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Geburten auf Sylt : Sylter Hebammen: Rufbereitschaft startet ab 1. Oktober

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Aus der Redaktion der Sylter Rundschau

Einmaliger Modellversuch für ganz Deutschland: „Eine absolute Ausnahme, entstanden aus der besonderen regionalen Situation auf Sylt“

Ab Donnerstag kommender Woche gibt es (endlich) einen Rufbereitschaftsdienst der Hebammen auf Sylt. Nach Cornelia Bäcker hätte vergangenen Mittwoch auch Heidrun Hepper als zweite Hebamme ihren Vertrag unterschrieben, teilte Nina Schmeck, die Leiterin des zuständigen Fachbereiches Gesundheit und Soziales des Kreises Nordfriesland, mit. Hebamme Anke Bertram hingegen habe in einem Schreiben an verschiedene Institutionen des Kreises erklärt, dass sie sich aus „berufsethischen und rechtlichen Gründen“ nicht an dem Projekt beteiligen könne.

„Aber auch mit nur zwei Hebammen können wir, wie geplant, am 1. Oktober den 15-monatigen Test einer Rufbereitschaft auf der Insel starten“, sagte Nina Schmeck, „Ich freue mich total, dass das jetzt geklappt hat.“ Der Bereitschaftsdienst sei ein einmaliger Modellversuch für ganz Deutschland: „So etwas gibt es sonst bundesweit nirgendwo“, so die Fachbereichsleiterin des Kreises. „Das ist eine absolute Ausnahme, entstanden aus der besonderen regionalen Situation auf der Insel Sylt.“

Als nächster Schritt werden die beiden Hebammen gemeinsam mit Arne Dekarz, dem Leiter der DRK-Rettungsstelle in Westerland, einen Dienstplan aufstellen: Cornelia Bäcker übernimmt durchschnittlich 20 Tage je Monat, Heidrun Hepper macht zehn bis zwölf Dienste. „Damit sind zumindest rechnerisch die Monate voll“, erklärte Nina Schmeck. „Sicher kann es zum Beispiel wegen Urlaub oder Krankheit Tage geben, an denen keine Hebamme Bereitschaft hat. Aber dann stehen ja immer auch DRK-Retter zur Verfügung.“

Die Finanzierung der Rufbereitschaft ist abgesichert: Vor allem über die Zahlung von 35  000 Euro aus dem Haushalt aller Inselgemeinden (wir berichteten), aber auch durch Unterstützung vom Land, vom Kreis sowie von den Krankenkassen als Kostenträger des Rettungsdienstes. Die Gesamtkosten für die 15-monatige Projektlaufzeit betragen zirka 60  000 Euro und sind damit ein Viertel niedriger als bisher angenommen. Dies erkläre sich durch die Verringerung der Zahlungen für Haftpflichtversicherungen, weil nur zwei statt drei Hebammen mitmachen, sagte Nina Schmeck vom Kreis Nordfriesland.

Je Bereitschaftstag erhält eine Hebamme einen festen Betrag von 100 Euro, macht maximal 45  000 Euro in den 15 Monaten. Kommt es zu einem Einsatz, werden je angefangene Stunde 25 Euro gezahlt und gegebenenfalls auch Auslagen, zum Beispiel für Fahrtkosten, erstattet. Außerdem werden aus dem Topf die vorgeschriebenen Haftpflichtversicherungen der Hebammen in Höhe von 6  300 Euro je Person und Jahr bezahlt. Das übernehmen für die drei Monate dieses Jahres der Kreis und das Land, 2016 werden die Versicherungen dann in voller Höhe von den Inselgemeinden gezahlt. Die Kosten für die Rufbereitschaft teilen sich während der gesamten Laufzeit die Krankenkassen (zwei Drittel) und die Sylter Gemeinden (ein Drittel). Die Pauschalbeträge bei Einsätzen, also wenn eine Hebamme tatsächlich vor Ort tätig wird, haben finanziell mit der Rufbereitschaft jedoch nichts zu tun, erklärte Fachbereichsleiterin Nina Schmeck, und werden ausschließlich von den Krankenkassen gezahlt.

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erstellt am 25.Sep.2015 | 05:30 Uhr

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