die Sylter die Klage unterstützt hätten.“ Generell sei ihm ein Urteil in Sachen Offshore-Parks wichtig – „es muss klar sein, was geht und was nicht geht“.

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