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Prozessauftakt in Flensburg : Sylter Krankenschwester getötet – Angeklagter vor Gericht

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Er soll seine Frau erstickt haben. Nach einer Flucht war der mutmaßliche Täter in Spanien gefasst worden. Beim Prozessauftakt schweigt er.

shz.de von
erstellt am 02.Apr.2015 | 16:37 Uhr

Flensburg | Er hatte ihr schon mehrfach angedroht, sie umzubringen. Sagte eine Kollegin der 50-jährigen Sylter Krankenschwester, die im vergangenen September getötet wurde. Verdächtigt wird deren Exfreund, der nach kurzer Flucht in Spanien festgenommen wurde.

Vor dem Landgericht Flensburg hat am Donnerstag ein Prozess gegen eden 53 Jahre alten Sylter wegen Totschlags begonnen. Der Mann soll laut Anklage seine Lebensgefährtin im September 2014 im Streit getreten und geschlagen und schließlich erstickt haben. Kollegen des 50 Jahre alten Opfers hatten die Polizei alarmiert, nachdem die Frau nicht bei der Arbeit erschienen war. Sie wurde leblos auf dem Bett gefunden. Am ersten Verhandlungstag wollte sich der Mann nicht zu den Vorwürfen äußern.


Nach seiner Überstellung von Spanien nach Deutschland war der 53-Verdächtige gegenüber Mitarbeitern der Mordkommission Flensburg aber sehr redselig, wie eine Polizistin berichtete. Auf der Fahrt vom Flughafen Hamburg nach Flensburg habe der Mann die Tat gestanden. Der 53-Jährige habe erzählt, er sei nach achtjähriger Beziehung aus der gemeinsamen Wohnung ausgezogen, aber noch oft dort gewesen. Am Tattag habe er seinen Angaben zufolge die Frau besucht. Diese „brachte einen blöden Spruch“, woraufhin er ausgerastet sei und rot gesehen habe, gab die Beamtin wieder. Zu den eigentlichen Tatumständen habe der Mann nichts sagen können. Er habe aber angegeben, oft von der Frau gedemütigt geworden zu sein.

Der Mann schilderte den Beamten auch die abenteuerliche Flucht: Nachdem er im Morgengrauen die Wohnung verlassen habe, sei bei der Rückkehr bereits die Polizei vor Ort gewesen. Über die dänische Insel Röm ging es demnach nach Hamburg und von dort nach Mallorca. „Wenig selbstreflektierend“ sei der Mann gewesen, berichtete die Polizistin. Es sei auffällig gewesen, „dass er sich sehr in der Opferrolle gesehen hat“.

Eine Ärztin, die die Leiche am Tatort untersucht hatte, schilderte einen von Blutergüssen übersäten Körper mit Spuren von Schlägen auf den Mund und Fingernagelkratzern an der Stirn. „Das ist schon 'ne massive Gewalt, die da eingewirkt haben muss.“ Der Prozess wird am Mittwoch fortgesetzt.

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