zur Navigation springen

Söl’ring Foriining : Sylter Heimatmuseum wird erneuert

vom
Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

Auf der Jahreshauptversammlung der Söl’ring Foriining ging es vor allem um künftige Projekte / Autoren präsentierten druckfrisches C.P. Hansen-Buch

Am vergangenen Freitag fand im Festsaal der „Eiche“ die jährliche Mitgliederversammlung des Sylter Heimatvereins statt. Die 66 anwesenden Mitglieder des größten Heimatvereins von Nordfriesland wurden vom Vorsitzenden Jürgen Ingwersen begrüßt, traditionell wurde vor der Tagesordnung an die im Vorjahr verstorbenen Vereinsmitglieder erinnert. Nach der Feststellung der ordnungsgemäßen Einberufung und der Beschlussfähigkeit ließ sich Jürgen Ingwersen die Tagesordnung genehmigen und durfte mit einer Ehrung fortfahren, die ihn sichtlich erfreute. Denn nach langer, intensiver Recherche lag am Abend druckfrisch das Buch „C.P. Hansen – Ein Leben für Sylt“ auf den Tischen. Ingwersen dankte im Namen der Söl’ring Foriining für die „hoch geschätzte Forschungsarbeit“. Mit dem vorliegenden Buch von Albert Panten, Dr. Ommo Wilts und Museumsleiterin Dörte Ahrens werde der Bedeutung C.P. Hansens für Sylt bis in die heutigen Tage Rechnung getragen. „Wir schulden den Autoren dafür großen Dank.“

In seinem anschließenden Bericht betonte der Vorsitzende, dass es weiter viele offene Baustellen gäbe, eine große aber endlich bewältigt sei. Er dankte allen Spendern und Helfern für die Fertigstellung der Vogelkoje, die am Ende mehr als 170  000 Euro gekostet habe und ohne Spenden nicht möglich gewesen wäre. Als das nächste große Projekt nannte Ingwersen die notwendige Renovierungsarbeiten am Heimatmuseum: Hier steht die Erneuerung der Außenfassade und des Daches an. Weiterhin erwähnte er die Wichtigkeit der gelungenen Einbettung der „Stolpersteine“, was den Trend verdeutlicht, dass man sich im Verein vermehrt mit dem dunkelsten Kapitel deutscher Geschichte auf der Insel auseinandersetzen will. Einen weiteren Fokus möchte die Söl’ring Foriining künftig auf die Erhaltung und Kultivierung der Heide legen. „Wisst ihr eigentlich, dass 50 Prozent des schleswig-holsteinischen Heidebestands auf Sylt beheimatet ist?“ fragte Ingwersen in die Runde, was ihm unisono mit einem klaren „Ja“ beantwortet wurde.

Neben den wichtigen Standards wie Identitätsbewahrung und Spracherhaltung wolle man sich auch dem Küstenschutz in Hörnum und an der Ostküste widmen. Die letzten Stürme hätten gezeigt, dass auch auf der Wattseite Bedarf besteht, die Insel vor Stürmen zu schützen. Eigenkritik gab es in Sachen Offshore Windpark Butendiek: „Wir haben zu wenig dagegen unternommen. Nun steht er da und wir können ihn alle sehen. Nachts mit Beleuchtung.“

Vorstandsmitglied Maren Jessen, die von Jürgen Ingwersen für ihre Betreuung der friesischen Sprachpflege gelobt wurde, betonte in ihrer Rede die Wichtigkeit der Erhaltung des Brauchtums und des Sölring. „Unkenntnis und Desinteresse sind die größten Feinde von Minderheiten. Lasst uns alles dafür tun, die Einzigartigkeit der Sylter Kultur für nachfolgende Generationen zu erhalten.“

Es folgten Berichte der Ausschussvorsitzenden: Holger Weirup vom Küstenschutz meldete erfreut die Fertigstellung des Mövenbergdeichs in List und auch nochmals der Vogelkoje bei Kampen. Anstehende Projekte seien ein sanierungsbedürftiger Deich im Bereich der Morsum Odde und die Verlängerung des Wellenbrechers an der Hörnumer Odde. Ekkehard Klatt, Vorsitzender vom Ausschuss für Landschaftspflege, warb über die Grenzen des Vereins hinaus um Mithilfe bei der Landschaftspflege. „Unsere Personaldecke ist sehr dünn. Ein Drittel der Insel, rund 100 Quadratkilometer, werden von der Söl’ring Foriining betreut. Das ist mit drei Personen nicht zu bewältigen. Jeder Mensch auf Sylt, der gern spazieren geht, ist eingeladen, aktiv an der Landschaftspflege mitzuwirken.“

Geschäftsführer Sven Lappoehn stellte einen nahezu ausgeglichenen Haushalt 2014 über knapp 600  000 Euro vor. „Auch wenn der Verein etwas mehr Geld ausgegeben hat, als er eingenommen hat, sind wir unter dem Strich immer noch im Plus.“ Weiterhin bemerkte er, dass mehr Mitglieder auf natürlichem Weg austreten als dass sie dieses aktiv zu Lebenszeiten tun.

Kassenprüfer Holger Carstens empfahl am Ende seiner Ausführungen offiziell, den Vorstand zu entlasten und fügte noch eine persönliche Note hinzu: „Die finanzielle Bewertung des Vereins bei den Gemeinden und den touristischen Unternehmen ist noch nicht da, wo sie sein sollte – es ist noch Luft nach oben.“ Ein kleiner Seitenhieb für die Öffentlichkeit, den Verein monetär zu unterstützen, weil sie von seiner Arbeit zweifelsfrei profitiert.

Bei den Neuwahlen wurde Jürgen Ingwersen als 1. Vorsitzender der Söl’ring Foriining mit einer Gegenstimme und einer Enthaltung bestätigt. Als Beiräte wurden folgende Vertreter gewählt: Antje Ahlborn für Munkmarsch, Bärbel Ruff für Rantum, Harry Kress neben Andreas Voss für Westerland. Der Bänker Thomas Bender wurde zum neuen Aufsichtsratmitglied gewählt, Dieter Brinkmann zum Kassenprüfer.

Bevor zum Abschluss der Veranstaltung „Üüs Söl‘ring Lön“ angestimmt wurde, warben Museumsleiterin Dörte Ahrens und Ortsbeirätin Maren Diedrichsen für den neuen Freundeskreis der Sölring Museen, einem wegweisenden Schritt in die Moderne. Ahrens betonte die Wichtigkeit einer solchen Institution, um die hochwertige und kostenintensive Arbeit des Museums für die Zukunft besser sichern zu können. „Jedes bedeutende Museum hat so etwas: Egal, ob es das MoMA in New York ist, die Tate Gallery in London oder die kleine Stadtgalerie in Brunsbüttel.“ Es Museen in New York oder London gleich zu tun, das ging einigen Friesen dann aber doch zu weit in die weite Welt hinaus ...

zur Startseite

von
erstellt am 30.Mär.2015 | 06:00 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Diskutieren Sie mit.

Leserkommentare anzeigen