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Kriminalität : Sylter Polizei zieht Sommer-Bilanz

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Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

Polizeichef Haye Jebsen blickt zurück auf die vergangenen Monate: Weniger Unfälle, mehr Fälle von Fahrerflucht und viele Alkohol-Sünder.

shz.de von
erstellt am 26.Okt.2015 | 05:45 Uhr

Jetzt im Herbst ziehen nicht nur die Sylter Vermieter ihre Sommer-Bilanz, auch die Polizei blickt zurück auf die vergangenen Monate. Denn im trubeligen Sylt-Sommer hat auch die Schutzpolizei so einiges zu tun. Vor allem, wenn das Wetter aus touristischer Sicht nicht so mitspielt: „Schlechtes Wetter macht sich bei der Verkehrsdichte auf der Insel durchaus bemerkbar, denn bei schönem Wetter sind die Menschen am Strand“, sagt Haye Jebsen, Leiter der Sylter Polizei. „Das bedeutet für uns, dass wir bei Regen auch mehr zu tun haben.“

Trotz des eher wechselhaften Sommers zieht Jebsen aus Polizeisicht dennoch eine durchaus positive Bilanz: „Auch wenn alle Zahlen noch verbesserungswürdig sind, bin ich mit dem Saisonverlauf sehr zufrieden“, so der Polizeichef, „die Unfallzahlen und auch die Kriminalitätszahlen sind leicht rückläufig.“ Zwischen April und August habe es auf den insularen Straßen insgesamt 434 Unfälle gegeben. Im Jahr 2014 verzeichnete die Sylter Wache noch 481 Unfälle, das ist ein Rückgang von 9,8 Prozent. „Erfreulicherweise hatten wir in diesem Sommer keinen Unfall mit Todesfolge“, so Jebsen, „elf Personen wurden allerdings schwer (im Vorjahr 15) und 71 Personen leicht verletzt (im Vorjahr 100).“

Eine Erhöhung an Fallzahlen bestätigt Jebsen für Verkehrsunfallfluchten: „In den Sommermonaten hatten wir 219 Fälle, das sind elf mehr als noch 2014“, so der Polizeichef. Das sei, so Jebsen, ein Indiz dafür, dass mehr Menschen in der Stadt unterwegs waren. Die meisten dieser Fälle waren, so der Polizeichef, „Ein- und Auspark-Rempler“.

Auch zahlreiche betrunkene Autofahrer hat die Sylter Polizei im Sommer wieder aus dem Verkehr gezogen, eine genau Zahl liege in diesem Bereich aber nicht vor. „Alkoholdelikte sind auf der Insel sehr häufig“, erzählt Jebsen. Auffällig sei dabei vor allem, zu welchen Tageszeiten die betrunkenen Fahrer unterwegs sind. „Da haben wir auch schon Fälle von Autofahrern, die Mittags einen Promillewert von 1,8 aufweisen. Das ist schon wirklich bedenklich.“

Ein besonders inseltypisches Phänomen sieht Jebsen in der Kontroverse zwischen ruhesuchenden und feierwütigen Sylt-Gästen. „Das führt sicherlich häufig zu Konflikten, im Sommer mussten wir deshalb jedenfalls 157 Mal ausrücken. Das ist nicht wenig.“

Insgesamt musste die Sylter Polizei über die Sommermonate allerdings seltener ausrücken als noch im Jahr 2014: „Mit 41 Fällen weniger als in der vergangenen Saison sind wir 3084 Mal ausgerückt“, so Jebsen. Das sind knapp 17 Einsätze pro Tag.

Personell sei die Wache für den erhöhten Arbeitseinsatz über den Sommer jedoch mit 55 Kollegen gut aufgestellt gewesen. „Die 17 zusätzliche Kollegen, die für den Bäderdienst nach Sylt kamen, wurden am 1. Oktober wieder von der Insel abgezogen.“ Er freue sich aber, dass für das kommende Jahr der Bäderdienst wieder genehmigt worden sei und er auf die zusätzlichen Kräfte zählen kann.

Besonders aufmerksam möchte der Polizeichef auf die Anzeigen gegen häusliche Gewalt machen. 15 Fälle sind in Jebsens Unterlagen dazu verzeichnet, in der Sommersaison 2014 waren es noch elf, 2013 sogar nur drei. „Das Phänomen ist natürlich nicht neu, sollte aber thematisiert werden“, so Jebsen. Über die Anzahl der Delikte sei er natürlich nicht erfreut, „allerdings stelle ich durchaus fest, dass das Delikt immer häufiger angezeigt wird, und das ist wichtig.“ In Fällen von häuslicher Gewalt arbeite die Sylter Polizei eng mit der Frauennothilfe, dem Jugendamt und den anderen sozialen Einrichtungen auf der Insel zusammen.

Lobend erwähnt Jebsen auch die Zusammenarbeit zwischen Polizei und Gemeinde in der Flüchtlings-Thematik. „Wir verfolgen die Entwicklung natürlich aufmerksam“, sagt er, „auch weil das Auswirkungen auf unsere personelle Entwicklung haben kann.“ Er habe aber bisher keine Notwendigkeit bemerkt, mehr Personal anzufordern: „Polizeilich gesehen sind die Flüchtlinge absolut unauffällig.“

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