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Wo kommen wir her - wo gehen wir hin? : Sylter Schüler erforschen ihre Abstammung

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Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

In einem Projekt an der Tinnumer Boy-Lornsen-Schule soll bei den Kindern der 4. Klasse das Bewusstsein für die eigene Geschichte geweckt werden.

shz.de von
erstellt am 28.Jul.2017 | 05:37 Uhr

Nachdem das erste Projekt „Wo kommen wir her – Wo gehen wir hin“ zum Thema Grenzen im vergangenen Jahr sowohl bei den Schülern als auch bei den Eltern auf großes Interesse stieß, haben sich die Verantwortlichen der Tinnumer Boy-Lornsen-Schule auch in diesem Jahr dafür entschieden, eben dieses Projekt in der vierten Klasse durchzuführen.

Die Kinder befragen dafür ihre Eltern und Großeltern um zu erfahren, woher sie stammen. Der zehnjährige Luca Wagner berichtete beispielsweise von seiner Urgroßmutter, die Zeitzeugin des Atombombenangriffs auf Hiroshima war.

Fertiges Klassenbuch der gesammelten Geschichten.
Fertiges Klassenbuch der gesammelten Geschichten. Foto: rack

„Schule trifft Kultur - Kultur trifft Schule“ ist ein Projekt der Landesregierung Schleswig-Holstein. Für die Projektentwicklung verantwortlich sind Dipl.-Ing. Barbara von Campe und die Schulleiterin der Tinnumer Boy-Lornsen-Schule, Martina Bengsch-Macik. Die Intention dieser Projektarbeit ist es, in den Kindern ein Bewusstsein für Geschichte, konkret die eigene Geschichte zu wecken. Viele Menschen kommen aus ganz verschiedenen Ländern nach Deutschland und jeder bringt seine eigene Geschichte und seinen einmaligen kulturellen Hintergrund mit. Das zeigt sich beispielsweise anhand der Kleidung oder der Speisen. Indem die Kinder von den Erlebnissen ihrer Familien erzählen, entsteht ein Verständnis für fremde Kulturen.

Vorbereitend für das Projekt bekommen die Kinder Fragebögen und ein Blatt, auf dem sie ihre Vorfahren in einen Stammbaum eintragen können. Diese Herkunftsorte der Eltern, Großeltern und Urgroßeltern zusammen mit dem eigenen Geburtsort werden unter Anleitung von Barbara von Campe gemeinsam in eine Europakarte eingetragen. Daran können die Kinder erkennen, wie die Herkunftsorte sich von Generation zu Generation weiter zusammenziehen, bis schließlich das Kind mit seinen Mitschülern hier auf Sylt eingetragen ist.

Luca berichtet von seiner Urgroßmutter, die Hirsohima Zeitzeugin ist
Luca berichtet von seiner Urgroßmutter, die Hirsohima Zeitzeugin ist Foto: rack

Das wirft natürlich Fragen auf: Was ist zu den Zeiten der Urgroßeltern geschehen? Und warum hat sich jemand dazu entschieden, sein Herkunftsland zu verlassen? Gründe dafür sind häufig familiärer oder politischer Natur, genauso wie die Chance auf einen attraktiveren Arbeitsplatz. Die Europakarte musste dieses Jahr sogar bis nach Asien erweitert werden. Da war das Staunen groß.

Eine weitere Aufgabe war, dass jedes Kind eine besonders berührende Geschichte aus seiner Familie aufschreiben sollte und sie anschließend von ihm gezeichnet wurde. Jeder Schüler hat eine Seite in einem Geschichtenbuch der gesamten Klasse 4 verfasst. So entstand ein einmaliges Geschichtenbuch einer ganzen Klassengemeinschaft. Es wurde vervielfältigt und den Kindern zur Erinnerung an ihre Schulzeit übergeben.

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