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Lösung für Geburtshilfe : „Sylter Kreißsaal“ in der Nordseeklinik

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Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

Gesundheitsministerin Kristin Alheit, Hebammen, Ärzte und die Gemeinde Sylt sind sich einig. Noch bis zum 31. Januar sind Geburten in der Asklepios-Nordseeklinik möglich. Was danach passiert, ist offen.

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erstellt am 13.Dez.2013 | 16:13 Uhr

Gute Nachrichten für viele Schwangere auf Sylt. Die Geburtshilfe wird zum Jahreswechsel vorerst nicht geschlossen: Auch nach dem 1. Januar werden Entbindungen in der Asklepios Nordseeklinik möglich sein. Allerdings ist das Modell des „Sylter Kreißsaals“, das unter der Leitung von Gesundheitsministerin Kristin Alheit (SPD) mit Hebammen, Ärzten, der Gemeinde Sylt, dem Kreis Nordfriesland und Asklepios ausgehandelt wurde, auch mit Einschränkungen verbunden. So müssen Risikoschwangerschaften ab jetzt in entsprechend ausgestatteten Kliniken auf dem Festland entbinden. Zu der Risiko-Gruppe gehören nun auch Schwangere, die bereits eine Kaiserschnittgeburt hinter sich haben und diejenigen, bei denen dieser Eingriff schon geplant ist. „Es ist die Minimal-Lösung und für viele Schwanger Sylterinnen sicher besser als eine Schließung“, sagte Hebamme Cornelia Bäcker nach dem Gespräch.

Das Konzept des „Sylter Kreißsaals“ lehnt sich eng an die Lösung eines Geburtshauses an: Die Hebammen leiten die geburtshilfliche Versorgung und werden von zwei Gynäkologen unterstützt. Die Asklepios Nordsee-Klinik stellt dafür dauerhaft die gesamte Infrastruktur wie beispielsweise Kreißsaal, OP-Team, Pflege bereit.

Wie das Kieler Gesundheitsministerium nach dem Treffen bekannt gab, soll diese Lösung bis zum 31. Januar 2014 „in einer von allen getragenen Vertragskonstruktion abgesichert werden“. Um die Lösung über den Januar hinaus tragfähig zu machen, muss zum Beispiel noch die Frage geklärt werden, wer genau die Haftpflichtversicherungen für die Beleg-Gynäkologen bezahlen wird. Für eine Beteiligung an den Kosten stehen nach Angaben aus dem Gesundheitsministerium Gemeinde und Kreis, für eine Übergangszeit auch das Land bereit. „Wir haben die Zusage bekommen – Jemand wird es bezahlen“, bestätigte der Sylter Frauenarzt Zbigniew Budkowski.

Ob das Modell des Sylter Kreißsaals ab dem 31. Januar Realität werden wird, hängt aber in erster Linie von der Zustimmung der drei Hebammen ab, die das Konzept mit Leben füllen sollen. „Der Ball liegt nun bei uns“, stellte Hebamme Cornelia Bäcker fest. Als erstes müssen sie und ihre zwei Kolleginnen nun prüfen, ob sich das Modell für sie überhaupt rechnet. Denn im Gegensatz zu der ursprünglichen Praxis, müssten die Geburtshelferinnen ihre Leistungen als Klinikgeburten, und nicht wie bisher, als Geburten im Geburtshaus abrechen. Auch der Wegfall von Geburten, die nun als Risikogeburten auf dem Festland stattfinden müssen, drückt den Fachkräften die Einnahmen. „Bisher hatte jede Hebamme rund zehn Geburten. Nun könnte diese Zahl auf drei zusammenschmelzen.“ In den nächsten Tagen wollen die Hebammen sich nun rechtlich beraten lassen.

Eher enttäuscht über die skizzierte Lösung, äußerte sich der Sozialausschussvorsitzende der Gemeinde Sylt, Eberhard Eberle (SPD): „Ich finde es bedauerlich, dass die Kosten für die Sylter Geburtshilfe auf die Allgemeinheit zurückfallen.“ Es sei beschämend, dass sich der Konzern bis auf ein Mindestmaß aus der Geburtshilfe zurückziehe.

Anders klang die Bewertung gestern von Seiten des Aklepios-Konzerns: „Die Einigung ist eine Lösung, die alle Beteiligten gemeinsam erarbeitet haben, die die Probleme adressiert und über die wir sehr froh sind“, teilte Pressesprecher Rudi Schmidt mit.

 

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