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"Minden" wird ausgetauscht : Sylter Seenotretter erwarten ihr neues Schiff

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Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

Nach fast 25 Einsatzjahren wird der Lister Seenotkreuzer "Minden" Ende des Jahres gegen einen Neubau ausgetauscht. Noch liegt der gut verhüllt in der Werft, soll jedoch Ende des Monats erstmals zu Wasser gelassen werden. Für die Sylter Besatzung wird sich einiges verändern.

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erstellt am 03.Sep.2013 | 06:00 Uhr

Noch ist er durch eine Plane verhüllt und trägt statt eines Namens die Bezeichnung „SK 34“. Dahinter verbirgt sich der neue Seenotkreuzer der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger“ (DGzRS), der noch in diesem Jahr die seit 1989 in List stationierte „Minden“ ersetzen und die Seenotretter der nördlichsten von insgesamt 54 Stationen an Nord- und Ostsee noch schlagkräftiger machen soll. Ende des Monats soll der fünf Millionen Euro teure Neubau in der Fassmer-Werft an der Unterweser (hat auch das neue AWI-Forschungsschiff „Mya II“ gebaut), erstmals zu Wasser gelassen werden.

Für die Besatzung der „Minden“ um die beiden Vormänner Claus Dethlefs und Christian Koprek wird die neue 20-Meter-Klasse einige Veränderungen mit sich bringen. Mit 19,9 Metern ist sie 3,40 Meter kürzer als ihr Vorgänger und hat mit mit 1,30 Metern 70 Zentimeter weniger Tiefgang. Ideal für die Mischung aus offener See und flachen Wattenmeerbereiche, in denen bislang oft das Tochterboot „Margarete“ eingesetzt werden musste. Der Neubau kommt daher ohne Tochterboot aus und verfügt stattdessen über ein offenes Arbeitsboot. Die künftig nur noch aus drei statt bisher vier Seenotrettern bestehende Crew wird zudem nicht mehr an Bord wohnen, sondern im Stationsgebäude direkt neben der Zufahrt zum Fähranleger. Das Gebäude befindet sich derzeit noch im Rohbau. „Wände und eine Zwischendecke wurden bereits eingezogen, letztere teilt die ehemalige Bootshalle nun in zwei Stockwerke auf. Jetzt stehen die Leitungsarbeiten (Sanitär und Strom) an, bevor mit dem Innenausbau begonnen werden kann“, erklärt DGzRS-Sprecher Christian Stipeldey. Das Stationsgebäude wird nach dem Umbau über Unterkünfte für die Besatzungsmitglieder sowie Werkstatt- und Lagerräume für den neuen Seenotkreuzer verfügen.

Trotz der relativ geringen Größe des neuen Seenotkreuzers bietet er reichlich Platz für Rettungsarbeiten. Neben einer Feuerlöschpumpe und ergonomischem Arbeitsplatz verfügt er über eine umfassende Ausrüstung für die medizinische Erstversorgung an Bord. Modernste Steuer- und Computertechnik sowie der vollständig aus Aluminium gebaute Rumpf, der sich im Falle einer Kenterung wie alle Seenotkreuzer von selbst wieder aufrichtet, sorgen für ein Höchstmaß an Sicherheit. Nachdem vor einer Woche die 1630 PS starke Hauptmaschine eingesetzt wurde und beide Fahrstände fast fertig sind, soll voraussichtlich Ende des Monats mit der intensiven Erprobung begonnen werden, an der auch die künftige Besatzung beteiligt sein wird.

Noch ist allerdings unklar, wie der neue Seenotkreuzer heißen wird. Abhängig ist dies davon, ob bei der Spendenaktion „Reetdach gegen Reeperbahn“ mehr Spenden auf das Konto von Sylt oder das von Hamburg gehen. Einen entsprechenden Bezug wird der künftige Name haben. Derzeit liegt Hamburg mit 420 000 zu 220 000 Euro klar vorn. Zudem sind erst 36 Prozent der erhofften Spendensumme von 1,8 Millionen Euro erreicht.

Mehr Infos: www.seenotretter.de und www.reetdach-gegen-reeperbahn.de

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