zur Navigation springen

Lister Erlebniszentrum Naturgewalten : Sylter Seehunde als Filmstars

vom
Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

Dem Seehund ganz nah: Das Lister Erlebniszentrum Naturgewalten möchte seine Besucher per Livecam ganz dicht an die putzigen Meeressäuger bringen - natürlich ohne die Seehunde zu stören.

shz.de von
erstellt am 14.Jan.2014 | 06:00 Uhr

Seehunde sind bei Sylt-Touristen bekanntlich sehr beliebt: Am liebsten würden sie möglichst nah an die niedlichen Tiere herankommen, sie streicheln und füttern. Das ist aus Tierschutz-Gründen natürlich verboten, aber Matthias Strasser und sein Team vom Erlebniszentrum Naturgewalten haben jetzt einen Weg gefunden, Gäste so nah wie möglich an die Seehunde heranzubringen – ohne dass diese überhaupt etwas davon merken.

Und zwar per Videokamera: Strasser will die Meeressäuger mit Hilfe spezieller Kameras filmen und die hochaufgelösten Bilder auf einen Bildschirm in der Ausstellung übertragen. Über Joy-Sticks oder eine Tastatur können die Besucher dann in einem originalgetreu eingerichteten Beobachtungsstand die Kamera schwenken oder zoomen und so den Eindruck bekommen, als seien es wirklich sie selber auf dem „Lauschposten“.

Dabei befinden sich die Seehunde in Wirklichkeit gar nicht so weit entfernt vom Erlebniszentrum Naturgewalten: Die 13 Hektar große Insel Uthörn, auf der sich die Tiere gerne aufhalten, liegt nur rund einen Kilometer nordwestlich vom Lister Hafen. Zu sehen sind sie vom Land aus trotzdem nicht ohne weiteres, denn die Insel befindet sich auf der vom Deich abgewandten Seite – nur eine Fahrt mit einem Ausflugsschiff ermöglicht den Blick auf die Tiere – und auch das nur aus größerer Entfernung.

Damit die Seehunde möglichst wenig durch das Auf- und Abbauen der Kamera sowie Wartungsarbeiten gestört werden, soll sie nach Möglichkeit nicht auf Uthörn, sondern am Ellbogen oder auf dem Dach des Erlebniszentrums installiert werden. „Über die Zoom-Funktion bekommt man dann trotzdem ein sehr detailliertes Bild von den Tieren“, versichert Strasser. Das ganze Projekt läuft in Kooperation mit der Nationalparkverwaltung und dem Naturschutzbund Schleswig-Holstein, der den Nationalpark Wattenmeer nördlich des Hindenburgdamms betreut. „Dieses Konzept ist ganz im Sinne des Naturschutzes“, erklärt Strasser, „schließlich wollen wir alle die Menschen für Natur, Tiere und Pflanzen begeistern. Nur dann setzen sie sich auch für ihren Schutz ein.“

Kosten soll die Realisierung des Projekts etwa 60 000 Euro. Dieses Geld möchte das Erlebniszentrum durch Spenden einwerben. „Am 21. Februar werden wir fünf Jahre alt. Wenn Leute uns ein Geburtstagsgeschenk machen wollen, schlage ich eine zweckgebundene Spende für das Seehund-Projekt vor“, erzählt Strasser. Es falle den Leuten leichter zu spenden, wenn sie wissen, wofür das Geld gedacht sei.

Wenn alles klappt, soll die Kamera bereits im Frühjahr aufgebaut werden. Die Grundidee gab es aber bereits vor mehreren Jahren. „Schließlich ist es heute gängige Praxis, dass Tiere mit Hilfe von Webcams beobachtet werden“, sagt Strasser und fügt hinzu: „Außer Quallen und kleine Lebewesen aus dem Watt haben wir ja keine lebenden Tiere hier, werden aber von den Gästen oft darauf angesprochen.“

Bisher gab es aber noch technische Probleme, die die Umsetzung verzögerten. Schließlich muss die Kamera möglichst wartungsfrei arbeiten, hochauflösende Bilder übermitteln, salzhaltigem Spritzwasser standhalten und eine stabile Verbindung zum Erlebniszentrum gewährleisten. Wie der Leiter des Erlebniszentrums Naturgewalten sagt, ist die Technik mittlerweile aber „ein gutes Stück weiter“. Sollten die Spenden fließen, wäre das Erlebniszentrum bald um eine tierische Attraktion reicher.

zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen