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Sylter Rundschau

20. August 2017 | 02:45 Uhr

Nach Erdbeben : Sylter sammeln für Nepal

vom
Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

Mit einem Spendenaufruf möchte ein auf Sylt lebender Nepai Geld für sein Heimatland sammel.

„Ich mache mir wirklich große Sorgen“, sagt Hira Bahadzir Gautam. Der 52-jährige Nepali hat seit dem Erdbeben in seinem Heimatland von einigen Familienmitgliedern, die in der Hauptstadt Kathmandu und Umgebung leben, nichts mehr gehört. Andere, die er erreicht hat, sprechen von Zerstörung und großem Medikamenten- und Wassermangel. „Viele erzählen, dass sie von etlichen Nachbeben heimgesucht werden und es zu gefährlich ist, das Haus zu betreten“, sagt Gautam, „außerdem befürchte ich, dass die Katastrophe noch lange nicht vorbei ist, wenn nach dem Beben die Krankheiten kommen werden.“

Um nicht tatenlos herumzusitzen, hat sich der Verkäufer von Fisch Blum in Westerland entschlossen, die Bewohner und Gäste der Insel zum Spenden zu bewegen. „Die Menschen in meinem Heimatland brauchen jetzt jede Hilfe“, sagt er betroffen. „Vor allem aber finanzielle - und da zählt jeder Betrag, auch wenn er nur gering ist.“

Sein Arbeitgeber, Fisch Blum, stimmte auf Gautams Nachfrage sofort zu, eine Spendenbox aufzustellen, um das Vorhaben des nepalesischen Angestellten, der schon lange auf der Insel lebt, zu unterstützen. Außerdem will der Fischhändler auch selbst aktiv werden: „Wir werden am kommenden Sonnabend, dem Welt-Fischbrötchen-Tag, von jedem verkauften Fischbrötchen 50 Cent spenden“, sagt Arne Koopmann von Fisch Blum, der von dem persönlichen Einsatz Gautams beeindruckt ist.

Auch im Restaurant Diavolo und im Café Orth werden Spendendosen stehen und der Shanty-Chor wird am kommenden Freitag bei ihrem Saisonauftakt-Konzert in der Musikmuschel eine Dose herumgehen lassen – mit einem Spendenaufruf für die Erdbebenopfer.

Jens Heising, Besitzer des kleinen Kindermodengeschäfts Rocknroll Kindermoden in Westerland, hat ebenfalls eine Spendendose bereitgestellt. Er war vor 16 Jahren selbst in Nepal und ist mit den Nepalis, die auf der Insel leben, gut befreundet. „Es ist für mich einfach selbstverständlich, jetzt zu sammeln“, sagt er, „da ich selbst das Land bereist habe, habe ich einfach einen besonderen Bezug dazu.“

Betroffen von den Berichten aus dem Medien ist auch Jörg Reimann. Der Tinnumer Pastor hat von Januar bis März ein Sabbatical in Nepal gemacht (wir berichteten). Der Pastor erkennt viele Orte, an denen er sich aufgehalten hat, zerstört im Fernsehen wieder und befürchtet, dass die Opferzahlen noch weiter steigen werden. „Das ist eine ganz große Katastrophe“, sagt er bestürzt, „sowohl für die Menschen dort als auch für das Weltkulturerbe.“

 

 

 

 

 

 

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erstellt am 28.Apr.2015 | 05:07 Uhr

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