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Aquarelle und Muschelschmuck : Sylter Geschäfte wollen Straßenhandel verbieten lassen

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Geschäftsleute in der Friedrichstraße beschweren sich über Straßenhändler, die während der Saison in der Fußgängerzone ihre Waren verkaufen. Nun soll die Politik entscheiden, ob der Verkauf von Aquarellen, Muschelschmuck und Co. verboten werden soll.

shz.de von
erstellt am 10.Apr.2014 | 06:00 Uhr

Sylt | „Rummelig, primitiv, einfach schrecklich!“ – Angela Bräutigam ist kein großer Fan der Straßenhändler, die während der Sommermonate in der Friedrichstraße  Aquarelle, Schmuck und andere Waren an ihren Klapptischen verkaufen. Seit 45 Jahren, sagt die 70-jährige Goldschmiede-Meisterin, sitze sie nun in ihrer kleinen Werkstatt an der Fußgängerzone, gegenüber von Gosch und der Gosch-Kneipe. Die „Besoffenen“ und das „ewige Andrea-Berg-Gesinge“ sei  das eine, aber dass Saison für Saison die Straßenhändler die Fußgängerzone noch enger machen, das gibt Bräutigam nervlich den Rest: „Es ärgert mich, dass die Friedrichstraße so zerlumpt wird, und es für die Kunden immer schwerer wird, die Eingänge der Läden zu finden, weil während der Saison die fliegenden Händler davorstehen.“

Offenbar ist Angela Bräutigam nicht die einzige, die von Straßenhändlern und Musikern nicht begeistert ist. Stefanie Schultz, in der Gemeinde Sylt für „Sondernutzung“ und Verkehr zuständig, hat Anlieger und den Verein Sylter Unternehmer zu den Straßenhändlern befragt. Ergebnis: „Die Nutzung soll allen untersagt werden.“ Unter anderem beschweren sich die Geschäftsleute über „extreme Lärmbelästigung“, außerdem sei eine „Konkurrenz zum Warenangebot der ansässigen Firmen nicht gewünscht“. Auch vor dem Hintergrund, dass immer mehr Händler eine Sondernutzung für Flächen in der Friedrichstraße beantragen, bittet sie die Politik darum, eine Grundsatzentscheidung zu diesem Thema zu fällen. Die Alternativen: Straßenhändler werden generell verboten. Oder sie müssen als Bauchladenhändler ständig in Bewegung sein. Oder es werden Regeln festgelegt, wie die Stände der Händler aussehen müssen und wie lange sie bleiben dürfen.

Die Mitglieder des Hauptausschusses wollten hierzu auf ihrer Sitzung am Dienstag keine Entscheidung fällen und verwiesen das Thema an den Ortsbeirat. Bis dahin soll neben der Einschätzung der Sylter Unternehmer auch eine Wertung der Sylter Dehoga zum Thema Straßenhändler abgefragt werde. Darum bat Christian Thiessen von den Piraten: „Ich glaube nämlich, dass die Dehoga Straßenhändler und -künstler eher positiv sieht, weil die Leute durch sie abends länger in der Stadt bleiben.“ Auch wenn wahrscheinlich so schnell keine Entscheidung fallen wird – Angela Bräutigam ist froh, dass das Thema Straßenhändler nun offiziell aufgegriffen wird.

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