Beach Cleanup : Sylter kämpfen gegen Plastikmüll

Plastikmüll-Friedhof am Brandenburger Strand: 100 Müllsäcke haben die Helfer an den Sylter Stränden gesammelt.
Plastikmüll-Friedhof am Brandenburger Strand: 100 Müllsäcke haben die Helfer an den Sylter Stränden gesammelt.

Am Sonntag fand zum zehnten Mal der Beach Cleanup vom Surf Club Sylt statt. Zahlreiche Helfer sammelten 100 Säcke Müll von den Stränden.

shz.de von
25. März 2018, 17:45 Uhr

„Es ist wirklich erschreckend, in den Sylter Dünen sind zahllose Stücke Plastik“, sagte Markus Mager gestern Nachmittag vor dem Clubhaus des Surf Clubs Sylt (SCS), nachdem etwa 100 Freiwillige Helfer beim zehnten Beach Cleanup die Strände von Müll aller Art befreit hatten. „Und es liegt jetzt an uns, wir leben in einer Zeit, in der wir alle agieren müssen.“ Der Präsident des Vereins freute sich zwar über die rege Beteiligung, betonte allerdings, dass da auch noch Luft nach oben sei. „Wir sind immer gut aufgestellt, wir haben immerhin knapp 100 Müllsäcke zusammenbekommen, trotzdem haben wir gehofft, dass es mehr wird“, sagte er den Helfern, die nach der Sammelaktion zum Clubhaus am Brandenburger Strand gekommen waren. „Überzeugt alle in eurem Umfeld, denn nur so kann es besser werden.“

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Bereits zum zehnten Mal fand die alljährliche Strandreinigung statt, in Kooperation mit der Surfrider Foundation und der Naturschutzgemeinschaft Sylt. Gesammelt wird bewusst im März, wenn die heftigen Winterstürme überstanden sind und wieder allerhand Abfall angeschwemmt wurde.

Das zehnjährige Jubiläum des Cleanups ist auch das zehnjährige Jubiläum des Surfclubs – „und das ist für uns ein fantastisches Jubiläum“, sagte Markus Mager, „allerdings ist es eine fatale Geschichte, warum wir den Müll überhaupt sammeln müssen.“

Auf Sylt hätten Einwohner und Gäste direkt mit der Verschmutzung der Ozeane zu tun, denn viele Millionen Tonnen Plastikmüll landen jährlich in der Natur und in den Meeren. Coffee to go Becher, Servietten, Tüten, Besteck, Strohhalme oder Luftballons sind nur einige der Übeltäter auf der Liste des Luxusmülls. Dass der herkömmliche Plastikabfall nicht biologisch abgebaut wird, sondern einfach nur in hunderten von Jahren in immer kleinere Teile zerfällt, sei mit das größte Problem. Die Menschen würden zwar immer bewusster in ihrem Umgang mit der Natur werden, sagte der Präsident, „aber es reicht noch nicht. Deshalb zeigen wir auf, sammeln gemeinsam und sagen: Schaut alle her, was hier passiert!“

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