zur Navigation springen

Insel- und Halligkonferenz : Sylter Katastrophenkonzept als Vorbild

vom
Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

Mitglieder der Insel- und Halligkonferenz tagten zwei Tage auf Helgoland. Im Mittelpunkt standen Krisenmanagement und Gefahrenabwehr auf See und an Land.

Nicht nur auf hoher See, sondern auch an Land sind wirkungsvolle Sicherheits- und Gefahrenabwehrstrategien von (über)lebenswichtiger Bedeutung. Deshalb stand dieses Thema im Mittelpunkt der Mitgliederversammlung der Insel- und Halligkonferenz (IHKo), die am Mittwoch und Donnerstag auf Helgoland stattfand. Dazu waren auch Experten von Sylt wie Gabriele Gotthardt, die Leiterin des Ordnungsamtes, sowie Umweltamtschefin Ruth Weirup eingeladen. Denn die Insel besitzt bereits ein eigenes Risiko- und Krisenmanagementsystem, bei dessen Erarbeitung Florian Hartart vom Arbeitskreis Rettungsingenieurwesen und Gefahrenabwehr aus Hamburg die Grundlagen gelegt hat. Er stellte bei dem Treffen das Grundkonzept vor, das von Gabriele Gotthardt durch Ausführungen zur praktisch-logistischen Umsetzung ergänzt wurde.

Die Mitglieder der IHKo waren sich einig, dass sie sich im Krisen- und Risikomanagement neu aufstellen müssen. Hierzu bestünde seit Jahren Nachholbedarf, hieß es auf der Konferenz. Bisher würden die Gemeinden nur auf neue Herausforderungen reagieren, jedoch bräuchten sie Konzepte, um bei größeren und unbekannten Ereignissen schnell und effizient handeln zu können. Dafür haben Gotthard und Hartart ihre Hilfe angeboten. „Wir stehen jederzeit gerne unterstützend zur Verfügung“, sagten beide während ihres Aufenthalts auf Helgoland. Wie das Konzept finanziert werden kann, sei nachrangig zu betrachten, sagte Manfred Uekermann. „Wenn der Bedarf erkannt wird, muss gehandelt werden“, so der Vorsitzende der Insel- und Halligkonferenz, „dann müssen auch die Mittel dafür bereit gestellt werden.“

Beim Besuch des Servicehafens Helgoland informierten sich die Mitglieder ausführlich über Technik, Betrieb, die Anlagen und die Sicherheitsvorkehrungen. Thomas Johann von RWE Innogy führte die Gruppe durch den Servicestützpunkt und informierte über Hintergründe. Anschließend ging es auf eine Fahrt zum Windpark nördlich von Helgoland, der Ende Mai mit allen 48 Anlagen in Betrieb gehen soll. Großes Augenmerk lag dabei auf der Vorhaltung eigener Rettungshubschrauber und Notfallschiffe, wie sie von der IHKo gefordert werden, um die Sicherheit auf See durch die zunehmende Anzahl an Offshore-Windparks zu gewährleisten. „Es ist ein gutes Signal, dass die konkurrierenden Windparkbetreiber nach gemeinsamen Lösungen suchen, um sich bei Unfällen gegenseitig zu unterstützen“, sagte Uekermann. „Wir wünschen uns zum Wohle der Allgemeinheit, dass die Unternehmen ein gemeinsames Sicherheitskonzept entwickeln.“

Die Pläne zum Ausbau der Offshore-Windkraftanlagen werden seit Jahren von der Insel- und Halligkonferenz begleitet. Grundsätzlich wird der Ausbau erneuerbarer Energien positiv gesehen. „Jedoch muss sichergestellt sein, dass zusätzliche Gefährdungen für Küsten und Einwohner minimiert werden“, forderte Uekermann. Dabei geht es der Insel- und Halligkonferenz nicht nur um die Unfälle auf den Windparkanlagen, sondern auch um mögliche Umweltverschmutzungen durch Schiffe oder Tanker, die bei einer Kollision mit einer Windkraftanlage Leck schlagen können.

Ein weiteres Thema der Versammlung war die Daseinsvorsorge und die nachhaltige Sicherung der Inseln und Halligen als Ort des Lebens und Arbeitens. Ohne Arbeitsplätze und die Schaffung von Dauerwohnraum werde sich auf lange Sicht das soziale Leben verändern. Daher begrüßten die Mitglieder die neue Arbeitsplatzinitiative „Vernetzung Nordfriesland“. Um die Sicherung des Dauerwohnraums geht es Ende April bei einer Inselkonferenz gemeinsam mit den ostfriesischen Inseln. „Das Thema brennt auf allen Ebenen. Alle Bereiche hängen miteinander zusammen und können nur im integrativen Ansatz gemeinschaftlich gelöst werden “, sagte Manfred Uekermann.

zur Startseite

von
erstellt am 24.Apr.2015 | 04:56 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen